Herz- Kreislauftraining

Herz-Kreislauf-Training bzw. präventives Ausdauertraining stellt die wichtigste Komponente in der Vorbeugung von Bewegungsmangelkrankheiten dar und ist gemessen an der Häufigkeit des Auftretens von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Bevölkerung ein unverzichtbares Interventionsmedium für die Förderung der Gesundheit. Zentrale Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Bluthochdruck, erhöhter Blutfettspiegel, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress. Ein Ziel der hier vorgestellten Gesundheitssport-Angebote ?Cardio-Fit? und ?Walking? ist das Vermeiden von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch eine präventive Bekämpfung der Risikofaktoren und den Aufbau von Schutzfaktoren. Es ist z. B. bewiesen, dass erhöhter Blutdruck bei regelmäßig sportlich Aktiven deutlich geringer ist als bei Inaktiven. Bewegung gilt somit als ?Rundum?- Schutzfaktor.

Das Herz-Kreislauf-System
Das Herz-Kreislauf-System besteht aus mehreren Organen, die man als funktionale Einheit betrachten kann: zum einen aus dem Herzen
als ?Antrieb? für den Blutstrom, zum anderen aus den arteriellen und venösen Gefäßen und den durch Blut durchflossenen inneren Organen
(z. B. der Magen-Darmtrakt oder die Muskulatur usw.) und der Lunge. Man unterscheidet weiterhin einen großen und einen kleinen Blutkreislauf.

Aus seiner linken Herzkammer pumpt das Herz das Blut durch die arteriellen Gefäße des großen Blutkreislaufes bis hin zu den kleinen und kleinsten Blutgefäßen in der Peripherie des Körpers. Über das sogenannte venöse Gefäßsystem strömt das Blut zurück zum rechten Herzen, von dort über den kleinen Lungenkreislauf wieder zur linken Herzkammer.

 

Herz-Kreislauf-System

Das Herz-Kreislauf-System enthält pro kg/Körpergewicht ca. 70 ml Blut, d. h. ca. fünf Liter Gesamtblutvolumen bei 70 kg und 3,5 l bei 50 kg Körpergewicht, wobei sich ca. 10% in der Lunge und mehr als 60% im venösen Gefäßsystem befinden. Der Parameter für die Leistungsfähigkeit des Herzens als Kernelement des Herz-Kreislauf-Systems ist das Herzzeitvolumen als Produkt aus Herzfrequenz (Anzahl der Herzschläge/Minute) und dem Schlagvolumen (Blutmenge pro Herzschlag). Durch körperliche Aktivität lässt es sich von seinem Ruhewert (etwa 5 Liter pro Minute) bei einem Untrainierten um das fünfache und bei einem Hochausdauertrainierten auf das acht bis neunfache steigern. Dabei verteilt es sich je nach Wichtigkeit lebenserhaltender Funktionen und momentanem Bedarf auf die im großen Blutkreislauf parallel geschalteten Organe wie Gehirn, Herzmuskel, Muskulatur, Magen-Darm-Trakt, Niere und Haut.

Die Regulation des Herz-Kreislauf-Systems, die eine Mindestdurchblutung der Organe sichert, findet in der Körperperipherie statt, z. B. durch die Ausweitung der Gefäße durch örtliche, nervale oder hormonale Reize. Bestimmte Bereiche im Gehirn regeln die zentralen Kreislauffunktionen über Rezeptoren, die die Signale in der Peripherie aufnehmen und weiterleiten. So werden beispielsweise plötzliche Blutdruckänderungen über dieses Informationssystem stabilisiert.

Mit Blick auf die Gesunderhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit ist die allgemeine Ausdauer die herausragende motorische Fähigkeit neben Kraft, Beweglichkeit und den koordinativen Fähigkeiten, da sie die umfassendsten Wirkungen auf die Gesundheit hat.

Nur das allgemeine Ausdauertraining bewirkt diese universellen Anpassungsreize auf die beschriebenen Funktionssysteme. Von allgemeiner Ausdauer spricht man, wenn mehr als 1/6 der gesamten Körpermuskulatur beansprucht werden. Dies entspricht etwa der Muskelmasse eines Beines. Für ein präventives Ausdauertraining ist es also wünschenswert, möglichst viele Muskelgruppen einzusetzen, um möglichst ökonomisch optimale Wirkungen auf die Funktionssysteme zu erhalten. Dynamische Ausdauersportarten wie Laufen, Jogging, Walking, Skilanglauf, Schwimmen oder Radfahren usw. sind somit die idealen Angebotsformen des Herz-Kreislauf-Trainings.

Herz-Kreislauf-Training spielt bei der Prävention chronischer Erkrankungen eine bedeutende Rolle, da das durch sportliche Ausdauerbewegungen aktivierte Herz-Kreislauf-System alle lebenserhaltenden Prozesse präventiv beeinflusst. Aufgrund vielfältiger wissenschaftlicher Studien gilt präventives Ausdauertraining sogar als Schutzfaktor vor Herz-Kreislauferkrankungen.