Bestellung

Diese Übungen und noch viele weitere Übungen, Anregungen und Praxisbeispiele finden Sie in

Standfest und Stabil - Kursmanual


Von Jörn Winkler und Petra Regelin (Hrsg.)

- 184 Seiten mit zahlreichen Farbfotos, Abbildungen und Tabellen
- Klappenbroschur, DIN A4
- Meyer & Meyer Verlag

Erhältlich unter
der ISBN 978-3-89899-708-9,
E-Book ISBN 978-3-8403-0838-3,
oder im DTB-Shop unter www.dtb-shop.de für 19,95 €.

Standfest und stabil in Alltagssituationen

Wenn im Alter die Bewegungssicherheit im Alltag nachlässt, steigt auch das Sturzrisiko. Daher müssen ältere Menschen die Gleichgewichtsfähigkeit, die Beinmuskelkraft und die Alltagsbewältigungskompetenz trainieren, um beim Bewältigen von Situationen im Haushalt, bei der Gartenarbeit und im Straßenverkehr "standfest und stabil" zu bleiben.

Aus: Kursstunde 9 - Training der Alltagssituation "Sturzrisiko Treppensteigen"

Bei älteren Menschen ist die Angst, zu stürzen, oft riesengroß, vor allem dann, wenn sie die Erfahrung eines Sturzes mit eventuell negativen Folgen, wie einem Hüftgelenksbruch, bereits einmal gemacht haben. Die daraus enstehende Angst, erneut zu stürzen, hat negative Folgen und führt oft in eine abwärts gerichtete Spirale: Man versucht, den nächsten Sturz zu vermeiden, wird unsicherer und schränkt sich sogar bei alltäglichen Bewegungen ein, um einem erneuten Sturz aus dem Weg zu gehen. Dieses Verhalten wiederum führt dazu, dass Fähigkeiten und Funktionen noch schneller abgebaut werden, da sie nicht mehr trainiert werden. Das heißt, der Körper erhält nur die Funktionen, die wir auch regelmäßig einsetzen und trainieren! So auch das Gehen auf einer Treppe. Um diese Alltagsbewegung angemessen trainieren zu können, kann man entweder eine im Umfeld der Halle vorhandene Treppe nutzen oder in der Sporthalle eine Treppe nachbauen.

Variante: Höhe der Treppenstufen und Trittfläche

  • Auf ein Step vorne auf- und hinten wieder absteigen.
  • Auf zwei Steps vorne auf- und hinten wieder absteigen.
  • Auf einen Kastendeckel auf- und wieder absteigen.
  • Auf zwei Kastendeckel auf- und wieder absteigen.
  • Auf einen Tritt mit Hilfestellung auf- und wieder absteigen.

Variante: Untergrund der Treppe

Die oben genannenten Höhenvarianten werden mit labilen Unterlagen kombiniert.

Aus: Kursstunde 11 - Training der Alltagssituation "Sturzrisiko Straßenverkehr"

Der Straßenverkehr - eine große Herausforderung mit einem enormen Sturzrisiko. Aktivitäten im Freien stellen grundsätzlich höhere motorische Anforderungen an die kognitive und motorische Leistungsfähigkeit als häusliche Aktivitäten. Im Straßenverkehr werden Orientierungsvermögen, posturale Kontrolle, eine gute Reizaufnahme und eine schnelle und zielgerichtete Reizverarbeitung besonders intensiv gefordert. Die Gefahren und Konsequenzen eines Sturzes sind im Straßenverkehr sehr groß. Dies erklärt den überproportional hohen Anteil von verunfallten älteren Menschen im Straßenverkehr, sowohl im Zusammenhang mit dem Autofahren als auch als Fußgänger oder Radfahrer.

Stellen Sie eine oder mehrere als risikoreich identifizierten Suituationen in der Sporthalle nach und lassen diese Situation von Ihren Teilnehmern in verschiedenen Varianten üben.

Exemplarisch wird eine methodische Übungsreihe zum Thema "Überqueren eines engen und vollen Zebrastreifens oder Fußgängerüberwegs" dargestellt.

In der Sporthalle wird diese Situation nachgebaut. Die Kursteilnehmer wechseln ihre Position - von der einen Hallenhälfte in die andere Hälfte (Zebrastreifen). Der Zebrastreifen wird mit elastischen Übungsbändern angedeutet.

Nun haben Sie als Kursleiter verschiedene Stellschrauben, mit denen Sie das motorische Beanspruchungsprofil bei dieser Aufgabe verändern können.

Variante: Geschwindigkeit

Sie lassen die Teilnehmer in unterschiedlichen Geschwindigkeiten den Zebrastreifen überqueren.

Variante: Zusatzaufgabe

  • Die eine Hälfte der Teilnehmer überquert den Zebrastreifen von links nach rechts, die andere Hälfte andersherum. Er herrscht also Gegenverkehr.
  • Beim Überqueren dem entgegenkommenden Partner die Hand schütteln.
  • Während des Überquerens einen Luftballon hochhalten.

Variante: Räumliche Enge

  • Sie engen die Breite des Zebrastreifens ein, verdichten damit die entgegenkommenden Kursteilnehmer.

Variante: Stolperfallen

  • Sie bauen Stolperfallen in Form von Teppichfliesen mit gummierter Unterseite (rutschfest) oder labile Unterlagen ein. Diese Stolperfallen dürfen nicht oder sollen dann beim nächsten Durchgang bewusst betreten werden.
  • Es werden höhere Stolperfallen in Form von Steps und labilen Unterlagen eingesetzt.

Gerne können Sie die Varianten Geschwindigkeit, Zusatzaufgabe, räumliche Enge und Stolperfallen miteinander kombinieren. Daraus ergeben sich unzählige Varianten, die je nach Konfiguration vollkommen unterschiedliche motorische Eigenschaften, wie Reaktionsgeschwindigkeit, Gleichgewichtstraining, Multi-Tasking-Training, trainieren.

Das Buch

Diese Übungen und noch viele weitere Übungen, Anregungen und Praxisbeispiele finden Sie in Standfest und Stabil - Kursmanual von Jörn Winkler und Petra Regelin (Hrsg.).
Erhältlich unter der ISBN 978-3-89899-708-9, E-Book ISBN 978-3-8403-0838-3 oder im DTB-Shop unter www.dtb-shop.de für 19,95 €.