Abschlussforum „Safe Sport“

Datum: 15.11.17

Die Ergebnisse aus den Untersuchungen im Rahmen des Projekts „Safe Sport“ zu sexualisierter Gewalt machen deutlich, dass konkrete Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Wettkampf- und Leistungssport notwendig sind.

Ein derzeit aktuelles Thema der öffentlichen Diskussion ist die sexualisierte Gewalt von Kindern und Jugendlichen. Leider ist sexualisierte Gewalt überall anzutreffen – auch im Bereich des Sports. Dies belegen die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Safe Sport“, welches von Wissenschaftler/innen der Deutschen Sporthochschule in Köln und des Universitätsklinikums Ulm mit Unterstützung der Deutschen Sportjugend und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführt wurde.

Über einen Zeitraum von drei Jahren haben die Wissenschaftler/innen Untersuchungen zu sexualisierten Übergriffen im Wettkampf- und Leistungssport sowie den Präventionsmaßnahmen in Verbänden, Vereinen, Olympiastützpunkten und Sportinternaten durchgeführt. Neben schweren sexualisierten Gewalthandlungen mit Körperkontakt wurden auch solche ohne Körperkontakt oder grenzverletzendes Verhalten einbezogen. Insgesamt wurden dabei rund 1800 Kaderathlet/innen befragt. Im Rahmen des Abschlussforums des Projekts in Neubrandenburg präsentiert Dr. Marc Allroggen, Klinik für Kinder- und Jugendpsychatrie/Psychotherapie zusammenfassende Ergebnisse:
•    „Über die Hälfte (54 Prozent) der Kaderathlet/innen haben in ihrem Leben bereits sexualisierte Gewalt erfahren.
•    Mehr als ein Fünftel (22 Prozent) der Kaderathlet/innen haben in ihrem Leben bereits schwere sexualisierte Gewalt erfahren.
•    Über ein Drittel (37 Prozent) der Kaderathlet/innen haben in ihrem Leben bereits sexualisierte Gewalt im Kontext Sport erfahren.
•    Hohe Überschneidung von sexualisierter Gewalt und insbesondere emotionaler Gewalt.
•    Fast ein Drittel (30 Prozent) der Kaderathlet/innen haben körperliche Gewalt im Sport erfahren.
•    Fast alle (86 Prozent) der Kaderathlet/innen haben emotionale Gewalt im Sport erfahren.
•    Im Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung stellen Kaderathlet/innen eine besonders belastete Gruppe in Bezug auf Gewalterfahrungen dar.“


Aufgrund dieser Ergebnisse wird es deutlich, dass konkrete Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Wettkampf- und Leistungssport notwendig sind. Das Abschlussforum der „Safe Sport“ Untersuchung in Neubrandenburg war hierzu der erste Meilenstein.