Wahrnehmungsspiele

Spiele, die Tast-, Seh- und Hörsinn trainieren, können z.T. sehr gut mit Bewegungs- aufgaben verbunden werden. So lernen Kinder spielerisch und mit Bewegung kombiniert, Sinnesreize zu differenzieren und wichtige Informationen von unwichtigen zu unterscheiden. Nach den unten vorgestellten Beispielen lassen sich auch traditionelle bewegungsarme Wahrnehmungsspiele "aufpeppen".

Steine sortieren (Farbdifferenzierung)
Verschiedenfarbige Bauklötze oder Legosteine werden in der Mitte eines Zimmers auf einen Haufen gelegt und sollen nun nach Farben sortiert werden. Für jede vorhandene Farbe werden Behälter (Eimer, Kiste, Korb) mit möglichst großem Abstand im Raum verteilt aufgestellt.

Was fehlt? (optische Merkfähigkeit)
Etwa sechs verschiedene Alltagsgegenstände (Löffel, Wäscheklammer, Murmel, Lego, Joghurtbecher usw.) werden auf den Boden gelegt. Nachdem sich die Kinder diese Gegenstände ganz genau angesehen haben, nehmen die Eltern ein bis zwei Materialien heraus, während die Kinder die Augen schließen. Was fehlt?

Schattenfangen
Ein Kind läuft frei in der Wohnung umher, Eltern oder Geschwister müssen Schatten spielen und ihm dicht auf den Fersen bleiben.

Gegenstände raten (Materialerfahrung)
Verschiedene Alltagsmaterialien (Schlüssel, Löffel, Bauklotz, Igelball, Tischtennisball, Murmel, Stift usw.) liegen unter einem Bettlaken und sollen durch Ertasten erraten werden. Hilfestellung: Wie fühlen sich die unterschiedlichen Dinge an?

  • warm/ kalt
  • rau/ glatt
  • weich/ hart
  • groß/ klein
  • angenehm/ unangenehm
  • usw.

Pferd und Reiter
Ein Kind spielt das Pferd und hat ein Seil um den Bauch gelegt, das vom "Reiter" (einem Elternteil) gehalten wird. Der Reiter lenkt durch das Seil das Pferd durch die "Prärie" (Zimmer, Wohnung, evtl. Hindernissparcours).
Seil rechts oder links ziehen = in die jeweilige Richtung laufen
beide Seile anziehen = stehenbleiben
beide Seile schütteln = loslaufen
Variation: Rollentausch

Schlangenkönig (Figur-Grundwahrnehmung)
Ein Kind oder Erwachsener zieht ein Seil schlängelnd hinter sich her durch die Wohnung. Der jeweilig andere versucht, der "Schlange" auf den Schwanz zu treten.

Fußparcours (Fußwahrnehmung)
Unterschiedliche Materialien werden hintereinander zu einer Straße ausgelegt. Hierfür eignen sich: Fußabtreter, Handtür, zusammengekringeltes Seil, Karton mit Murmeln, Plastiktüte, mit warmen oder kalten Wasser gefüllte Wärmflasche, zerknülltes Zeitungspapier, Kastanien (evtl. in Karton legen), Stoff, Kissen, usw.. Die Familie läuft barfuß über den Parcours, im Anschluss wird das Erspürte beschrieben.
Variation: Alles mit verbundenen oder einfach geschlossenen Augen wahrnehme. Hierbei wird der "Blinde" von einem "Sehenden" geführt. Spannend wird es, wenn zwischendurch die Reihenfolge der Materialien verändert wird: Auf welchem Gegenstand befinden sich die Füße gerade?

Schuhe sortieren
Verschiedene Schuhpaare der ganzen Familie werden zusammengesucht und durcheinander auf einen Haufen gelegt. Ein Spieler versucht, mit geschlossenen Augen die zusammengehörenden Schuhe zu finden. Variation: Wenn das Spiel Spaß gemacht hat, können auch weitere Materialien blind sortiert werden, z.B. Besteck, verschiedene Bälle (jeweils zwei Tischtennisbälle, Plastikbälle, Igelbälle usw.).