Familien wandern

Neu erschienen: Die DTB-Broschüre „Familien wandern“ bietet zahlreiche Ideen, Anregungen und Beispiele für Familienwanderungen im Verein.

Das Projekt "Familien wandern" wurde durch den Innovationsfond des Deutschen Olympischen-Sportbundes im Jahr 2011 mit dem Thema „Familie und Sport“ gefördert. Das Ergebnis der Projektarbeit ist die neue, knapp 60-seitige Broschüre.

Themen u.a.:

  • Motive der Wanderer
  • Wirkungen und Effekte des Wanderns auf Körper, Psyche, Kopf und Gemeinschaft
  • Wandern als generationenübergreifendes Erlebnis
  • zahlreiche Ideen und praktische Beispiele aus Turnvereinen

Die DTB-Broschüre „Familien wandern“ können Sie hier kostenlos herunterladen. [PDF, 3MB]

Aus- und Fortbildungen

Wandern

Wandern gehört zum Turnen fast schon wie der Turnschuh und die Turngeräte. Denn Wandern ist eines der  traditionellen Angebote der DTB-Vereine. Solch eine "aktive, landschaftsorientierte Erholungsform zu Fuß", wie das der Sportwissenschaftler beschreiben würde, hat nicht bloß das Überwinden einer Wegstrecke von einem Punkt zum anderen als Ziel, sondern zeichnet sich durch ihren Erholungs- und Freizeitwert aus. Das Besondere daran: Im Verein kommt die Geselligkeit dazu! Spazieren und müßiggehen kann man allein, Wandern macht jedoch mehr Spaß in der Gruppe.

Wandern hat Tradition

Besonders gefördert wurde das organisierte Wandern von Gruppen im Verein durch den langjährigen Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft, den Arzt Dr. Ferdinand Goetz (1826 bis 1915) aus Leipzig. Er setzte sich lautstark für die gemeinsame aktive körperliche Bewegung an der frischen Luft ein. Kein Wunder, wurde er  doch von seinen Patienten auch "Töppchen-Doktor" genannt, weil er bei Hausbesuchen oft einen Blick in die Kochtöpfe seiner Patienten warf, um daraus gegebenenfalls Rückschlüsse auf Krankheitsursache und -verlauf  ziehen zu können. Zwei Gesundheitsfaktoren hielten von da an in den Turnvereinen Einzug: Bewegung und Ernährung. Die Übungsleiter in den Turn- und Sportvereinen dankten es ihm mit der Durchführung regelmäßiger  Wanderungen. Wenigstens einmal im Jahr, an Christi Himmelfahrt oder zu Pfingsten, machten sich die Vereine zu längeren Wanderungen auf, trafen dabei andere Vereine und erfanden so ihr er"GÖTZ"liches Wandern. Bis heute führen diese "Götz-Wanderungen" viele DTB-Vereine durch, anderenorts entstanden daraus die so genannten Gau-Wandertage oft mit Hunderten von Teilnehmern. Andere wiederum entwickelten die Idee des organisierten Wanderns weiter: Für sie wurde der jährliche Höhepunkt der von den Vereinen organisierte und durchgeführte "Erlebnistag Wandern", eine inzwischen bundesweite Aktion, die das Wandern an einem frei  wählbaren Tag im Jahr ins Zentrum des Vereinsgeschehens rückt. Seit 1987 propagieren dies der Deutsche Turner-Bund und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam und fördern damit das Bedürfnis nach "wanderbarer Erholung".

Wandern liegt im Trend

Doch die Turn- und Sportvereine blieben mit diesem Angebot nicht allein: Zwischenzeitlich wurde aus dem Wandern die beliebteste sportliche Aktivität in der freien Natur für die Deutschen. Fast 35 Millionen tun es in ihrer  Freizeit und im Urlaub. Die Gründe sind immer noch die Gleichen wie damals: Wandern bleibt erlebnisreich, gesund und gemeinschaftsfördernd! Und die Möglichkeiten, die Natur zu genießen, sind riesig. Allein neun Fernwanderwege mit einer Länge von 9.700 km verlaufen auf bundesdeutschem Gebiet. Insgesamt gibt es in Deutschland ein Netz von 190.000 Kilometern markierter Wanderwege. Und gemeinsam mit dem Vereinswanderwart kommen wöchentlich neue Wege und Routen dazu. Dafür sind diese schließlich vom DTB und seinen Landesturnverbänden geschult worden. Jährlich organisieren diese in Vereinen und mit Vereinen des DTB für viele Menschen gemeinsame Wanderungen. Im letzten Jahr immerhin über 16.000 bei mehr als 150 Gau- und Landeswanderungen. Und fast eine Million Menschen dürfte der DTB durch seine Vereine bei  Vereinswanderungen und in Wanderfreizeiten Jahr für Jahr bewegen. Organisiertes Wandern im Verein: erprobtes Bindungsmittel der Vereine. Es lohnt sich also für Mitglieder und den Verein gleichzeitig.

Wandern im Verein neu entdecken

Noch erreichen die Vereine nicht alle Zielgruppen mit dem Wandern. Denn ein Großteil dieser Angebote scheint überwiegend nur noch von den Älteren im Verein angenommen zu werden. Andere Altersgruppen lassen sich damit zu wenig motivieren. Das bestätigt auch eine große wissenschaftliche Untersuchung der Universität Marburg, wonach sich eine unübersehbare "Überalterung im organisierten Wandern" fortsetzen dürfte. Mit großen regionalen Unterschieden scheinen klassisch geführte Wanderungen im negativen Trend zu verharren. Dabei, so die Universität Marburg, gebe es jedoch höchst positive Tendenzen beim individuellen Wandern, dem Wandern im Freundes- und Familienkreis und bei zielgruppenorientierten Angeboten. Und es änderten sich damit auch allmählich die Erwartungen der Interessenten: Im Zeichen wachsender Individualisierung in der Gesellschaft und der Neigung zu genussvollen Tätigkeiten entstand ein "neues Wanderpublikum" in und außerhalb unserer Vereine.

Auch die Fortbewegungsweise änderte sich: Aus dem Spazierengehen war "richtiges" Wandern geworden, im Gebirge anstrengendes Bergwandern gar, über große Strecken das anspruchsvolle Trekking und mit erhöhter Geschwindigkeit das Walking. Mit dem Aufkommen von sportlichen Trends verschoben sich auch die Akzente im Wandern in Richtung Eventorientierung und raschem Wechsel der Formen mit dem Ziel, alte Bewegungsformen zu "entstauben".

Modernes Wandern

Hier setzt der DTB mit seinen Verantwortlichen für das Wandern an, die nicht mehr nur die Älteren anlocken wollen und nicht mehr nur feste, geführte Gruppen als Zielgruppen haben. Sie sollen auch für weitere Alters- und Zielgruppen attraktiv werden. Denn gerade jüngere Erwachsene entdecken zur Zeit in verstärktem Maße das Wandern für sich. Öffentlichkeitswirksame "Events" für Wanderer und interessante Highlights auch jenseits der Deutschen Turnfeste sollen hierzu verfolgt werden.

Die Wanderaktivitäten in DTB-Vereinen und durch DTB-Verantwortliche werden also in Zukunft auch für den eher sportlich motivierten Wanderer attraktiver werden: z. B. durch "Fit-Wandern" oder "Basic-Wandern" – neue Wanderkonzepte zu "Wandern als sanfter Natursportart" oder "Walking mit dem DTB" sind gefragt. Hier ist eine Ausbalancierung nötig zwischen "sanftem Natursport", ohne aber eine "Kilometerbörse" zu werden. Für den eher an Wellness orientierten Wanderung- und Fitnessinteressierten greifen dann mehr die Genusswandern- und "Wandern tut mir gut"-Ideen und für jene Wanderinteressierten, die stärker an kompensatorischen Angeboten Interesse haben, z. B. notwendige "Relaxt Wandern"-Ideen. Diese bieten viel gegen den Stress, schützen vor Bewegungsarmut und sozialer Kälte und wirken psychisch entlastend. Wie bei allen Wanderangeboten wird dabei gleichzeitig auch noch gemäßigt Ausdauer trainiert. Wunderbar wanderbar!

Auf viel Erfahrung im DTB kann schon heute das Wandern mit Familien zählen, wo es an Ratschlägen und Angeboten für und mit den Familien der DTB Vereinsmitglieder nicht mangelt. So binden unsere Vereine neue und alte Freunde des Wanderns an den DTB und seine Vereine zum gegenseitigen Nutzen. Gleichzeitig verdeutlichen unsere Übungsleiter und Betreuer damit die Kompetenz des DTB in Sachen Wandern von der Vereins- bis zur Bundesebene.

Unser Eindruck: "Wandern im DTB" ist eine klasse Marke unserer Vereine!