Bewegung fördert: Soziale Entwicklung im Kindesalter

Beim Spielen mit- und gegeneinander sammeln Kinder wichtige soziale Erfahrungen. Sie treten mit Gleichaltrigen in Kontakt, lernen sich durchzusetzen oder nachzugeben, Absprachen zu treffen, Kompromisse zu finden und sich gegenseitig zu helfen. Sie streiten sich, versöhnen sich, erleben "Siege", müssen "Niederlagen" hinnehmen und mit beidem adäquat umgehen.

Im Spiel mit Gleichaltrigen erwerben Kinder Regelverständnis, Kontakt- und Kooperationsbereitschaft, Toleranz und Rücksichtnahme, Konfliktfähigkeit sowie soziale Sensibilität. Dies sind soziale Fähigkeiten, die als Schlüsselqualifikationen für das Leben in der Gesellschaft, für die Entwicklung von Körper, Geist und Seele von entscheidender Bedeutung sind.

Die Beziehungsstrukturen innerhalb einer Gruppe von Kindern werden auch von den Bewegungsmöglichkeiten der einzelnen Kinder bestimmt: Kinder mit schlechter Mororik sind häufiger Außenseiter in Gruppen als Kinder mit normal oder gut entwickleter Motorik.

Kinder mit Bewegungseinschränkungen können bei vielen Bewegungsspielen nicht mithalten und schmälern deshalb bei Mannschaftsspielen die Gewinnchancen ihrer Mannschaft. Indem sie unangenehmen Spiel- und Wettbewerbssituationen meiden, entziehen sie sich auch dem Miteinander in der Gruppe. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, sind Übungsleiter/innen aufgerufen, ihre Bewegungsangebote inklusiv zu gestalten, um allen Kindern die Teilhabe zu ermöglichen.