Pipo Reihe „Hier bewegt sich was!“

Turnen macht schlau
Bildung soll heutzutage möglichst früh ansetzen, spätestens im Kindergarten. Dabei muss man jedoch beachten, dass kleine Kinder nicht lernen, indem man ihnen Wissen einpaukt. Je jünger Kinder sind, desto mehr sind sie beim Erwerb von Erkenntnissen auf Handlung, also auf Bewegung, angewiesen. Bis zum Ende der Grundschulzeit ist das Lernen über Bewegung für das Entstehen kognitiver Fähigkeiten von großer Bedeutung.

Deshalb stellen wir in diesem Pipo-Heft Bewegungsanregungen vor, die durch den kreativen Umgang mit Zahlen und Formen, Buchstaben und Wörtern spielerisch Lernanlässe schaffen.  Aber auch Spiele, die Konzentration und Merkfähigkeit fördern bzw. als bewegte Pause für Entspannung sorgen, kommen nicht zu kurz.

Erscheint voraussichtlich Mitte April 2013

Turnen macht schlau!

Viele Eltern haben heutzutage Angst, dass ihre Kinder etwas verpassen, wenn nicht spätestens im Kindergarten konkrete Bildungsangebote ansetzen. Häufig ist ihnen jedoch nicht bewusst, dass sich Lernprozesse im Kindesalter über Bewegung und Wahrnehmung vollziehen, über konkretes Handeln und den Einsatz der Sinne.
Das Verstehen abstrakter Begriffe wie Zahlen und Wörter (Geschwindigkeit, Entfernung, Schwerkraft ...) findet im Umgang mit greifbaren Mengen, Dingen oder Situationen statt. Schulanfänger nehmen z. B. beim Rechnen immer die Finger zu Hilfe, Schwerkraft nehmen Kinder zunächst über das Herunterspringen wahr. Beim Rollerfahren erfahren sie verschiedene Geschwindigkeiten, die Wirkung von Bremsen und Beschleunigung.
Im Grunde führt jedes kindliche Spiel, jede Bewegungserfahrung zu neuen Erkenntnissen über die Umwelt und deren Gegebenheiten. Dennoch haben wir Im neuen Pipo-Heft viele Spiele ausgewählt, die sich gezielt mit Buchstaben, Wörtern, Zahlen, Farben und Formen beschäftigen, um zu verdeutlichen wie Lernen und Bewegung zusammenhängt und um zu zeigen, wie man in der Turnstunde spielerisch Lernanlässe schaffen kann.
Einige davon möchten wir hier gerne vorstellen.

Formen bilden mit Seilen

Idee: Cornelia Franck
Material: Musik, ein Seilchen pro Kind
Jedes Kind erhält ein Seilchen. Die Kinder bewegen sich zur Musik mit den Seilchen durch die Turnhalle. Bei Musikstopp nennt die Übungsleiterin eine geometrische Figur, z.B. Quadrat. Die Kinder versuchen, diese mit ihrem Seilchen auf dem Boden zu legen. Nachdem die Übungsleiterin sich die Formen alle angesehen hat, beginnt die Musik von neuem. Beim nächsten Musikstopp wird eine andere Form genannt, z.B. Dreieck, Rechteck...
Nun wird es etwas schwieriger. Als nächstes werden Zahlen angesagt. Diese sollen so gelegt werden, dass sie erkennbar sind. Eine 3, 4, 5, oder eine 8…
Dann folgen Buchstaben. Können die Kinder mit einem einzigen Seil ein A legen? ein H? ein M?
Um den Schwierigkeitsgrad weiter zu erhöhen, werden Additionsaufgaben gestellt:
Legt das Ergebnis der Aufgabe  "4 + 3", "5 + 4", "13 - 8" …

Namensbild

Idee: Heike Schnoor
Material: Viele viereckige Papierblätter, Filzstifte
Die Übungsleiterin erklärt das Spiel: "Ihr bekommt nun Stifte und Papier, eure Aufgabe ist es eure Namen darauf zu schreiben. Auf jedes Papier nur ein Buchstabe. Wenn alle damit fertig sind schauen wir uns die Namen genauer an und legen ein Namensbild. Welcher Name passt wohin? Alle Namen müssen untergebracht werden!“
Ein tolles Spiel zur Stärkung des Gruppengefühls, mit Spassfaktor. Wir gehören alle zusammen… wir sind eine Gruppe!

„Rette sich wer rechnen kann!“

Idee: Marlies Marktscheffel
Material: Turnhallengeräte
Es werden Zahlen an bestimmte Orte oder Geräte gekoppelt, wie „25 = unter dem Basketballkorb“. Die Übungsleiterin ruft: „Rette sich wer rechnen kann: 20+5=?“. Die Kinder laufen unter den Basketballkorb.
Das Spiel kann mit und ohne Ausscheiden gespielt werden. Beim Ausscheiden nennt das Kind die neue Rechenaufgabe und kann dann bei der nächsten Runde wieder mit ins Spiel.
Variation: Fortbewegungsarten wechseln.

Namen in Bewegung

Idee: Cornelia Franck
Alle Kinder stehen im Kreis. Die Kinder nennen ihren Namen in Verbindung mit einem Adjektiv, welches mit dem Anfangsbuchstaben seines Namens beginnt.
Das erste Mädchen sagt z.B.: „Ich bin die liebe Lena" und lächelt dazu. Alle antworten ihr: „Sie ist die liebe Lena" und lächeln ebenfalls. Das zweite Kind sagt z.B.: „Ich bin der ernste Emil" und schaut dazu ganz ernst. Alle wiederholen den Satz des ersten Kindes und dann den Satz des zweiten Kindes. Also: „Sie ist die liebe Lena (lächeln). Er ist der ernste Emil (ganz ernst schauen)“. Als drittes kommt z.B.
 „Ich bin der starke Simon“ und zeigt dazu seinen Bizeps. Alle wiederholen der Reihe nach: „Sie ist die liebe Lena (lächeln). Er ist der ernste Ernst (ernst schauen). Er ist der starke Simon (Bizeps zeigen)“ usw.

Nicole Gebhardt, Dipl. Sportwiss., Redaktion Pipo-Reihe