Kontakt ZPP

Die Zentrale Prüfstelle Prävention erreichen sie unter:

0201 5 65 82 90
Mo.-Fr. 09:00 bis 17:00 Uhr

oder per Mail unter:

kontakt@zentrale-pruefstelle-praevention.de

Merkblatt ZPP

Alle Informationen dieser Seite finden sie auch zusammen gefasst in diesem Merkblatt zur ZPP.

Merkblatt ZPP (Stand 03/2015)

1. Was ist die Zentrale Prüfstelle Prävention?

Die Zentrale Prüfstelle Prävention prüft und zertifiziert Präventionskurse nach § 20 Abs. 1 SGB V und vergibt das Prüfsiegel Deutscher Standard Prävention in den vier Handlungsfeldern Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung/Entspannung und Suchtmittelkonsum. Die Prüfung basiert auf dem aktuellen Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes.

Die Zentrale Prüfstelle Prävention arbeitet im Namen und im Auftrag der Ersatzkassen, der Betriebs- und Innungskrankenkassen, der Knappschaft und der Landwirtschaftlichen Krankenkasse. Die beteiligten Krankenkassen bzw. deren Verbände sind hierzu eine Kooperationsgemeinschaft eingegangen und haben mit der Durchführung der Prüfungen die Team Gesundheit GmbH mit Sitz in Essen beauftragt. Weitere Krankenkassen können bei Interesse der Kooperationsgemeinschaft beitreten.

2. Ist der Deutsche Turner-Bund bei den Prüfungen der ZPP involviert?

Nein.

3. Was ist der Leitfaden Prävention?

Mit dem Leitfaden legt der GKV-Spitzenverband Handlungsfelder und Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und betrieblichen Gesundheitsförderung nach den §§ 20 und 20a des Fünften Buches des Sozialgesetzbuches (SGB V) vor, die für die Leistungserbringung vor Ort verbindlich gelten. Der Leitfaden bildet die Grundlage, die Versicherten dabei zu unterstützen, Krankheitsrisiken möglichst frühzeitig vorzubeugen und ihre gesundheitlichen Potenziale und Ressourcen zu stärken. Maßnahmen, die nicht den in diesem Leitfaden dargestellten Handlungsfeldern entsprechen, dürfen von den Krankenkassen nicht im Rahmen von § 20 und § 20a SGB V durchgeführt oder gefördert werden.

Den Leitfaden in der aktuellen Version (von 2014) finden sie hier. Interessant für Turn- und Sportvereine sind die Seiten 41-55.

4. Was ist ein Präventionsprinzip und was bedeutet das für die Anerkennung von Übungsleitern?

Dieser Begriff wird u.a. im Leitfaden Prävention verwendet. Vgl. S. 41 & 43. Angebote, die dem 1. Präventionsprinzip „Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivität“ zugeordnet werden können, können von der ZPP bewilligt werden, wenn der Übungsleiter die Lizenz „Sport in der Prävention“ + Qualitätssiegel Sport Pro Gesundheit/Pluspunkt Gesundheit.DTB + Einweisung in Gesundheitssportprogramm vorweisen kann. Angebotsbeispiel für dieses Präventionsprinzip: Rücken-Aktiv - Bewegen statt schonen, Nordic Walking, Cardio-Aktiv - Herz-Kreislauf Training für Jung und Alt etc.

Bei dem 2. Präventionsprinzip „Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme“  ist die Lizenz-Ausbildung nicht ausreichend. Hier wird ein staatlich anerkannter Berufs- oder Studienabschluss im Bereich Bewegung (z. B. Sport- und Gymnastiklehrer, Physiotherapeut, Sportwissenschaftler etc.) benötigt. Angebotsbeispiele, die von den Krankenkassen dem Präventionsprinzip „Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme“ zugeordnet werden: Pilates, Rückenschule, Beckenbodengymnastik, Osteoporosegymnastik.

5. Angebote aus dem Bereich Stressmanagement (z.B. Progressive Relaxation, Autogenes Training, Hatha Yoga, Tai Chi, Qigong)

Bewegungsangebote, die den Präventionsprinzipien

Förderung von Stressbewältigungskompetenzen (Multimodales Stressmanagement) oder Förderung von Entspannung (Palliativ-regeneratives Stressmanagement)

zuzuordnen sind, werden laut Leitfaden Prävention nur von Krankenkassen bezuschusst, wenn sie von Fachkräften aus dem Bereich der psychosozialen Gesundheit durchgeführt werden, die über einen staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschluss und einer jeweiliger Zusatzqualifikation verfügen.

vgl. Leitfaden Prävention ab Seite 59.

6. Stellt der Pluspunkt Gesundheit.DTB/Sport Pro Gesundheit eine automatische Anerkennung durch die ZPP/Krankenkassen dar?

Kosten für PLUSPUNKT GESUNDHEIT.DTB zertifizierte Kurse sowie Gesundheitssportkurse von Übungsleitern mit einer höherwertigen bewegungs- und sportbezogenen Berufsausbildung können von Krankenkassen bis zu 80% übernommen werden.

Krankenkassen sind jedoch nicht verpflichtet, Präventionsmaßnahmen zu fördern. Der Paragraph 20 SGB V und der Leitfaden der Krankenkassen zur Umsetzung ist eine "Kann"- und keine "Muss"-Regelung.

Eine direkte Förderung der Vereinsangebote durch die Krankenkassen ist nicht vorgesehen; vielmehr müssen sich die Kursteilnehmer der PLUSPUNKT-Angebote mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen, um die Kursgebühren eventuell erstattet zu bekommen.

Der PLUSPUNKT GESUNDHEIT.DTB/Sport Pro Gesundheit stellt die Mindestvoraussetzung dar, um für die Prüfung der Zentralen Prüfstelle Prävention zugelassen zu werden. vgl. Anbieterqualifikation im Leitfaden Prävention S. 41-55.

7. Gibt es eine regelmäßige Datenweitergabe zwischen DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) und der ZPP?

Ja, es gibt eine regelmäßige, automatische Datenweitergabe zwischen dem DOSB und der ZPP. Hierzu übermittelt der DTB immer zum 30. eines Monats die Pluspunkt-Daten an den DOSB. Der DOSB gibt die Qualitätssiegel-Daten von allen Sportverbänden (auch die Daten vom DTB) gesammelt an die ZPP weiter. Dabei wird ein Filter über die Angebotstitel gelegt, der von der ZPP erstellt wurde. Angebotstitel dieser Liste werden herausgefiltert und fließen nicht bei der ZPP ein. (Der aktuelle Filter liegt dem Deutschen Turner-Bund nicht vor. Bitte wenden sie sich bei Fragen zu den Schlagwörtern dieses Filters an die ZPP.)

Die Daten werden in einen Bereich der ZPP übertragen, der nur für die ZPP und die Krankenkassen sichtbar ist. Dieser Bereich nennt sich "Sport Pro Gesundheit". Weder die Vereine noch die Sportverbände haben hier Zugriff drauf. Alle Vereine, die wissen möchte, welche Angebote über die Schnittstelle übertragen wurden, müssen Kontakt zu einer Krankenkasse vor Ort oder ZPP aufnehmen.

Alternativ können sie auch bei der jeweiligen Krankenkasse unter der Angebotssuche von Präventionsmaßnahmen nach schauen. Dort finden sie auch die eingelesenen Pluspunkt-Angebote. Hier ist z. B. die Angebotssuche der DAK: http://17351.zentrale-pruefstelle-praevention.de/kurse/

8. Wie lange gilt die Schnittstellen-Regelung?

Die Schnittstelle zwischen dem DOSB und der ZPP ist im Moment eine Übergangsregelung. Eine langfristige Lösung ist bisher nicht gefunden.