Hambüchen und Bui mit Mehrkampftiteln

Datum: 23.08.14

Fabian Hambüchen (TSG Wetzlar-Niedergirmes) und Kim Bui (MTV Stuttgart) haben bei den Deutschen Turnmeisterschaften in Stuttgart am Samstag (23.8.) die Mehrkämpfe für sich entschieden.

Hambüchen und Bui (l.)

Der 26 Jahre alte WM-Dritte verwies mit 88,80 Punkten ganz souverän Andreas Toba (TK Hannover/84,20) auf Rang zwei. Lukas Dauser (TSV Unterhaching) überraschte als Dritter mit 82,95 Punkten. Bui siegte bei den Frauen mit 56,55 Punkten ebenfalls recht klar vor Pauline Schäfer (TV Pflugscheid-Hixberg/55,10) und ihrer Vereinskollegin Lisa-Katharina Hill (55,45).

Für Hambüchen war es der insgesamt achte nationale Mehrkampftitel. Der Olympiazweite am Reck stellte damit einen neuen Rekord auf. „Wenn das in der Halle nicht 20-mal durchgesagt worden wäre, hätte ich das aber gar nicht gewusst“, erklärte der Turner. „Ich mache immer einfach mein Zeug, und wenn das klappt, bin ich zufrieden.“ Dazu hatte er auch allen Grund, obwohl der Hesse, wie er sagte, vor knapp 2000 Zuschauern in der Scharrena noch nicht alles riskiert, sich einiges noch für seine sechs Finals am Sonntag aufgehoben hatte. Hambüchens deutlicher Sieg war dennoch nie gefährdet.

Bereits nach den ersten beiden Geräten, Pauschenpferd und Ringe, hatte er die Führung übernommen und danach nicht mehr abgegeben. Nicht erst nach seiner starken Reckübung, mit der er die Tageshöchstnote von 15,75 Punkten erzielte, stand sein Triumph fest.

Bundestrainer Andreas Hirsch freute sich über Hambüchens „internationales Spitzenresultat“ und warf bereits einen Blick voraus auf die bevorstehende Nominierung für die WM vom 3. bis 12. Oktober in Nanning/China: „An Fabian kann und will da keiner vorbei.“

Doch auch auf Toba war der Chefcoach stolz, hatte der 23-Jährige doch in den Tagen vorher wegen Fußproblemen keine Landungen trainieren können. Zudem freute sich der Berliner über „ein neues Gesicht“ auf dem Podest: Dauser war im vergangenen Jahr noch Mehrkampfneunter gewesen.

Sein früherer Clubkollege, der Olympiazweite Marcel Nguyen (jetzt MTV Stuttgart), präsentierte sich ebenfalls an allen sechs Geräten, stürzte jedoch beim Roche am Sprung, am Boden und auch vom Reck und belegte mit 81,70 Punkten Rang fünf hinter Philipp Herder  (81,95). Der Berliner hatte nach der Hälfte des Wettkampfs noch ganz knapp hinter Hambüchen auf Rang zwei gelegen.

Einen „rabenschwarzen Tag“ (Hirsch) erwischte der Chemnitzer Andreas Bretschneider, der die erste WM-Qualifikation vor einer Woche in Kienbaum noch für sich entschieden hatte, diesmal aber an keinem Gerät ohne Probleme durchs Programm kam und mit 75,90 Punkten 15. wurde.   

Zweiter Titel für Bui nach 2009

Sie sei "über-, über-, überglücklich", erklärte Bui nach ihrem zweiten nationalen Mehrkampf-Titel nach dem beim Deutschen Turnfest in Frankfurt 2009. Am Mittwoch hatte die Studentin der Technischen Biologie noch die mündliche Prüfung zu ihrem Bachelor-Abschluss absolvieren müssen, "das war schon anstrengend", gab sie zu. "Kim hat das super gemacht", lobte Cheftrainerin Ulla Koch.

Die 25-jährige Bui hatte sich an den vier Geräten keinen größeren Fehler erlaubt, nur am Schwebebalken kleine Unsicherheiten gezeigt (13,55) und steht am Sonntag auch in allen vier Finals. Dagegen mussten die anderen WM-Kandidatinnen Einbußen hinnehmen. Schäfer etwa stieg ausgerechnet bei ihrem weltweit einzigartigen Seitwärtssalto mit halber Drehung am Balken ab (13,60), Hill am Barren (54,45) und die viertplatzierte Cagla Akyol (KTG Heidelberg/54,25) hatte am Boden größere Probleme. Entsprechend spannend gestaltete sich der Kampf um die Podestplätze hinter der Siegerin, in dem auch noch Janine Berger (SSV Ulm/53,75) und Sophie Scheder (TuS Chemnitz-Altendorf/53,60) eine Rolle spielten.

Koch zeigte sich am Ende zufrieden und optimistisch im Hinblick auf die WM: "Im Vergleich zur ersten Qualifikation hat sich schon vieles verbessert. Wir sind auf einem guten Weg, und allen im Team macht das Training total viel Spaß."

Nicht am Start war die auch für die WM ausfallende Titelverteidigerin Elisabeth Seitz (TG Mannheim), die ihre Fußverletzung auskurieren soll. Pia Tolle (TTT Köln) verletzte sich beim Einturnen am Ellbogen und muss mehrere Wochen pausieren.

 

DM-Zeitplan:

Sonntag
13:30 – 15:00 Uhr Gerätefinals Teil 1 (M: Boden, Pferd, Ringe | F: Sprung, Barren)
15:00 – 15:10 Uhr Siegerehrung

15:50 – 17:20 Uhr Gerätefinals Teil 2 (M: Sprung, Barren, Reck | F: Balken, Boden)
17:20 – 17:30 Uhr Siegerehrung