Joeline Möbius im Porträt

"Turnküken" auf dem Weg nach oben

Die Chemnitzerin Joeline Möbius gilt seit langem als großes Talent des DTB. Im Jahr 2005 holte sie sich vier Deutsche Meistertitel in ihrer Altersklasse und übertraf diesen Erfolg zwei Jahre später mit fünf ersten Plätzen bei der DJM. Im Team ist sie stets eine zuverlässige Turnerin, was sie bei den Jugend Europameisterschaften im griechischen Volos 2006 beeindruckend mit der Bronzemedaille bewies.

2007 schaffte die heute 17-Jährige den Sprung ins Senioren-Team und damit zur Weltmeisterschaft im eigenen Land. Bei ihrem WM-Debüt imponierte Möbius mit Nervenstärke und Beständigkeit am Boden. 2008  war das große sportliche Ziel der Limbacherin erreicht die Olympischen Spiele: "Mein größter Traum war eine Teilnahme bei Olympia."

Joelines Traum wird wahr

Noch im April 2008 konnte die Chemnitzerin aufgrund einer Fußverletzung bei den Europameisterschaften in Frankreich das Team-Finale nicht turnen. Doch bereits fünf Wochen später zeigte sie als Sechste im Mehrkampf bei der 1. Olympiaqualifikation in Berlin, dass sie unbedingt das Ticket nach Peking lösen wollte. Und Joelines Traum von Olympia wurde wahr! Als erste Turnerin aus Chemnitz war sie bei den Weltspielen dabei. "Es war natürlich eine große Ehre, aber auch eine große Verantwortung im Team zu sein, darum war es mein Ziel, die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen", erzählt die Bodenspezialistin.

Trotzdem Möbius mit ihrer eigenen Leistung für das Team zufrieden sein konnte, reichte es für das deutsche Team nach einer durchwachsenen Qualifikation nicht, ins olympische Finale einzuziehen. Bei den Deutschen Meisterschaften 2009 konnte Joeline wegen einer erneuten Fußverletzung nur am Balken an den Start gehen, bewies Willenskraft und siegte!

"Linis" Stärke ist ihre Zielstrebigkeit


Mit fünf Jahren fand die Schülerin eines Sportgymnasiums den Weg zum Gerätturnen. "Meine Eltern waren beziehungsweise sind beide Turntrainer im männlichen Bereich und haben mich oft mit in die Halle genommen" so Möbius. Erfolgreich durchlief die DTB-Turn-Talentschule TuS Chemnitz-Altendorf, in der sie seit 2005 auch lebt, unter der Leitung ihrer Trainerin Gabriele Frehse. "Mit meiner Trainerin Gabi verstehe ich mich sehr gut. Sie hat mich immer gut vorbereitet, sodass ich zum richtigen Zeitpunkt fit war. In Wettkämpfen gibt sie mir viel Vertrauen", sagt die 1,52 m große DTB-Athletin.

"Lini" beschreibt ihre größten Stärken in ihrer guten Konzentration und Zielstrebigkeit. Als Spezialistin am Boden und Schwebebalken, möchte sie ihr schwächeres Gerät Stufenbarren verbessern, damit sie selbst nicht mit sich unzufrieden sein muss. "Durch den Sport weiß ich, wie prägend und hilfreich Ehrgeiz, Konzentration und Anstrengungsbereitschaft sind."

"Wir sind ein prima Team"

Als sportliches Vorbild nennt Joeline die rumänische Mannschafts-Europameisterin Steliana Nistor: "Sie ist eine sehr gute Turnerin, ist aufgeschlossen und freundlich." Neben dem Turnen geht die Schülerin gerne Radfahren und Inline skaten. Ihre Ruhe findet Joeline beim Lesen und Musikhören. Mit ihrer älteren Schwester (19 Jahre) versteht sie sich sehr gut: "Früher hat sie auch geturnt, jetzt tanzt sie in einem Stück am Annaberger Theater (Ballett). Leider sehen wir uns selten".

Die Motivation für den Turnsport schöpft Joeline Möbius aus ihren sportlichen Erfolgen und ihren Freunden. Ihr Motto lautet daher: "Ich turne, weil es immer neue Herausforderungen gibt und es einfach Spaß macht." Im Team von Cheftrainerin Ulla Koch wird "Lini" von allen Teamgefährtinnen unterstützt, jede auf ihre Art. "Ich denke, wir sind ein prima Team und verstehen uns alle sehr gut."