Bewegte Hausaufgaben

Viele Kinder brauchen nach dem langen Sitzen in der Schule erst mal eine ausgiebige Bewegungspause. Gönnen Sie diese Ihrem Kind vor den Hausaufgaben!

  1. Lernen kann grundsätzlich in verschiedenen Körperhaltungen stattfinden: stehend, sitzend, liegend, gehend usw.. Das schafft Abwechslung und beugt durch wechselnde Belastung Problemen wie Rückenschmerzen vor. Also: beim Lesen ruhig mal im Raum herumgehen.
  2. Zum „bewegten“ Sitzen eignet sich ein Sitzball oder ein Ballkissen zum Unterlegen.
  3. Schreiben kann man zur Abwechslung auch an einem Stehpult oder alternativ an einem Bügelbrett.
  4. Manchmal lernt man besser auswendig, wenn man dabei herumläuft oder Trampolin springt. Das gilt auch fürs 1x1!
  5. Beim Vokabeln abhören kann man sich z. B. im Frage-Antwort-Rhythmus einen Ball zuwerfen.
  6. Gedicht lernt man leichter, indem man sie nachspielt oder die Zeilen mit entsprechenden Gesten begleitet.
  7. Zwischen einzelnen Arbeitsphasen ruhig mal eine kleine Bewegungspause einlegen, danach kann man umso besser (und schneller!) weiterarbeiten.

Fit für die Schule: Bewegte Hausaufgaben

Hausaufgaben sind in vielen Familien ein Thema, das immer wieder zu erheblichem Stress und langwierigen Diskussionen führt. Die Probleme sind zwar nicht überall die gleichen (mal trödelt ein Kind ewig an den Hausaufgaben herum, mal fängt es erst gar nicht damit an, mal erledigt es grundsätzlich nur die Hälfte, mal lässt die Leserlichkeit sehr zu wünschen übrig ...), ähneln sich jedoch häufig und führen im Ergebnis meist zu beträchtlichen Störungen des Familienfriedens. In vielen Fällen lässt sich die Situation jedoch deutlich entspannen, indem man dem natürlichen Bedürfnis der Kinder nach Abwechslung, Spiel und Bewegung auch bei den Hausaufgaben entgegen kommt.

Hausaufgaben abwechslungsreich gestalten

Aus der Gehirnforschung ist bekannt, dass Lernen umso effektiver stattfindet, je mehr Sinneskanäle das Kind benutzt und je mehr Eigenaktivität es aufbringt. Je jünger Kinder sind, desto mehr sind sie beim Erwerb von Erkenntnissen auf Handlung, also auf Bewegung, angewiesen. Bis zum Ende der Grundschulzeit ist das Lernen über Bewegung für das Entstehen kognitiver Fähigkeiten von großer Bedeutung. Man muss also beachten, dass Kinder nicht dadurch besser lernen, indem sie immer mehr Wissen eingepaukt bekommen.

Es gibt mittlerweile immer häufiger „bewegte Schulen“ die dieser Erkenntnis Rechnung tragen und Bewegungsanlässe nicht nur im schulischen Umfeld schaffen, sondern auch gezielt in den Unterricht einfliesen lassen. Auch Hausaufgaben kann man mit Bewegung verknüpften und so für Entlastung und Ausgleich sorgen, ohne dass die Qualität der Arbeit darunter leidet. Im Gegenteil, erfahrungsgemäß sind die Hausaufgaben auf diese Weise besser und schneller erledigt, was – als positiver Nebeneffekt – gleichbedeutend mit stressfreier und entspannter auch für des betreuende Elternteil ist.

Natürlich dürfen Kinder auch einfach mal nur am Schreibtisch sitzen und Hausaufgaben machen. Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind heraus, mit welchen Lernmethoden es am besten zurechtkommt. Letztendlich geht es darum, Lernen im Allgemeinen und die Hausaufgaben im Speziellen abwechslungsreich und kindgerecht zu gestalten. So fördern Sie Motivation und Konzentration ihres Kindes und erhalten ihm die Freude am Lernen.

Spielerisch leichter lernen

Die Folgenden Spiele helfen dabei, eine abwechslungsreiche Lernumgebung zu schaffen. Sie eignen sich für bewegte Pausen in der Schule und bei den Hausaufgaben. Besonders viel Spaß macht es den Kindern, wenn zuhause die Eltern mitspielen. Natürlich können die Spiele auch im Rahmen von Kinderturn-Stunden im Verein zum Ensatz kommen.

Klatsch dich schlau!

Idee: Heike Schnoor

Klatschspiele mit Überkreuzbewegungen fördern die Verknüpfung beider Gehirnhälften. Eine gute Kommunikation zwischen den beiden Gehirnhemisphären ist eine Grundbedingung zum leichten und effizienten Lernen.
Die Mitspieler stehen im Innenstirnkreis, ein Erwachsener gibt Bewegungen vor, alle machen nach. Es empfiehlt sich, bei jüngeren Kindern zunächst mit einfachen Übungen zu beginnen, z. B.:

  • Mit der rechten Hand den linken Fuß berühren, mit dem linken Zeigefinger auf das rechte Ohr zeigen…

Später können die Übungen immer komplexer werden, z. B.:

  • Beide Hände klatschen auf die Oberschenkel, dann fassen gleichzeitig die rechte Hand an das linke Ohr und die linke Hand an die Nase, wieder auf den Oberschenkel, dann linke Hand an das rechte Ohr und die rechte Hand an die Nase, usw.

Beispiele für Übungen mit dem Partner:

  • Beide Hände klatschen überkreuz auf den eigenen Oberschenkel, einmal selbst in die Hände klatschen, dann mit dem Partner die Hände gerade abklatschen.
  • Rechte Hand auf den rechten eigenen Oberschenkel, die linke Hand klatscht überkreuz die linke Hand des Partners ab, dann einmal in die Hände klatschen und wechseln die linke Hand auf den linken eigenen Oberschenkel und die rechte Hand klatscht überkreuz die rechte Hand des Partners ab.

Die Übungen lassen sich gut mit Musik unterstützen.

Formen bilden

Idee: Cornelia Franck

Material:

  • CD Player mit Musik
  • ein Seilchen pro Kind

Jeder Mitspieler erhält ein Seilchen. Alle bewegen sich zur Musik mit den Seilchen durch den Raum. Bei Musikstopp wird eine geometrische Figur genannt, z. B. Quadrat. Die Spieler versuchen, diese Figur mit ihrem Seilchen auf dem Boden zu legen. Wenn das geklappt hat, beginnt die Musik von neuem. Beim nächsten Musikstopp wird eine andere Form genannt, z. B. Dreieck, Rechteck...
Nun wird es etwas schwieriger. Als nächstes werden Zahlen angesagt. Diese sollen so gelegt werden, dass sie erkennbar sind. Eine 3, eine 4, eine 5, eine 8 …
Dann folgen Buchstaben. Können die Kinder mit einem einzigen Seilchen ein A legen? ein H? ein M?
Um den Schwierigkeitsgrad weiter zu erhöhen, können Additionsaufgaben gestellt werden: Legt das Ergebnis der Aufgabe  "4 + 3", "5 + 4", "13 - 8" …