Praxisbeispiele Akrobatik

Der Bereich der Akrobatik konzentriert sich auf einfache und weiterführende Elemente der Partner- und Gruppenakrobatik, nicht auf die Sportakrobatik.
Turnen an und mit einem „lebenden Turngerät“ trifft in diesem Fall zu. Der Bereich ist so gestaltet, dass Jung und Alt, fitte und weniger fitte TeilnehmerInnen mitmachen können. Alle werden gebraucht und finden ihren Platz. Deshalb wird viel Wert auf Basisübungen, Kommunikation, Helfen, Sichern und Vertrauen gelegt.

 

Allgemeine Tipps:

  • Zum Aufwärmen eignen sich Herz-Kreislauf-aktivierende Spiele und Übungsformen, vorbereitende akrobatische Übungen (siehe Beispiele) sowie Dehn- und Mobilisations-übungen – am Besten für den ganzen Körper, mind. aber für die am stärksten beanspruchten Körperteile.
  • Neue Elemente sollen am Anfang der Stunde eingeführt werden.
  • Die Übungsauswahl muss dem Trainingsniveau der TeilnehmerInnen angepasst werde. Die Übungsauswahl hängt ab von der Belastung der Einzelübungen.
  • Zu jedem Element soll die Sicherung/Hilfestellung mit erlernt werden. Die Hilfestellung erfolgt nach dem bekannten Motto: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.
  • Für die ausführenden Akrobaten gilt: miteinander kommunizieren („stehe ich gut so?“, „platziere deine Hand bitte weiter nach rechts“, etc.)!


Wichtige Begriffe für die Übungsbeschreibungen:
U = Unterperson (berührt den Boden)
O = Oberperson
M =Mittelperson
H = Helferperson
Mehrere Unterpersonen werden mit U1, U2 etc. bezeichnet.
Gleiches gilt für O, M und H.

Praxisbeispiel 1:

Helfen, Sichern und Bewegungsbegleitung
Unerlässlich - auch für die einfachsten akrobatischen Element – sind die verschiedenen Griffe/Griffvarianten

Praxisbeispiel 2:

Akrobatikspezifische Spiel- und Übungsformen
Diese Spiel- und Übungsformen eignen sich gut zum Aufwärmen und zur Herstellung des ersten (Körper-) kontaktes mit den Mitakrobaten und fördern/trainieren gleichzeitig wichtige Element der Akrobatik (u. a. Vertrauen, Körperspannung, Gleichgewichtsfähigkeit  etc.)

Vertrauenspendel (Ausführung in 3-er Gruppen):
Person C pendelt (bzw. wird gependelt) als Brett zwischen Person A und B.
Variante: C schließt die Augen und/oder A und B vergrößern den Abstand.

Praxisbeispiel 3:

Basisübungen

  • Bankposition

Die Bankposition kann als Grundposition der Partner-akrobatik bezeichnet werden. Bei korrekter Ausführung ist sie sehr stabil und fest. Sie dient oft als Figurteil beim Pyramidenbau oder als Hilfsposition (z. B. beim Auf- und Absteigen).

Ausführungsbeschreibung Bankstellung:

Vierfüßlerstand mit waagrechten Unterschenkeln und Oberkörper, Knie und Hände schulterbreit auseinander, Arme und Oberschenkel senkrecht, Arme nicht ganz durchstrecken, Kopf in Verlängerung des Oberkörpers, Rücken gerade, Nacken-, Schulter-, Rumpf- und Po-muskulatur sind angespannt.

(Stand-)Varianten Bankstellung (Ausführung in 3-er Gruppen)
Stand-/Auflagefläche für O: Hüfte/Steiß und Schulter-bereich - niemals Lenden- und Brustwirbelsäule

Stehen auf der Bank - gerade auf dem Becken:

 

Knien auf der Bank:

 

Stehen auf der Bank - seitwärts:

 

 

 

Stand auf den Oberschenkeln - der Stuhl

Vorübungen für O:

  • Aufsteigen auf eine Langbank, kleinen Kasten etc., 
  • Aufsteigen auf U in der Bankstellung
    • dabei ist zu beachten, dass O keine ruckartigen Bewegungen macht sondern zielgerichtet und sicher aufsteigt.

 

 

Ausgangsposition: U und O stehen sich gegenüber, Griffart: Ellbogengriff.

Ausführungsbeschreibung (1):
U beugt die Kniegelenke und nimmt eine tiefe Standposition ein, der Oberkörper bleibt gerade. O setzt rechten/linken Fuß auf den rechten/linken Oberschenkel von U (knapp oberhalb des Knies), die Fußspitzen sind dabei leicht nach außen gedreht.

(2, 3):
Gemeinsames Tempo - und O steigt auf zum Einbeinstand auf den Oberschenkel von U. O streckt langsam den Körper. U unterstützt das Hochsteigen, indem er O mit den Händen und Ellbogen nach oben drückt.

(4):
Sofort wenn Os Körper gestreckt ist, setzt O den zweiten Fuß auf den freien Oberschenkel von U. U und O stehen jetzt noch dicht beieinander und lassen nun die Hände an den Armen des Partners entlanggleiten bis zum Handgelenk-Handgelenk-Griff. Dies erfolgt durch Gewichts-verlagerung nach hinten von U und O.

Abbau: U beugt die Arme und zieht so O zu sich ran, O steigt ab.

H: Hilfe für O: Von hinten an Os Hüfte fassen und O so beim Aufsteigen unterstützen.

Hilfe für U: U sitzt auf Bankposition und O steigt auf. Wenn in der Endposition das Gleichgewicht zwischen O und U gefunden wurde, kann die Bank „wegkrabbeln“.

Variante:
- O löst in der Endposition eine Hand

 

Schulter-Knie-Stand

Vorübungen für O:

  • Übungen zur Körperspannung
    • siehe auch Übung Vertrauenspendel!
  • Aufrollen zum Kopfstand oder Schulterstand in der Kastengasse

 

 

Ausgangsposition (1):
U liegt auf dem Rücken, Beine sind angewinkelt und stehen etwa hüftbreit auseinander, die Arme von U sind gestreckt, die Daumen liegen an den Händen. O steht zwischen den Beinen von U und greift an die Knie von U. O beugt sich vor, bis seine Schultern in Us Hände liegen. Die Arme von O sind ebenfalls durchgestreckt, Os Gewicht liegt größtenteils auf Us Händen.

(2):
O schwingt sich hoch (leicht abspringen oder hoch-ziehen) indem das Becken aufgerichtet wird und die Beine angehockt werden, Kopf Richtung Brust.

(3):
Erst wenn eine stabile Position gefunden wurde, streckt O langsam die Beine, Kopf gerade.
Abbau: O hockt Beine an und rollt runter
H: O an Oberschenkel greifen, oder Hüfte von O stabilisieren, punktuelle Korrekturen beim Ausbalancieren