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Die Handgeräte für die Übungen können Sie im DTB-Shop bestellen.

Die Gymnastikreifen erhalten Sie z.B. ab 7,20€, die Tennisringe schon ab 4,40€.

DTB Ratgeber

Koordinationstraining mit Handgeräten


Neben den konditionellen Fähigkeiten Kraft und Ausdauer ist das Training der Koordination im Gesundheits- und Seniorensport zu einem zentralen Bestandteil geworden. Ob im Aufwärmen, als Hauptteil oder verpackt in einem Spiel zum Abschluss der Übungsstunde – das Training der koordinativen Fähigkeiten lässt sich im Stundenverlauf sehr variabel einsetzen. Neben dem primären Ziel der Förderung der Bewegungskoordination, haben insbesondere koordinative Spielformen einen hohen Motivationscharakter. Solche Spielformen stärken das Gruppengefühl und lockern die Übungsstunden auf.

Die Bedeutung der koordinativen Fähigkeiten bei sportlichen Betätigungen und im Alltag:

  • schnelleres Erlernen (sportlicher) Bewegungsfertigkeiten
  • Bewegungsfertigkeiten werden bei Situationsänderungen zweckmäßiger variiert
  • Ökonomisierung von Bewegungsabläufen
  • der Ermüdungsgrad sinkt
  • Erhöhung der allgemeinen Bewegungssicherheit (Sturzprophylaxe)
  • Erhaltung der Selbständigkeit und Mobilität bei älteren Menschen

Zur Gestaltung von Übungsprogrammen:

Damit Übungsprogramme entsprechende Trainingsanpassungen im Bereich der koordinativen Fähigkeiten auslösen können, sind folgende Trainingsinhalte notwendig:

  • Neue Bewegungen
  • Ungewohnte Bewegungen – z.B. nicht-dominante Hand benutzen
  • Komplexe Bewegungen – z.B. balancieren und dabei einen Ball hochwerfen und fangen
  • Einfache Bewegungen, die durch Variation und Kombination aufgerüstet werden – z.B. Ball hochwerfen und in die Hände klatschen


Keine Sportart und keine Bewegung kann alle koordinativen Fähigkeiten gleichmäßig schulen, ebenso kann keine koordinative Fähigkeit in reiner Form für sich geübt werden.

Kennzeichnend für eine „Methodik der Förderung koordinativer Fähigkeiten“ ist die Erzeugung von „Irritationen“ und von zusätzlichem Druck bei der Ausführung der Bewegungen.


Im nachfolgenden Praxisteil werden verschiedene Übungsformen gezeigt, die alleine, zu zweit und in der Gruppe durchgeführt werden können.

Übung 1:

Der Tennisring liegt vor der Teilnehmerin auf dem Boden. Diesen zieht sie mit dem Fußballen so hoch, dass der über dem Fuß hängt. Nun hebt sie den Fuß schnell an und versucht, den Reifen so nach oben zu katapultieren, dass sie den Tennisring mit den Händen fangen kann.

> Gleichgewichtsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Antizipationsfähigkeit

Übung 2

Der Tennisring wird von Partnerin A wie eine Frisbee der Partnerin B zugeworfen, so dass der Tennisring von Partnerin B durch aufstreifen auf den Unterarm gefangen werden kann.

> Reaktionsfähigkeit, Antizipationsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit

Übung 3

Die Teilnehmerinnen stehen hinter einer Linie und sind mit einem Stab und einem auf dem Boden liegenden Tennisring ausgestattet. Nun soll der Ring mit Hilfe des Stabes bis zu einer bestimmten Markierung (Linie auf dem Boden) oder zu einem bestimmten Ziel (z.B. Hütchen auf dem Boden) „geschlenzt“ werden. Dabei sollte der Tennisring so nah wie möglich an die Markierung/an das Ziel geschlenzt werden.

> Differenzierungsfähigkeit

Übung 4

Die Teilnehmerin rollt den Gymnastikreifen neben dem Körper, geht vorwärts und versucht, mit dem Fuß (der dem Gymnastikreifen am nächsten ist) durch den rollenden Reifen kurz auf die andere Seite des Reifens zu tippen.

> Reaktionsfähigkeit, Antizipationsfähigkeit

Übung 5

Partnerin A steht mittig in einem Gymnastikreifen, der von Partnerin B auf Bauchhöhe gehalten wird. Nun bewegt sich Partnerin A kreuz und quer durch den Raum und Partnerin B versucht, ihr mit dem Reifen so zu folgen, dass sie mit diesem ihre Partnerin nicht berührt.

> Reaktionsfähigkeit

Übung 6

Alle Teilnehmerinnen stehen mit einem Reifen verteilt im Raum. Auf Kommando werden alle Reifen gleichzeitig gezwirbelt. Nun bewegen sich alle Teilnehmerinnen durch die Halle und sind dafür verantwortlich, dass sich immer alle Reifen drehen und kein Reifen zu Boden fällt.

> Reaktionsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit

Übung 7

Der Stab wird am unteren Ende senkrecht vor dem Körper gehalten. Dann löst sich die Hand vom Stab und soll diesen erst wieder am oberen Ende zu fassen bekommen. Variation: wenn die Hand sich vom Stab löst, zuerst in die Hände klatschen, bevor der Stab am oberen Ende wieder gegriffen wird.

> Reaktionsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit

Literaturhinweis:

Schaller, H.-J./Wernz, P. (2000): Bewegungskoordination in der Lebensmitte. Aachen, Meyer & Meyer Verlag.

Schönthaler, S./Haack, C./Hofmann, H. (2008): Das Body PROGRAMM. (Interaktive CD-Rom). Version 2.0. Die besten Übungen für Kraft, Spiel, Beweglichkeit und Entspannung. Schorndorf, Karl Hofmann Verlag.