BrainFit für den Job - Den Kopf in Schwung bringen

von Jörn Rühl, Diplom-Sportwissenschaftler

Wer beruflich viel leistet, muss auch mental auf der Höhe sein. Die dazu passende Übungszusammenstellung heißt "BrainFit für den Job" und wurde vom Deutschen Turner-Bund (DTB) gemeinsam mit der BARMER GEK entwickelt. Mit dem Programm "BrainFit für den Job" kann die geistige Fitness gesteigert werden. Kurze Übungen am Arbeitsplatz oder in der Pause verbessern Konzentrationsfähigkeit und Gehirnleistung. Spezielle Geräte sind nicht erforderlich.

Während der Arbeit läuft unser Gehirn auf Hochtouren. Gewohnheiten und Routinen verlangsamen diesen Prozess jedoch. Die Folge: Die Aufmerksamkeit schwindet, die Leistung lässt nach. Durch kleine Koordinations- und Bewegungsübungen, wie man sie in "BrainFit für den Job", der Aktivpause am Arbeitsplatz, vom Deutschen Turner-Bund (DTB) und der BARMER GEK findet, aktivieren Sie neue Kräfte. Die Nervenzellen werden stimuliert und das Gehirn mit frischem Sauerstoff versorgt. Ihre Gedanken erhalten einen Energieschub. Mit dem neuen Aufgaben-Mix lässt sich die Leistungsfähigkeit des Gehirns um ein Vielfaches steigern und zugleich wird die räumliche Wahrnehmung geschult.

Kreisen, Kreuzen, Werfen oder Schwingen, was simpel klingt, ist überaus effektiv und fördert das Gehirn gewaltig. Denn der Denkapparat wächst quasi an seinen Aufgaben. Hirnforscher versprechen sogar, dass das Lern- und Gedächtniszentrum im Kopf nach etwa einem Jahr fleißigen und regelmäßigen Gehirntrainings an Masse zugelegt haben wird. Denn durch das Training steigt der Sauerstoffgehalt im Gehirn, es kommt zu einer verstärkten Produktion von speziellen Proteinen und es sprießen neue Nervenzellen, welche sich im Gehirn zu neuen Synapsen - das sind Netzwerke, die für die Übertragung von Informationen zuständig sind - verknüpfen.
Je mehr gute "Anregungen" das Gehirn von außen bekommt, desto reger ist der "Datenaustausch" zwischen den beiden Gehirnhälften. Zwischen der linken, die vor allem für analytisches, logisches Denken und für die Steuerung der rechten Körperhälfte zuständig ist, und der rechten Gehirnhälfte, die sich für Emotionen und Kreativität und die Koordination der linken Körperhälfte verantwortlich zeichnet. Kurz gesagt: Es herrscht "Frühling" im Gehirn!

Der positive Effekt besteht allerdings nur so lange, wie die Nervenzellen etwas zu tun bekommen. Denn erst wenn dem Kopf immer wieder neue Bewegungsimpulse gegeben werden und er immer wieder neue Aufgaben bewältigen muss, entwickeln sich die Gehirnstrukturen weiter: Machen Sie täglich eine Bewegungspause mit: zwei bis drei Koordinationsübungen, jeweils zwei- bis dreimal für 20-30 Sekunden

Im Rahmen der Kooperation zwischen DTB und BARMER GEK besteht für Vereine und Übungsleiter die Möglichkeit über die regionalen "Berater Firmengesundheit" der BARMER GEK Kontakt zu Unternehmen aufzunehmen und im Rahmen besonderer Aktionen, z. B. bei Gesundheitstagen oder durch das Angebot von Aktivpausen am Arbeitsplatz, mit Firmen zu kooperieren. Die einfachste Form, Bewegungsmaßnahmen in ein Unternehmen zu bringen, sind genau solche Bewegungspausen am Arbeitsplatz, wie "BrainFit für den Job".

Weitere Informationen zur Kooperation DTB & BARMER GEK sowie zu "BrainFit für den Job" erhalten Sie über den DTB oder die BARMER GEK

 

Und so funktioniert's:

Fingerspiel

Die Finger berühren abwechselnd den Daumen. Beginnend mit dem Zeigefinger. Das Tempo wird langsam erhöht. Wenn das gut klappt, Übung einfach gegengleich ausführen. Die Finder der rechten Hand beginnen nun mit dem Teigefinger und die der linken Hand mit dem kleinen Finger. Nacheinander berühren die einzelnen Finger den Daumen. Auch hier wird das Tempo erhöht.

 

Kreisen

Im Einbeinstand wird der Unterschenkel des gehobenen Beins im Uhrzeigersinn gekreist. Gleichzeitig schreibt der seitengleiche Arm eine Sechs in die Luft. Mit dem Blick der Zahl folgen. Anschließend Unterschenkel gegen den Uhrzeigersinn kreisen und eine Neun zeichnen. Fortgeschrittene tauschen die Aufgaben. Ein Arm kreist im Uhrzeigersinn. Das seitengleiche Bein schreibt eine Sechs. Danach Arm gegen den Uhrzeigersinn kreisen und mit dem Unterschenkel eine Neun zeichnen.

Schwingen

Im Einbeinstand mit Bein und gegengleichem arm vor- und zurückschwingen. Seiten tauschen. Wer will, kann dabei auch die Augen schließen. Zur Steigerung das Bein mit dem seitengleichen Arm schwingen. Zunächst seitlich vom Körper weg und anschließend vor dem Körper her. Variation: Augen schließen.

 

Kreuzen

Auf dem Boden vier Felder von 1 bs 4 markieren. Mit rechts beginnend die Zahlenfelder in aufsteigender Reihenfolge durchlaufen. Anfangsbein wechseln. Nach einigen Durchläufen Zahlen tauschen und Übung wiederholen. Ist die Aufgabe zu einfach, Zahlen abwechselnd auf- und absteigend laufen. Links und rechts als Anfangsbein durchwechseln. Beispielsweise fängt das rechte Bein bei der aufsteigenden Zahlenfolge an und schließt wieder auf dem Quadrant Nummer 1. Dann beginnt der linke Fuß die absteigende Zahlenfolge und endet auch wieder auf der 1.

Werfen

Gleichzeitiges, paralleles Hochwerfen und anschließendes Fangen zweier Gegenstände. Hierfür eignen sich zum Beispiel Bälle, Radiergummis oder Taschentuchpackungen. Wer die Übung beherrscht, springt beim Hochwerfen in ein überkreuzte Beinstellung. Beim nächsten Hochwerfen wieder zurück in den Parallelstand wechseln. Seiten abwechseln.

 

Kreuzfangen und Kreuzwerfen

Gleichzeitiges, überkreuztes Hochwerfen und anschließend Fangen zweier Gegenstände. Auch hier eignen sich Gegenstände wie Bälle, Radiergummis oder Taschentuchpackungen. Nur die Gegenstände kreuzen in der Luft. Die Hände bleiben immer parallel. Zur Steigerung Gegenstände parallel hochwerden, Hände fangen in gekreuzter Armstellung. Variation: Anfänger- und Steigerungsübung im Wechsel.

Literatur:

  • Bischops, K., Gerards, H.-W. (2001). Koordinationstraining. Aachen: Meyer & Meyer Verlag.
  • Oberschachtsiek, B (2009). Jonglieren und mehr … Handbuch Bewegungskünste. Aachen: Meyer & Meyer Verlag, 2. überarbeitete Auflage.
  • Jasper, B. M. (2012). Brainfitness. Aachen: Meyer & Meyer Verlag, 3. überarbeitete Auflage.
  • Tittlbach, S., Kurz, G., Härtel, S., Rühl, J., Gräber, S., Brehm, W. & Bös, K. (2007).Physische Ressourcen. Stärkung von physischen Ressourcen im Gesundheitssport. Frankfurt: Deutscher Turner-Bund.
  • Voelcker-Rehage, C., Tittlbach, S., Jasper, B. M., Regelin, P. & Staudinger, U. M. (2012). Gehirntraining durch Bewegung. Frankfurt: Deutscher Turner-Bund.
  • Voelcker-Rehage, C., Tittlbach, S., Jasper, B. M. & Regelin, P. (2013). Gehirntraining durch Bewegung. Aachen: Meyer & Meyer Verlag.

 

Bilder: BARMER GEK