Körperwahrnehmnung: Sicherheit und Selbstvertrauen

Wenn wir über Wahrnehmung reden, denken wir meist an Sehen, Hören, Riechen, Tasten oder Schmecken. Kaum jemandem jedoch ist die große Bedeutung der Körperwahrnehmung bewusst. Ohne funktionierende Körperwahrnehmung sind selbst alltägliche, eigentlich automatisierte Bewegungsabläufe wie Gehen oder Radfahren nicht möglich.

Aus dem Erleben des eigenen Körpers mit allen Sinnen entwickelt sich das Körperbewusstsein, welches großen Einfluss auf Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl hat. Kinder mit gutem Körperbewusstsein sind nicht nur sicher in ihren Handlungen und Bewegungen, ihr positives Selbstbild spiegelt sich meist auch in einer aufrechten Haltung wieder.

Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung über Bewegung und Wahrnehmung

Bewegung und Wahrnehmung sind zentrale Bestandteile der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung. Durch die Aufnahme und Verarbeitung sensorischer Reize gewinnen Kinder Erkenntnisse, die sie in die Lage versetzen, immer neue Handlungen (Bewegungen) auszuführen.

Die kindliche Entwicklung über Wahrnehmung und Bewegung vollzieht sich nicht nur nach außen, in Bezug auf die Umwelt, sondern auch nach innen, in Bezug auf den eigenen Körper. Wir nehmen unseren Körper über mehrere Teilsinne (in erster Linie Tastsinn, Gleichgewichtssinn und Tiefensensibilität) wahr. Die Informationen, die wir so u. A. über Stellung, Spannung und Bewegung der Körperteile, Balance und Kraftwirkung erhalten, machen jede Form von Bewegung erst möglich.

Kinder mit gutem Körpergefühl sind sicherer in ihren Bewegungen und können auch in ungewohnten Situationen angemessen reagieren und handeln. Das Kennen des eigenen Körpers vermittelt Kindern zudem Zuversicht und Selbstvertrauen. Spielerischer Bewegungsanregungen zur Körperwahrnehmungs-Schulung können dazu beitragen, Kindern ein positives Bild von ihrem Körper zu vermitteln.

Körperwahrnehmungs-Parcours für Groß und Klein

Idee: Yannis Gebhardt

Der  „Körperwahrnehmungs-Parcours für Groß und Klein“ eignet sich sehr gut, um z. B. bei einem Sommerfest im Turnverein, der Grundschule oder im Kindergarten, den Eltern das wichtige Thema „Körperwahrnehmung“ nahe zu bringen. Die Stationen sind ebenso interessant wie lehrreich, machen der ganzen Familie Spaß und sollen von den Kindern mit ihren Eltern gemeinsam durchlaufen werden.

Material:

•    3 Schüsseln mit Wasser
•    Weichbodenmatte
•    Blindbrillen/Tücher
•    viele Wäscheklammern
•    evtl. Stoppuhr
•    Turnmatten
•    Papier
•    Stifte

Warm-Kalt:

Es werden drei Schüsseln mit Wasser aufgestellt. In der linken ist das Wasser kalt, in der rechten warm und in der mittleren lauwarm.
Das Kind hält die linke Hand in die kalte Schüssel, die rechte Hand in die warme Schüssel. Nach einer Minute hält es beide Hände in die Schüssel mit lauwarmem Wasser. Nun soll es entscheiden ob das Wasser warm oder kalt ist. Danach sind die Eltern dran!

Gleichgewicht:

Das Kind stellt sich auf ein Bein (zuerst auf dem Boden) und soll so lange wie möglich versuchen das Gleichgewicht zu halten. Danach stellt es sich auf die Weichbodenmatte und versucht dasselbe nochmal.
Zuletzt gehen die Eltern um das Kind herum und versuchen so, das Kind aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dann wird gewechselt!

Lausen

Das Kind bekommt die Augen verbunden. Dann befestigt ein Elternteil die Klammern überall an der eigenen Kleidung. Das Kind hat nun die Aufgabe das Elternteil zu „lausen“ und alle Klammern zu entfernen. Dann sind die Eltern mit „lausen“ dran

Herzfrequenz

Eltern und Kinder erfühlen gegenseitig und bei sich selbst die Atmung, sowie die Herzfrequenz/den Herzschlag. Dann rennen alle eine Runde in der Halle. Sind sie wieder am Ausgangspunkt angekommen, wird erneut gefühlt. Kinder und Eltern nennen ihre Beobachtungen bzw. schreiben sie auf.
Im Anschluss daran legen sie sich auf eine Matte, schließen die Augen und soll sich nur auf ihre Atmung konzentrieren. Nach kurzer Zeit nennen sie noch mal ihre Beobachtungen. Was hat sich geändert?

Massagemalen

Das Kind bekommt Papier und Stift und setzt sich auf den Boden, dahinter setzt sich ein Elternteil. Dieses malt nun mit dem Finger auf dem Rücken des Kindes ein Bild, welches von dem Kind auf das Papier übertragen werden soll. Dann werden die Rollen getauscht und das Kind malt auf dem Rücken des Elternteils.