Die Athleten

DTB-Imagevideos – „Making of“

Satte Farben, geschmeidige Bewegungen in Superzeitlupe, staubende Magnesia und eine atemberaubende Ästhetik – viele Besucher waren von den Imagevideos des Deutschen Turner-Bundes beim Internationalen Deutschen Turnfest 2013 in der Metropolregion Rhein-Neckar begeistert. Besonders bei den Wettkämpfen im Spitzensport in der Mannheimer Maimarkthalle konnten die kurzen Streifen bestaunt werden. Viele Fragen kamen auf – „Wo habt ihr diese Videos her?“ „Kann ich die nochmal anschauen?“ „Wer hat das gemacht?“
Der DTB hat für dieses besondere Projekt mit der Nivre Film & Studio GmbH aus Weimar zusammengearbeitet. Nivre ist eine junge Filmproduktionsfirma mit eigenem Studio, die auf hochwertige und innovative Filmkonzepte spezialisiert ist.

Am 14. Dezember 2012 war es soweit – keine geringeren als die neue  Mehrkampfmeisterin im Gerätturnen Elisabeth Seitz, Olympia-Silbermedaillengewinner Marcel Nguyen, Pauschenpferd-Spezialist Andreas Bretschneider sowie die beiden Deutschen Meisterinnen in der Rhythmischen Sportgymnastik, Jana Berezko Maggrander und Lara Hüninghake (Trampolin) traten die Reise nach Weimar an, um im Nivre-Studio ihr Können zu zeigen und damit den Deutschen Turner-Bund zu repräsentieren.
Doch lange bevor es losgehen konnte, hatten die Videospezialisten viele Fragen zu klären:

  • Ist der „Tracking-Effekt“ (Eine Spezialtechnik,  bei der die Kamera in der Nachbearbeitung, durch Markierungen am Körper, akkurat dem Bewegungsfluss des Athleten folgen kann) realisierbar?
  • Wie werden Athleten und Geräte gesichert?
  • Welche Turnelemente und Kameraeinstellungen bieten sich an, um den gewünschten Effekt zu erzielen?
  • Ist es realisierbar, in drei Tagen sieben Disziplinen mit schnellem Aufbau und Umbau zu filmen?


Für die Gerätsicherung  gab es eine enge Zusammenarbeit mit DTB-Partner  Spieth Gymnastics. Mit Hilfe des Spezialisten konnten z.B. die Ringe für Marcel Nguyen an einer Studio-Traverse in sieben Metern Höhe gesichert werden, um die hochkomplizierten Übungen durchführen zu können. Um den Athleten konkrete Aufgaben zu gewünschten Turnelementen zu geben, wurden für jede Disziplin Scribbles (grobe Zeichnungen) zu den Kameraeinstellungen illustriert. Die schwierige Aufgabe, sieben Disziplinen in nur 72 Stunden mit den fünf Spitzensportlern in den Kasten zu bringen, wurde durch detaillierte Set-Pläne und eine ausführliche Dispositionsliste über den Drehablauf gelöst.

Der erste Tag war für die Crew eine Art „Warm Up“, da zwar jeder seine Aufgaben kannte, jedoch das Team noch richtig zusammenwachsen musste. Eli Seitz am Schwebebalken erleichterte der Crew jedoch die Arbeit sehr – mit ihrer aufgeweckten Art und ihrer Ausstrahlung kam schnell eine professionelle, aber trotzdem lockere Arbeitsstimmung auf und die Mannheimerin absolvierte die zuvor abgestimmten Übungselemente genau, um ein hervorragendes Ergebnis erzielen zu können.

Nach der Umbauphase auf Bodenturnen, hierfür wurde eine 14 x 2 Meter lange Bodenmatte ausgelegt (die für Weltcupbedingungen nicht ausreichen würde), wurden für Elis Salto- und Schraubensprünge zusätzlich ein Sprungbrett und eine Landematte ausgelegt, um ihre spektakulären Bewegungen zu ermöglichen. Die Zeit war knapp, jedoch ermöglichte es die professionelle Arbeitseinstellung von beiden Seiten, den Dreh rechtzeitig im Kasten zu haben.

Auch Gymnastin Jana Berezko-Marggrander, die als nächste Athletin an den „Start“ ging, zeigte ihre Professionalität – nach einer kurzen Eingewöhnungsphase tastete sich Regisseur Christian Buckenauer mit ihr über Scribbles und Körpersprache an die geplanten Elemente heran. Auch Jana brachte viel Geduld und Ausdauer mit und arbeitetete mit dem Nivre-Team Einstellung für Einstellung akribisch durch.

Der zweite Drehtag stand dann ganz im Zeichen des Männer-Gerätturnens.  Zuerst stellte Marcel Nguyen an den Geräten Ringe und Barren sein Können unter Beweis. Der Unterhachinger gab dem Team mit detaillierten Hinweisen vor, wann die entsprechenden „Takes“  zu sitzen hatten – seine kraftraubenden Übungen erlaubten nur zwei Durchgänge, was für das Team am Set eine besondere Herausforderung darstellte.

Zum Abschluss des zweiten Tages war Andreas Bretschneider an der Reihe. Er stand seinen Vorgängern in nichts nach und gab dem Team konkrete Ansagen zu den folgenden Einstellungen. Somit entstanden innerhalb von drei Stunden erstklassige Aufnahmen am Pauschenpferd.

Am letzten Drehtag reiste Lara Hüninghake für die letzte Sportart Trampolin aus Stuttgart an. Die Aufbau-, Sicherheits- und Ausleuchtungsaspekte dieser „Disziplin“ stellten sich als besonders zeitaufwändig heraus - Lara war jedoch ebenfalls eine sehr geduldige und professionelle Athletin und bot mit ihren atemberaubenden Sprüngen in bis zu sieben Metern schwindelerregender Höhe, bestehend aus Doppelsalto und Schrauben, großartige Bilder.

Insgesamt war der Dreh in Weimar ein starkes Projekt mit fünf Athleten, die technisch und menschlich zur ersten Liga gehören.