FAQs zum Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Sport

Anerkennung der Einsatzstellen

Grundsätzlich sind alle Einsatzstellen, die bislang im Zivildienst im Sport oder im FSJ/FÖJ im Sport anerkannt werden konnten, auch potentielle Einsatzstellen für den Bundesfreiwilligendienst.
Bis zum 1.4.2011 anerkannte Dienststellen des Zivildienstes werden automatisch per Gesetz mit allen Zivildienstplätzen als Einsatzstellen und -plätzen für Bundes-freiwilligendienstes anerkannt.
Einrichtungen, die bisher nicht als Zivildienststellen anerkannt waren, können sich als Einsatzstellen des Bundesfreiwilligendienstes anerkennen lassen. Dabei wird jeder einzelne Platz anerkannt und nicht nur die Einrichtung als solche. Eine Anerkennung als Einsatzstelle kann gemeinsam mit einem Träger im Sport z.B. der Deutschen Turnerjugend beim BafZ gestellt werden.

Anleitung

Die Einsatzstelle ist verpflichtet, eine Fachkraft für die fachliche Anleitung der Freiwilligen zu benennen. Sie sichert die Unterstützung und Beratung der Freiwilligen, vermittelt ihnen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen für den Arbeitsalltag und den Ausbildungs- und Berufsweg. Wichtig für die Beteiligung der Freiwilligen in der Einsatzstelle sind zudem regelmäßige Gespräche und die Integration in Teamberatungen.

Arbeitsmarktneutralität

Der Bundesfreiwilligendienst wird arbeitsmarktneutral ausgestaltet. Die Freiwilligen verrichten unterstützende, zusätzliche Tätigkeiten und ersetzen keine hauptamtlichen Kräfte.
Die Arbeitsmarktneutralität ist immer dann gegeben, wenn durch den Einsatz von Freiwilligen im Bundesfreiwilligendienst die Einstellung von neuen Beschäftigten nicht verhindert wird und keine Kündigung von Beschäftigten erfolgt.

Arbeitsschutz

Obwohl das Verhältnis zwischen den Freiwilligen und der Einsatzstelle kein Arbeitsverhältnis ist, wird der freiwillige Dienst hinsichtlich der öffentlich-rechtlichen Schutzvorschriften weitgehend einem Arbeitsverhältnis gleichgestellt. Entsprechend gelten die einschlägigen Arbeitsschutzbestimmungen, wie zum Beispiel das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung, das Jugendarbeitsschutzgesetz, das Mutterschutzgesetz und das Schwerbehindertengesetz.

Ausländische Freiwillige

Die Beteiligung von Freiwilligen aus dem Ausland im Bundesfreiwilligendienst ist möglich. Eine Arbeitsgenehmigung ist nicht erforderlich.

Aussetzung des Zivildienstes

Nach dem 30. Juni 2011 kann niemand mehr den Zivildienst antreten. Am 31. Dezember 2011 sollen die letzten Zivildienstleistenden entlassen werden. Über dieses Datum hinaus ist auch keine Verlängerung mehr möglich.

Bescheinigung

Die Einsatzstelle stellt den Freiwilligen nach Abschluss des Dienstes eine Bescheinigung über die Teilnahme aus (siehe auch Zeugnis).

Bewerbung

Wer sich für den Bundesfreiwilligendienst bewerben möchte, wendet sich an eine anerkannte Einsatzstelle oder einen Träger. Diese informieren über die verschiedenen Einsatzbereiche und sind insgesamt für den Bewerbungsprozess zuständig.
Die Bewerbungsfristen für die Teilnahme an einem Bundesfreiwilligendienst sind nicht bei allen Trägern gleich. Es ist deshalb empfehlenswert, sich frühzeitig an die jeweiligen Einsatzstellen und/oder Träger zu wenden.

Einsatzbereiche

Der BFD findet in gemeinwohlorientierten Einsatzfeldern statt, bevorzugt bei Verbänden und Vereinen. Die Einsatzbereiche der neuen BFDler/-innen können und sollen sowohl die des derzeitigen Zivildiensts als auch verbandsspezifische Aufgaben umfassen. Während der Bereich der Kinder- und Jugendarbeit im Sport dem FSJ vorbehalten bleibt, konzentrieren sich die Aufgabenfelder im BFD auf folgende Profile:
1. Projekt- und Veranstaltungsmanagement im Sportverein- und -verband
2. Sportartspezifische Tätigkeiten ("Kinder- und Jugendsport")
3. Arbeit mit besonderen Zielgruppen im Sport
4. Sporträume (u.a. handwerkliche und gärtnerische Tätigkeiten)
5. Umwelt und Naturschutz im Sport

Generationsübergreifender Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst ist für Frauen und Männer aller Generationen. Während für Menschen unter 27 eine Vollzeittätigkeit verpflichtend ist, können "Ältere" den BFD auch mit reduzierter Stundenzahl, jedoch mehr als 20 Stunden pro Woche leisten. Für Menschen unter 27 ist weiterhin eine Teilnahme an 25 Seminartagen verpflichtend, während "Ältere" nur "in angemessenem Umfang" teilnehmen müssen. 

Grundzüge des BFD

Der Bundesfreiwilligendienst soll Männern und Frauen jeden Alters nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht offen stehen. Wie bei den Jugendfreiwilligendiensten soll der Einsatz in der Regel zwölf, mindestens sechs und höchstens 24 Monate dauern. Der Bundesfreiwilligendienst ist grundsätzlich vergleichbar einer Vollzeitbeschäftigung zu leisten. Sofern die Freiwilligen älter als 27 Jahre sind, ist auch Teilzeit von mehr als 20 Wochenstunden möglich. Der Bundesfreiwilligendienst muss arbeitsmarktneutral sein. Er darf nicht zur Verdrängung oder Ersatz regulärer Arbeitskräfte führen, sondern allein unterstützende Tätigkeiten beinhalten. Die Freiwilligen werden gesetzlich sozialversichert. Das Taschengeld hat in Ost und West eine einheitliche Obergrenze und wird frei mit den Trägern vereinbart.

Krankheitsfall

Ein Krankheitsfall ist der Einsatzstelle unverzüglich mitzuteilen, die wiederum den Träger informiert. Die genauen Regelungen sind in der Vereinbarung zwischen dem Bundesamt, dem Träger und den Freiwilligen festgehalten. Im Krankheitsfall werden in der Regel bis zur Dauer von sechs Wochen Taschengeld und Sachleistungen weitergezahlt.

Kündigung

a) durch Freiwillige: Freiwillige verpflichten sich für die vertraglich festgelegte Dauer ihres Dienstes. Der Vertrag kann aus einem wichtigen Grund, zum Beispiel bei Erhalt eines Studien- oder Ausbildungsplatzes, gekündigt werden. Die konkreten Modalitäten sind vertraglich festgelegt. Kündigungen müssen über die Einsatzstelle schriftlich erfolgen; diese leitet die Kündigung an das Bundesamt weiter.
b) durch den Bund auf Wunsch der Einsatzstelle: Vertragspartner sind Bund und Freiwillige/r, insofern kann auch nur der Bund der/dem Freiwilligen kündigen. Die Einsatzstellen beantragen beim Bund die Kündigung des/der Freiwilligen. Im Vertrag werden die Parteien dazu verpflichtet, vor einer Kündigung Kontakt mit dem/r RegionalbetreuerIn aufzunehmen. Der Träger kann Einsatzstellen wie Freiwillige dazu verpflichten, bei Konflikten die Vermittlung des Trägers zu beanspruchen.

Nebentätigkeit

Der Bundesfreiwilligendienst wird auch von "Älteren" im Umfang von mehr als 20 Stunden Dauer pro Woche geleistet. Daraus ergibt sich, dass die Freiwilligen der Einrichtung entsprechend mehr als 1/2 Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Nebentätigkeiten müssen deshalb genehmigt werden. Die maximale Wochenarbeitszeit ist dabei zu beachten.

Pädagogische Begleitung

Die pädagogische Begleitung der Freiwilligen soll soziale, ökologische, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl stärken. Der Bundesfreiwilligendienst wird durch Seminare begleitet. Die Gesamtdauer der Seminare beträgt, bezogen auf eine zwölfmonatige Teilnahme am freiwilligen Dienst, mindestens 25 Tage, davon entfallen fünf Tage auf ein Seminar zur politischen Bildung; dies wird in den 17 staatlichen Zivildienstschulen 5 durchgeführt - auf Wunsch der Träger zusammen mit Teilnehmerinnen/Teilnehmern des FSJ/FÖJ. Freiwillige, die älter als 27 Jahre sind, nehmen in angemessenem Umfang an den Seminaren teil.
Auch in der Zeit zwischen den Seminaren wird durch die Träger eine über die fachliche Anleitung hinausgehende Begleitung, insbesondere in Krisen- und Konfliktsituationen sicherzustellen.

Sozialversicherungsbeiträge

Teilnehmer/innen und Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst werden nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz so behandelt wie Beschäftigte oder Auszubildende, d. h., sie sind während ihrer freiwilligen Dienstzeit Mitglied in der gesetzlichen Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Als Berechnungsgrundlage der Beiträge dient das Taschengeld plus der Wert der Sachbezüge (Unterkunft, Verpflegung) bzw. der hierfür gezahlten Ersatzleistung. Die gesamten Beiträge, also sowohl der Arbeitgeber- als auch der Arbeitnehmeranteil, werden von der Einsatzstelle gezahlt.

Taschengeld

Um einen ausreichenden Abstand zu regulärer Beschäftigung sicherzustellen, ist für das Taschengeld eine bundesweit einheitliche Obergrenze von gegenwärtig 330 Euro pro Monat vorgesehen. Außerdem können den Freiwilligen Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung oder entsprechende Geldersatzleistungen unabhängig von der Taschengeldobergrenze gewährt werden.

Träger

Der BFD sieht grundsätzlich vor, dass Einsatzstellen und Zentralstellen existieren müssen. Trägerstrukturen sind nicht zwingend vorgeschrieben.Beim BFD im Sport hat sich die Zentraltelle (dsj) auf ein Trägersystem für den Bundesfreiwilligendienst im Sport verständigt, um die zwischen Bundesamt und Zentralstelle vereinbarten Rechte und Pflichten gewährleisten zu Können. 

Schulen als Einsatzstellen

Anders als bisher im Zivildienst ist auch die Betreuung an Schulen außerhalb des regulären Unterrichts (also etwa in der Nachmittagsbetreuung) als Einsatzbereich möglich i

Umsatzsteuer

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Kommentar zur Stellungnahme des Bundesrates darauf festgelegt "dass beim Bundesfreiwilligendienst ein umsatzsteuerpflichtiger Leistungsaustausch zwischen Bund und Einsatzstellen nicht erfolgt." Umsatzsteuer kann dennoch an anderer Stelle anfallen.

Urlaub

Der gesetzliche Urlaubsanspruch im Kalenderjahr beträgt mindestens 24 Tage. Dauert der BFD weniger als zwölf Monate, wird der Urlaubsanspruch pro Monat um 1/12 des Jahresurlaubs reduziert; dauert es länger als zwölf Monate, wird er pro Monat um 1/12 des Jahresurlaubs verlängert. Für Jugendliche unter 18 Jahren gelten längere Urlaubsansprüche nach den Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

Versicherung

Die Freiwilligen des Bundesfreiwilligendienstes werden grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, § 5 Absatz 1 Nr. 1 SGB V. Die Freiwilligen werden dann auch grundsätzlich in der sozialen Pflegeversicherung pflichtversichert (§ 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SGB XI).
Vgl. auch: Rentenversicherung.

Verträge

Für den Bundesfreiwilligendienst gibt es einen Vertragsvordruck, der unter <http://www.zivildienst.de/cln_030/Content/de/Downloads/BFD_Downloads/ii1_BFD_4_MusterVereinbarung.html> heruntergeladen werden kann, Änderungen können sich aber durch den parlamentarischen Prozess noch ergeben. Der Bund (vertreten durch das BAZ) wird diese Verträge natürlich erst nach dem Inkrafttreten des Geset-zes gegenzeichnen und damit verbindlich werden lassen können, trotzdem ist aber schon jetzt mit diesem Formular eine relativ hohe Verlässlichkeit zu erreichen. Vo-raussetzung dafür ist, dass die Vertragsentwürfe über eine Zentralstelle oder im Zu-sammenwirken mit einer Zentralstelle dem Bund zugeleitet werden. Nur Einsatzstel-len, denen über Zentralstelle bzw. Träger „Platzkontingente“ zugewiesen  wurden und die über eine Anerkennung durch das BAZ verfügen, können Bundesfreiwilligendienstleistende aufnehmen.
In dem Formular ist eine Unterschrift durch die Einsatzstelle nicht zwingend vorge-schrieben, da der Vertrag formal zwischen Freiwilligen und Bund zustande kommt. Dadurch, dass der Vertragsentwurf von der Einsatzstelle - in der Regel über einen Träger und/oder eine Zentralstelle - weitergeleitet wird, ist sichergestellt, dass auch die Einsatzstelle den Abschluss eines solchen Vertrags wünscht. Selbstverständlich ist es nicht nur möglich, sondern naheliegend, dass auch eine Vertreterin oder ein Vertreter der Einsatzstelle und ggfs. auch des Trägers zusätzlich unterschreiben.
Auf einem Beiblatt kann erläutert werden, wie sich die Aufgaben zwischen Einsatz-stelle, Träger und Zentralstelle verteilen Vertragspartner sind der Bund einerseits, der/die Freiwillige andererseits. Die Einsatzstelle wird – ebenso wie ggf. der Träger - im Vertrag genannt.

Zentralstellen

Jede Einsatzstelle des BFD muss sich (mindestens) einer Zentralstelle zuordnen. Dies wird im Regelfall über die Trägerstrukturen geschehen. Für die Freiwilligen-dienste im Sport übernimmt die Deutsche Sportjugend die Aufgaben einer Zentral-stelle. Eine Zuordnung zu mehr als einer Zentralstelle wird nur in sehr wenigen Ausnahmefällen in Betracht kommen, vor allem dann, wenn innerhalb einer Einrichtung zwei völlig verschiedene Programme angeboten werden, z.B. sowohl das FSJ als auch das FÖJ. Insbesondere ist diese Möglichkeit vorgesehen für diejenigen Einsatzstellen, die auch an internationalen Programmen teilnehmen.

Zeugnis

Bei Beendigung des freiwilligen Dienstes erhalten die Freiwilligen von der Einsatz-stelle ein schriftliches Zeugnis über Art und Dauer des freiwilligen Dienstes. Das Zeugnis ist auf die Leistungen und die Führung während der Dienstzeit zu erstrecken. In das Zeugnis sind berufsqualifizierende Merkmale des Bundesfreiwilligendienstes aufzunehmen.

Zusammengefasst von Dr. Jaana Eichhorn, Deutsche Sportjugend

Infosammlung, Stand: 6. April 2011