Das Burnout-Syndrom

Burnout bedeutet so viel wie "ausgebrannt sein". Damit ist jedoch kein kurzfristiger Ermüdungszustand am Ende eines langen und harten Arbeitstages gemeint. Vielmehr handelt es sich um das Endstadium eines lange andauernden, schleichenden Prozesses, der in eine langfristige körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung mündet und in Phasen unterteilt werden kann. Es gibt allerdings nicht den typischen Verlauf des Burnouts. So wurden bisher unterschiedliche Gruppen aus Wirtschaft oder aus helfenden Berufen untersucht.

Phasen des Burnout-Syndroms

  • Enthusiasmus: Es wird mit großem Enthusiasmus und guten Vorsätzen an eine Tätigkeit heran gegangen.
  • Stagnation: Die Person merkt aber, dass sie durch ihr Handeln keine Fortschritte erzielt.
  • Frustration: Stagnation, womöglich Rückschritte führen zu Frustration, machen zynisch gegenüber der Klientel.
  • Apathie: In der Phase der Apathie ist die berufliche Tätigkeit nur noch unter großen Anstrengungen auszuüben. Man ist unmotiviert, sich neue Ziele zu stecken und häufig fehlt auch das Bewusstsein für seine eigene Situation. In der Phase wirken die Betroffenen äußerst phlegmatisch und können sich selbst zu nichts mehr antreiben, weder beruflich noch privat. Hier sind auch erste körperliche Anzeichen von Erschöpfung sichtbar.

Hält dieser Zustand für eine längere Zeit an, spricht man vom Burnout-Syndrom.

 

Charakteristische Merkmale

Es gibt einige charakteristische Merkmale, anhand welcher ein Burnout-Syndrom ausgemacht werden kann. Hier eine kleine Checkliste, mit der Sie herausfinden können, ob Sie gefährdet sind und einige dieser Punkte auf sie zutreffen.

Checkliste:

  • körperliche und emotionale Erschöpfung
  • chronische Müdigkeit
  • abnehmende Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • der Verlust der Fähigkeit sich zu erholen
  • zynische, abweisende Grundstimmung gegenüber Kollegen, Klienten und der eigenen Arbeit
  • Ängste
  • leichte Reizbarkeit
  • Sinnschwäche

Ursachen und Diagnostik

Ursache für diese Erkrankung sind meist die Anforderungen die eine Person an sich selbst stellt bzw. die auf beruflicher oder privater Ebene an sie herangetragen werden, die fehlende Fähigkeit mit den eigenen Energieressourcen entsprechend hauszuhalten sowie einen entsprechenden Ausgleich zu finden und die eigenen Energiespeicher wieder aufzufüllen.
Letztendlich kann ein Burnout-Syndrom aber viele Ursachen haben. Deshalb muss bei der Vorsorge und Abklärung Ihrer Beschwerden besonders darauf geachtet werden, zunächst organische Erkrankungen auszuschließen. Das geschieht am besten im Rahmen einer bewährten Stufendiagnostik:

Stufe I
In einem ersten Schritt werden die Organfunktionen überprüft und das Beschwerdebild eingegrenzt. Auf diese Weise erkennt man Störungen wie Schilddrüsenunterfunktion, Hypertonie, Eisenmangel, Herzinsuffizienz, Infektionserkrankungen, Schlafapnoe, Diabetes mellitus, etc.

Stufe II
Die Diagnostik wird durch eine Neurostreß-Analyse und ein erweitertes Labor ergänzt. Damit lassen sich Störungen im Neurotransmitterhaushalt, eine Nebenniereninsuffizienz oder Belastungen mit freien Radikalen und Nitrostreß erkennen.

Stufe III
Auf dieser Stufe werden mitochondriale Störungen, Hormone, Zucker-Stoffwechselstörungen, Giftstoffbelastungen, Nahrungsunverträglichkeiten, Nährstoffmängel und Wirbelblockaden untersucht.

Die Stufen lassen sich individuell anpassen, je nach Risikoprofil, Vorgeschichte und Vorbefunden. Aus den erhobenen Befunden wird ein auf Sie abgestimmtes Therapiekonzept entwickelt. Dabei kommt nicht nur die klassische Schulmedizin zum Einsatz, sondern insbesondere hocheffektive Verfahren wie orthomolekulare Medizin, mitochondriale Medizin oder auch Naturheilverfahren. Es wird mit den Bereichen Sporttherapie, Ernährungstherapie und Psychosomatik zusammen gearbeitet.

 

Präventive Maßnahmen

Zeiten der Überbelastung und des Dauerstresses müssen jedoch nicht zwangsläufig zu einem Burnout-Syndrom führen. Es ist sehr wichtig, sich selbst Zeit und Raum zum Ausruhen und Regenerieren sowie für Ausgleichsmöglichkeiten wie Sport, Musik oder andere Hobbys zu geben. Aber auch Meditation oder andere Methoden, die dem Einzelnen ermöglichen, Ruhe und Entspannung zu erfahren, indem sie die Aufmerksamkeit gezielt von dem Belastungsbereich weglenken, können geistig und körperlich sehr entlastend wirken.

Und hier kommen Bewegung und Sport ins Spiel: ein Nebeneffekt körperlicher Belastung ist der Abbau von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol - also jener Stresshormone, die für die Entstehung des Burnouts verantwortlich sind.
Besonders hilfreich ist ein regelmäßiges moderates Ausdauertraining. Dazu bieten sich Bewegungsformen wie Walking, Jogging, Nordic Walking, Skilanglauf, Wandern oder Orientierungslauf an.
Doch durch ein regelmäßiges Training wird nicht nur ein Burnout verhindert, sondern erwiesenermaßen bringt eine gesteigerte Fitness neben einem entspannten Zustand auch ein höheres Konzentrations- und Leistungsvermögen mit sich und trainierte Menschen tolerieren zudem größere psychische Belastungen als untrainierte.
Doch auch hier gilt wie überall: nicht übertreiben und trainieren mit Maß! Denn zu große Überlastungen wirken sich kontraproduktiv aus, da dabei die gleichen Stresshormone wie bei psychischer Überlastung ausgeschüttet werden.