Alltagsmaterialien

Wer denkt schon an Bewegung, wenn von Alltagsmaterialien die Rede ist? Dabei sind gerade die Dinge des täglichen Lebens eine wahre Fundgrube für bewegte Spielideen. Materialien wie Kreppbänder, Bierdeckel, Tücher, Zeitungen, Wäscheklammern, oder auch ein Zollstock aus der Werkzeugkiste sind ideale Spielgeräte, da mit ihnen ein bestimmter Spielzweck nicht vorgegeben ist.

Im Gegensatz zu "normalem" Spielzeug, das oft ganz speziell für eine bestimmte Spielidee konstruiert ist, kann universellem Spielzeug wie Alltagsmaterialien fast jede Bedeutung gegeben werden. So werden im Spiel aus Bierdeckeln fliegende Ufos, ein Labyrinth, oder Gepäck zum Beladen eines Esels. Sie werden sich wundern, wie viel Kreativität Kinder im Umgang mit Alltagsmaterialien entwickeln.

Zollstockhaus
Zwei Zollstöcke werden in der Mitte im 9O°-Winkel abgeknickt und als "Pyramide" senkrecht übereinander gestellt. Die Kinder probieren, in die Pyramide hineinzukriechen und sich wieder herauszuwinden, ohne die Zollstöcke umzureißen.
Mit den Zollstöcken lassen sich noch weitere Spielideen ausprobieren:

  • über den gradlinigen oder Zick-Zack liegenden Zollstock balancieren
  • über den Zollstock ein- und beidbeinig hüpfen
  • zwei Zollstöcke parallel als "Graben" legen, den es zu überspringen gilt
  • den Zollstock in die Höhe halten, sodass eine Hürde entsteht, die übersprungen oder unter der durchgekrabbelt werden kann
  • eine Bahn für Murmeln aus den Zollstöcken legen

Bierdeckel balancieren
Kinder und Eltern probieren, einzelne Bierdeckel auf verschiedenen Körperteilen zu balancieren, z.B. auf der Hand, dem Fuß, dem Kopf.
Wer schafft es, mehrere Bierdeckel gleichzeitig zu balancieren?

Fliegende Bierdeckel
Mutter oder Vater halten mit ihrem Kind ein gespanntes Handtuch, auf dem ein Bierdeckel liegt. Zum Fliegen kommt der Bierdeckel, wenn beide das Handtuch schütteln.
Zusatzaufgabe: Der Bierdeckel muss wieder auf dem Handtuch landen.
Lustig wird es, wenn viele Bierdeckel gleichzeitig fliegen. Sie können auch fliegen, wenn sie wie eine Frisbeescheibe geworfen werden.
Variation: Auf einen Stuhl oder auf die oberste Stufe einer Treppe stellen und von dort werfen.
Zusatzaufgabe: Versuchen, ein vorher vereinbartes Ziel zu treffen.

Bändertanz
Für die Bänder weden aus Stoff oder Krepp-Papier Streifen geschnitten, die zusätzlich an einen Stock gebunden werden können. Zu einer schönen, flotten Musik wird sich einfach nach Lust und Laune bewegt und mit den Bändern Figuren in die Luft "gemalt". Wer eine langsame und eine schnelle Musik von einer Kassette wählt, kann immer wieder das Tempo verändern.

Klammern klauen
Eltern und Kinder bekommen jeder sechs Wäscheklammern an die Kleidung geheftet. Jetzt gilt es, die eigenen Wäscheklammern zu verteidigen und die der anderen Mitspieler abzunehmen und sich selbst anzuhängen. Wer nach einer vorher vereinbarten Zeit die meisten Klammern hat, wird Klammerkönig/in und bekommt zur Belohnung alle restlichen Klammern angesteckt.

Labyrinth
Eltern und Kinder verteilen Bierdeckel im Zimmer, so dass jeweils eine Fußbreite Abstand bleibt. Gemeinsam werden folgende Aufgaben ausprobiert:

  • zwischen den Bierdeckeln gehen, ohne einen zu berühren
  • dabei hüpfen oder rückwärts gehen
  • beim Gehen die Augen zuhalten
  • Eltern und Kinder halten sich an der Hand und gehen zu zweit durch das Labyrinth
  • das Kind läuft vor, die Eltern folgen ihm durch das Labyrinth
  • Mit Bierdeckeln lassen sich auch sehr gut Straßen, Häuser und vieles mehr bauen.

Packesel
Ein Kind ist der "Packesel" und kriecht auf allen Vieren. Eltern oder Geschwister legen ihm viele Bierdeckel auf den Rücken und der Esel muss nun voll beladen einen Parcours durch die Wohnung zurücklegen, ohne die "Last" verlieren.

Krokodilspiel
Durch das Zimmer wird eine Schnur in ca. 20 cm Höhe gespannt, an die alle Mitspieler je fünf Wäscheklammern als "Krokodilfutter " befestigen. Die Krokodile holen sich auf dem Bauch robbend ihr "Fressen" (mit den Händen oder mit dem Mund) und bringen es zu einem vorher bestimmten Futterplatz. wer als Erster sein ganzes Futter gesammelt hat, ist das "Oberkrokodil".

Perlenkette
Die Kinder müssen aus dem Zimmer gehen. Die Eltern verstecken nun für jedes mitspielende Kind zehn gleichfarbige "Perlen" (Wäscheklammern), d.h. sie befestigen sie an Decken, Vorhängen, Polstern. Die von den Kindern gefundenen Perlen werden gesammelt und zum Abschluss an eine "Halskette" (Halstuch, Handtuch) gesteckt.

Wind über dem Meer
Die Familie hält ein Bettlaken gespannt, das heftig geschüttelt wird. Stellt euch vor, das Bettlaken ist das Meer und der Wind erzeugt die Wellen auf dem Wasser. Bei Flaute haltet ihr des Tuch ganz still, bei einer sanften Brise wird es ein klein bisschen bewegt und bei Sturm so viel ihr wollt.
Variation: Tischtennisbälle auf das Laken legen.

Schiff im Hafen
Die Kinder halten ein Bettlaken gespannt. Auf das Laken werden ein "Hafen" (Tennisballdose, Kaffeedose) und ein "Schiff" (Tischtennisball, Tennisball) gelegt. Es gilt, das Schiff, das auf dem "Meer" fährt, in den Hafen zu lotsen, indem das Tuch leicht geschüttelt wird.

Hundeschlitten
Für dieses Spiel wird ein glatter Bodenbelag (Parkett, Fliesen) benötigt. Ein Kind ist der Hundeschlittenfahrer, die Eltern oder Geschwister sind die Schlittenhunde. Der Fahrer sitzt auf seinem "Schlitten" (Bettlaken) und wird von den Schlittenhunden durch den Schnee gezogen.

Tauziehen
Ein Laken wird zum Tau zusammengedreht und die Familie teilt sich in zwei Mannschaften. In der Mitte liegt eine aufgefalltete Zeitungals "Graben". Jede Partei versucht, die andere in den Graben zu ziehen.

Murmelbahn
Eine Murmel wird in ein Heulrohr gelegt und kann nun durch Hin- und Herbewegen des Rohres rollen. Dabei erzeugt sie herrliche Geräusche. Werden mehrere Heulrohre aneinander gelegt, entsteht eine Murmelbahn, an deren Ende die Murmel z.B. in ein Gefäß fallen kann. Eine Kreisbahn entsteht, wenn das Rohr mit einer Murmel gefüllt zu einem Kreis gelegt und mit Klebeband umwickelt wird. Durch kerisförmige Bewegungen beginnt die Murmel rundherum zu kullern.

Heultöne
Wird ein Heulrohr schnell gedreht, ensteht ein Heulton. Je schneller die Drehung, desto höher der Ton. Die Kinder versuchen, abwechselnd hohe und tiefe Töne zu produzieren. Variation für ältere Kinder: Eine bekannt Melodie auf dem Heulrohr spielen.

Telefonieren
Mutter oder Vater stehen ihrem Kind gegenüber und jeder hält ein Heulrohr abwechselnd an Ohr und Mund zum "Telefonieren".