Robert Juckel im Porträt

"Der Gelassene"

Der Cottbuser Turner Robert Juckel gehört seit mehr als zehn Jahren zu den besten deutschen Turnern. 2008 fuhr der heute 28-Jährige neben Thomas Andergassen und Fabian Hambüchen zum zweiten Mal nach Athen 2004, wo er im Team den achten Platz belegte, zu den Olympischen Spielen nach Peking. In seiner sportlichen Laufbahn nahm Robert bereits an fünf Europa- und vier Weltmeisterschaften teil und erzielte im Team seine größten Erfolge: den WM-Bronzerang 2007 und die EM-Silbermedaille 2008.

Die Familie hat die turnerische Karriere des 1,68 Meter großen Athleten immer unterstützt. "Ohne meine Eltern würde ich heute nicht hier stehen. Sie haben mich auch in weniger erfolgreichen Zeiten immer motiviert und vorangetrieben", so der DTB-Athlet. Die ersten Erfolge sammelte der Pauschenpferd-Spezialist im Verein des SC Cottbus, bereits 1998 holte Robert Juckel seinen ersten Deutschen Jugendmeistertitel am Reck. In der Bundesliga startet der mehrfache Deutsche Meister für die Lausitzer und wurde im Jahr 2007 mit dem Verein zum siebten Mal Deutscher Meister.

Schritt für Schritt

Im Jahr 2000 verpflichtete sich Juckel für acht Jahre als Zeitsoldat in der Sportfördergruppe der Bundeswehr, um sich ganz auf das Turnen konzentrieren zu können. Ende 2002 wechselte der DTB-Sportler nach Stuttgart ins Kunstturnforum der Schwaben. Unter der Leitung von Gunter Schönherr trainiert der Cottbuser mit seinen Turn-Team-Kollegen Thomas Andergassen und Marcel Nguyen.

Der ruhige Stabsoffizier, der eng mit dem Cottbuser Ronny Ziesmer befreundet ist, sammelte bei Europa-, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen viele Erfahrungen und Eindrücke, die ihn "Schritt für Schritt denken lassen". "Ich bin 26 und seit zehn, zwölf Jahren im Geschäft - das schlaucht auf Dauer unheimlich. Ich möchte noch mal mein Olympia erleben, dafür alles aus mir rausholen und meinen Teil dazu beitragen, dass wir auch als Team erfolgreich sind", erzählte der Wahl-Fellbacher vor Peking.

Zweites Standbein schaffen

"Von ihm kann ich mir vor allem die Gelassenheit abschauen", sagt Philipp Boy über seinen Teamkollegen des Turn-Team Deutschland und beim SC Cottbus. Zusammen beginnen die beiden Turner nach den Olympischen Spielen im August eine zweieinhalbjährige Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Spree-Neiße. "Peking wird noch einmal ein echtes Highlight für mich. Danach verschieben sich aber die Prioritäten und ich konzentriere mich auf meine Berufsausbildung", sagt der Mannschaftssprecher des Turn-Teams, der seinen Umzug vom bisherigen Trainingsort Stuttgart zurück nach Cottbus bereits organisiert hat.

Ski und Radfahren zählen zu Roberts Hobbys. Ansonsten verbringt er die knapp bemessene Freizeit am liebsten mit Freundin Anja oder der Familie im heimischen Cottbus. Anja und Robert kennen sich seit acht Jahren, "als Tänzerin weiß sie genau, was der Sport für mich bedeutet", so der Vize-Europameister von Lausanne.

"Ich richte mein Augenmerk nach Peking auf die Ausbildung, um mir ein zweites Standbein neben dem Turnen zu verschaffen. Trotzdem will ich aber weiterhin auf internationalem Niveau turnen und mich auch bei Worldcup-Turnieren präsentieren", erklärte der WM-Dritte aus Stuttgart. Juckel will weiterhin für den SC Cottbus in der Bundesliga turnen und noch einige Male beim heimischen "Turnier der Meister" in Cottbus antreten.

"Lebe deinen Traum", lautet sein Lebensmotto, was in diesem Jahr die Olympischen Spiele in Peking waren, wo er sehr guter Vierter mit der Mannschaft geworden ist.