Wasser in unserer Umwelt

Als Durstlöscher, unter der Dusche oder für’s Kochen – Wasser spielt eine wichtige Rolle im alltäglichen Leben. Der dritte Teil der Serie zeigt, wo wir Wasser in unserer Umwelt finden und wie es genutzt wird. Welche Rolle „virtuelles Wasser“ dabei spielt, lesen Sie hier…

Dass der menschliche Körper zu ca. 60% aus Wasser besteht und dass wir dieses flüssige Element zum Überleben brauchen, ist gemeinhin bekannt. Mindestens 2,5 Liter Wasser sollte ein erwachsener Mensch täglich in Form von Getränken und Speisen zu sich nehmen, raten Spezialisten. Tatsächlich verbrauchen wir in unserem Alltag aber sehr viel mehr Wasser. Von durchschnittlich einer knappen Badewanne pro Person spricht der Volksmund. Das entspricht in etwa 124 Litern. Wenn wir an einem gewöhnlichen Tag darauf achten, wann wir den Wasserhahn öffnen, um Geschirr zu spülen, Wäsche zu waschen, Tee zu kochen, die Toilettenspülung betätigen, und und und, dann kommen wir schnell auf eine gefüllte Badewanne und verstehen, warum das kühle Nass auch als „blaues Gold“ bezeichnet wird.

Aber auch das ist noch nicht alles! In dem Gesamtverbrauch müssen wir auch die Nutzung von virtuellem Wasser berücksichtigen. Noch nie davon gehört? Darunter versteht man all das Wasser, das für die Produktion von Nahrungsmitteln und Non Food-Produkten benötigt wird und, das wir im Alltag gar nicht sehen.
Für nur eine Tasse Kaffee wurden in einer WWF-Studie aus dem Jahr 2009 fast 200 Liter kalkuliert. Denn genau genommen zählt nicht nur das Wasser, mit dem man die Kaffeemaschine füllt, sondern man müsste am Anfang der Produktion beginnen: nämlich beim Anbau der Kaffeebohne. Von dort über die Reinigung und Veredelung bis hin zum Transport der Kaffeebohnen sind es viele Arbeitsschritte, bei denen Wasser eine wichtige Rolle spielt.

Aber nicht nur zur Herstellung von Lebensmitteln wird das blaue Gold benötigt. Auch für Textilien wie zum Beispiel T-Shirts ist Wasser unabdingbar. Die Baumwolle muss bewässert, gewaschen und gefärbt werden, wobei wiederum Abwasser entsteht, das wieder gereinigt werden muss. Wie schon bei der Kaffebohne, muss nun auch der Wasserverbauch für Maschinen, Arbeiter, Transport und Handel addiert werden.

Der tatsächliche Verbrauch beläuft sich also nicht auf täglich eine Badewanne pro Person, sondern laut des WWF auf durchschnittlich 25 Badewannen. (Quelle: WWF-Studie, online unter URL: http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/wwf_studie_wasserfussabdruck.pdf)
Wasser und damit auch sein Verbrauch entsteht eben nicht erst im Wasserhahn, sondern schon viel früher, an Orten, die wir im Alltag gar nicht bewusst wahrnehmen.

Das Thema der Ressourcensicherung wird besonders in diesem Jahr eine große Rolle weltweit spielen, denn 2013 ist Weltwasserjahr. Immer effizientere Bewässerungsanlagen in der Landwirtschaft, Wiederverwertung von Wasser durch hochspezialisierte Reinigungsmechanismen in der industriellen Produktionen und die weltweite Aufklärung in Schulen zum bewussten Umgang mit Wasser tragen dazu bei, dass wir uns auch in Zukunft nicht so leicht vorm Abwasch drücken können.