Safe Sport - erste Ergebnisse

Safe Sport - ein Projekt zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisierten Sport in Deutschland. Im Oktober 2014 startete das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt „Safe Sport“ Jetzt wurden erste Ergebnisse veröffentlicht.

„Safe Sport“ ist ein Verbundprojekt des Instituts für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln, der Klinik für Kinder- und Jugendpsychatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm und der Deutschen Sportjugend (dsj) als Kooperationspartner. Die Studie untersucht Ausmaß und Formen sexualisierter Gewalt im Sport. Darüber hinaus sollen förderliche und hemmende Bedingungen für die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen identifiziert und analysiert werden. „Safe Sport“ möchte dazu beitragen, Sportorganisationen als verlässliche und sichere Orte für Kinder und Jugendliche zu stärken. Darauf aufbauend sollen die Maßnahmen zur Prävention und Intervention im Sport weiterentwickelt werden.

Es wurden über 1.799 Kaderathleten/innen sowie Verantwortliche in Verbänden, Vereinen und weitere Einrichtungen des organisierten Sports in Deutschland befragt. Die Studie zeigt, dass rund ein Drittel der Kaderathleten/innen sexualisierte Gewalt erfahren hat, in Form von sexualisierter Gewalt mit oder ohne Körperkontakt, oder als sexuelle Grenzverletzung. Athletinnen sind signifikant häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als Athleten. Es bestehen keine Unterschiede zwischen Athlet/innen mit-  und ohne Migrationshintergrund oder Behinderung.

Auf Vereinsebene geben gut ein Drittel der Befragten an, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Große Vereine, Vereine mit Frauen im Vorstand und Verein mit bezahltem Führungspersonal stufen  die Prävention sexualisierter Gewalt meist als relevanter ein. In Vereinen, die eine „Kultur des Hinsehens und der Beteiligung“ pflegen und diese klar kommunizieren, ist das Risiko Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden wesentlich geringer.  

Grundsätzlich besteht großes Interesse auf allen Ebenen des organisierten Sports, im Hinblick auf die Prävention sexualisierter Gewalt aktiv zu werden. Es wird vermehrt die Idee verfolgt, die Zielgruppe, d. h. Kinder und Jugendliche, in die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen zu involvieren, da sie oftmals eine andere Sichtweise auf dieses Thema haben, zum Teil bedingt durch eigene Erfahrungen.

Im dritten und letzten Förderjahr wird das Forschungsprojekt „Safe Sport“ die vorliegenden Daten noch genauer analysieren und weitere Daten erheben. Ende 2017 wird das Projekt mit einem Fachsymposium abschließen. Erste Ergebnisse sind hier zusammengefasst.