Würdigung postum

Datum: 20.09.17

Das Denkmal zu Ehren Hans Fischers kurz nach seiner Enthüllung. (Foto: Alissa Krengel)

Schwarzheide, im Süden Brandenburgs gelegen, hat seit 3. September 2017 ein Hans-Fischer-Stadion. In Anwesenheit von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidtke, Schwarzheides Bürgermeister Christoph Schmidt, Jürgen Fuchs, Geschäftsführer der BASF, Wolfgang Neubert, Präsident des Landessportbundes Brandenburg (LSB) sowie Ute Lorenz (Vizepräsidentin), Thomas-John Schenk (Vorsitzender der Märkischen Turnerjugend) und Rolf Lorenz (Geschäftsführer) als Vertreter des Märkischen Turnerbundes Brandenburg (MTB), der Tochter sowie Enkeln und Urenkeln Hans Fischers, wurde die Namensgebung mit einem feierlichen Zeremoniell sowie einem ganztägigen Sport- und Kulturfest anlässlich des 50jährigen Stadtrechts der Kommune würdig umrahmt. Leider fehlte in dem umfangreichen Ganztagesprogramm ein turnerischer Beitrag, wenn man vom Einsatz des MTB-Spielmannszuges Streetpipers Lauchhammer absieht.
Hans Fischer, am 15. Oktober 1920 geboren und am 28. September 2003 verstorben, war ein Altersturner, der bis zuletzt für den Märkischen TurnerBund (MTB) und dem TGV Lauchhammer 92 e. V. an die Geräte ging.

Mit 81 Jahren noch aktiv
Hans Fischer begann seine turnerische Laufbahn 1927 zunächst als Freizeitsportler. Erst nach dem Eintritt in das Rentenalter begann er intensiv seine Leistungen aufzubauen. Er  arbeitete streng nach seiner Trainingslehre und verfolgte diese mit unnachgiebiger Disziplin. In den Rentnerjahren absolvierte er 192 Wettkämpfe, bei denen er 170 mal siegte. Darunter waren Deutsche Turnfeste, Deutsche Meisterschaften im Altersturnen und die Jahn-Gedenkturnfeste in Freyburg (Unstrut). Sein Wettkampfrekord war im Jahr 1997 bei 17 geturnten Wettkämpfen, gefolgt von 2001, wo er mit 81 Jahren noch 15 Wettkämpfe turnte.
Seine Trainerlaufbahn begann Hans Fischer mit einem Studium an der DHfK in Leipzig. Nach erfolgreichem Abschluss arbeitete er als hauptamtlicher Trainer im Raum Lauchhammer, u. a. beim SC Aktivist Brieske-Senftenberg, später als Trainer an der KJS Forst sowie als Bezirkstrainer in Cottbus. Darüber hinaus war er Mitglied der Nachwuchskommission des DTV, besuchte regelmäßig Weiterbildungslehrgänge des DTB und war bis 1999 Inhaber der Trainer-A-Lizenz.

In vielen Arenen präsent
Seine turnerischen Fähigkeiten brachten ihm Auftritte bei Showveranstaltungen in Deutschland, Italien, Österreich, in der Schweiz, in Spanien und Tschechien.
Doch besonders gern turnte er im Rahmenprogramm vor heimischen Lausitzer Publikum wie beim jährlich stattfindenden „Turnier der Meister“ in Cottbus.
Hans Fischer war wie Friedrich Ludwig Jahn Patriot der Turnbewegung und sah seine Arbeit nicht nur auf dem Turnplatz oder in der Turnhalle, sondern auch in der Gestaltung der Rahmenbedingungen in zahlreichen Gremien, Diskussionen mit Funktionären und in Veröffentlichungen. Er nutzte seine Bekanntheit und Medienkontakte für einen Dialog mit der Gesellschaft, dem Breiten- und Spitzensport. Hans Fischer wollte und konnte nicht wegsehen. Er hielt sich stets über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden und verfolgte diese kritisch.

Eine Mission für unser Turnen
Mit seinen Leistungen und gelebten Prinzipien war er Vorbild für jung und alt. Seine Mission formulierte er einmal so: „Glücklich bin ich, wenn immer wieder Menschen sagen, dass ich ihnen Vorbild bin und sie mir nacheifern wollen. Das erlebe ich öfter. Das betrachte ich als meine Mission für unser schönes Turnen!“
Da diese, seine Ideale und Werte nicht mit seinem Ableben verloren gehen sollten, wird zum Freyburger Friedrich Ludwig Jahn-Gedächtnisturnen der sogenannte Hans-Fischer-Test durchgeführt. Darüber hinaus wird jährlich zum „Cottbuser Turn-Memorial“ ein Hans-Fischer-Pokal vergeben.

(Besch/Wikipedia)