Deutschland-Cup Gymnastik K: Souveräner Erfolg für den TSC Neubrandenburg

Der Deutschland-Cup (DC) Gymnastik K Einzel und Gruppe vom 17. bis 19. Juni 2016 in Potsdam entwickelte sich im Laufe des Wettkampfes in der MBS Arena am Luftschiffhafen zu einem souveränen Erfolg für den TSC Neubrandenburg.

Mit vier Siegen in drei Wettkampfklassen K 8, K 9 und K 10 sowie in der Kür-Gruppe setzten sich die Mädels des TSC Neubrandenburg durch und belegten darüber hinaus weitere Plätze auf dem Podium.  Nur 0,15 Punkte trennten die ersten drei Gymnastinnen vom TSC Neubrandenburg auf den Plätzen 1 – 3 in der K 8 für Schülerinnen von 12 – 14 Jahren. Unter 35 Gymnastinnen aus 14 Landesturnverbänden entschied Lucie Krohn den DC im Zweikampf Ball und Seil hauchdünn mit 0,10 Punkten Vorsprung für sich und verteidigte ihren Erfolg aus 2015 in Neubrandenburg. Chantal Dahms setzte sich ebenfalls äußert knapp mit 0,05 Punkten vor ihrer Vereinskollegin Alexandra Mossejko durch. Die Überlegenheit der drei Erstplatzierten verdeutlichte sich durch den Abstand von mehr als zwei Punkten zur Viertplatzierten Anna Forchner (Walddörfer SV 1924), die allerdings im Vortrag mit beiden Geräten Ball und Seil zusätzlich hohe Abzüge von insgesamt 1,2 Punkten hinnehmen musste. Erstaunlich war das Niveau des Mittelfeldes, deren Plätze abhängig von der Tagesform durchaus austauschbar waren.

In der K 9 für Gymnastinnen von 15 – 17 Jahren behauptete sich Judith Meyer vor 29 Gymnastinnen ebenfalls im Zweikampf mit Ball und Seil mit einem Punkt Vorsprung vor Franziska Galitz (beide TSC Neubrandenburg) und wiederholte damit ihren Sieg aus dem Jahr 2015.

Beide Gymnastinnen lagen in ihrer Leistung mit dem Ball fast gleichauf, aber beim Vortrag mit dem Seil musste Franziska in der A-Note mit dem Seil jedoch einen niedrigeren Wert hinnehmen, der ihr in der Abrechnung schließlich fehlte. Den dritten Platz belegte Pia Block (SV Preußen Berlin).

In der K 10 für 17 Gymnastinnen ab 18 Jahren war der Sieg im Dreikampf mit Ball, Reifen und Seil mit drei Höchstwertungen für Adina Ebert (TSC Neubrandenburg) sehr deutlich. Obwohl die Zweitplatzierte Alina Levitskaya (Walddörfer SV 1924) eine durchaus starke, gleichbleibend sehr gute Leistung mit allen drei Geräten zeigte, fehlten ihr am Ende fast zwei Punkte zum Sieg. Wiederum mit gut zwei Punkten Rückstand belegte Sidney Pietsch (TSC Neubrandenburg) trotz sehr guter Bewertungen in der B-Note, aber doch niedrigeren Punkten im Aufbau in der A-Note beim Reifen und auch beim Seil den dritten Platz.

Der seit 2008 ausgelobte Pokal des Oberbürgermeisters Dr. Jürgen Gneveckow der Stadt Albstadt hat Adina nun zum 3. Mal in Folge gewonnen und darf ihn behalten.

Insgesamt hat die Wertungsvorschrift körpertechnische Schwierigkeiten nur in Verbindung mit Gerätebewegung/ Balance zu zeigen durchaus zu dynamischeren Übungen geführt. Die Gesamtkonzepte sind z.T. flüssiger geworden und verstärkt warten die Gymnastinnen mit überraschenden Gerätehandhabungen auf. Auch die Umsetzung von Musik in Bewegung hat sich sehr positiv verändert. Das Ziel, die Akzente, die die ausgewählten Titel nun mal vorgeben, auch „sichtbar“ zu machen, ist in vielen Choreografien gelungen und präsentiert worden.

Die Geräte-Finals der K-Stufen werden seit der Einführung des DC Gruppe 2013 aus Zeitgründen nicht mehr als eigener Wettkampf gestartet, sondern aus den Ergebnissen des Mehrkampfes ermittelt. Die Platzierungen sind wie alle Ergebnisse auf www.dtb-online.de nachzulesen.

Auch im Deutschland-Cup K-Gruppe zeigten die Gymnastinnen des TSC Neubrandenburg bei 26 startenden Gruppen ihre Überlegenheit. Der Titel des Team 1 zur Ball-Choreografie „Eins kann mir keiner nehmen, das ist die pure Lust am Leben“ ist durchaus für alle teilnehmenden Gymnastinnen Einzel und Gruppe austauschbar mit der „puren Lust an der Gymnastik“. So ist auch der Anstieg der teilnehmenden Teams zu erklären, die allerdings alle in der Choreografie zum Ball griffen, obwohl auch das Seil ausgeschrieben war. Durch die vielfältig ausgewählten Musiken war es jedoch ein spannendes Bild der dar gebotenen Choreografien. Platz zwei belegte Team 2 des TSC vor der TSG 1846 Darmstadt, die sehr gute A-Noten erhielten, aber in der B-Note einige Abzüge hinnehmen mussten.

Bei der Ausrichtung des Deutschland-Cups durch den SC Potsdam zeigte sich die große Erfahrung von Imona Otte als Verantwortliche vor Ort. Die Organisation und Betreuung ließ in der großartigen MBS Arena, die sonst für die Spiele der Volleyball-Bundesliga genutzt wird, keine Wünsche offen. Mit einem Team, das in jeder Hinsicht funktionierte, unterstützte der Verein Organisatoren, Teilnehmerinnen, Kampfrichter, Helfer und bot damit den Zuschauern spannende Stunden. Vertreter aus Politik und Sport überbrachten Grüße und wurden in die jeweilige Siegerehrung eingebunden. Die Wettkampfleitung unterlag Ines Mothes als Mitglied des Technischen Komitee Gymnastik/RSG im DTB. Für den reibungslosen Ablauf im Team der Kampfrichter sorgte Silke Ebert mit Unterstützung von Monika Biener. Die Moderation bewältigte an beiden Wettkampftagen Gudrun Erbarth.

Helga Cossmann

Qualifikation zum Deutschland-Cup

An den vier Austragungsorten Berlin (Nord-Ost), Oldenburg (Nord-West), Seulberg (Mitte) und Stein (Süd) am 7.5.2016 qualifizierten sich insgesamt 81 Gymnastinnen für den Deutschland-Cup (DC) Gymnastik Einzel vom 17. bis 19.06.2016 in der MBS-Arena in Potsdam.

Am Start waren 156 von 168 gemeldeten Teilnehmerinnen aus 14 Landesturnverbänden (LTV) , wobei der Süden mit 46 Gymnastinnen am stärksten vertreten war. In den drei Alters- und Schwierigkeitskategorien K 8 für Schülerinnen von 12 bis14 Jahren, K 9 für Jugendliche von 15 bis 17 Jahren und K 10 für Gymnastinnen ab 18 Jahren sind die insgesamt 39 Bestplatzierten der einzelnen Landesturnverbände gesetzt und qualifiziert. Die Qualifikation weiterer 42 Gymnastinnen errechnet sich aus der  Platzierung bei den Regio-Cups.

Ein breit gefächertes Spektrum an Musiken von Klassik über folkloristische Klänge aus Osteuropa und südamerikanischen Rhythmen bis hin zu Pop- und Filmtiteln begleitete die Gymnastinnen bei ihrer Choreografie. Entscheidend beeinflusst wurde die Bewertung durch den Vortrag der drei vorgeschriebenen Pflichtelemente jeder K-Stufe, die der Ausschreibung entsprechend vorgetragen werden mussten, und somit entscheidend zur A-Note beitrugen.

 

Regio-Cup Nord-Ost
In Berlin setzte sich Chantal Dahms als Vorjahreserste in der K 8 wiederum durch, gefolgt von Alexandra Mossejko und Lucie Krohn (alle vom TSC Neubrandenburg), die ihre Plätze aus dem Jahr 2015 tauschten. Die K 9 wurde wie im Vorjahr von Judith Meyer (TSC Neubrandenburg) dominiert, gefolgt von Maaike Zynio (SV Preußen Berlin) und Judiths Vereinskollegin Franziska Galitz. Adina Ebert (TSC Neubrandenburg) hat als Regio-Siegerin K 10 im Bereich Nordost beim Deutschland-Cup die Chance, den seit 2008 ausgelobten Pokal zum dritten Mal zu verteidigen.

Regio-Cup Nord-West
Recht ausgeglichen erschienen die gymnastischen Vorträge der Erstplatzierten in der K 8 in Oldenburg, und doch musste die Vorjahressiegerin Anastasia Schulkin (SV Grün-Weiss Eimsbüttel) die Vereinskameradinnen Anna Forchner und Celine Bombien (Walddörfer SV 1924) auf Platz eins und zwei an sich vorbei ziehen lassen. Josephine Brahtz (Blumenthaler TV)  sicherte sich in der K 9 den Regio-Sieg vor Alicia Ladwig und Kaja Goebel (beide Walddörfer SV 1924). Nur drei Gymnastinnen starteten in der K 10, in der Alina Levitskaja (Walddörfer SV 1924) unangefochten vor Widijana Sutardi vom gleichen Verein und Lina Neumann (Blumenthaler TV) siegte.

Regio-Cup Mitte
In Seulberg waren mit Westfalen als „neuer“ LTV ebenso wie in Nordost 4 LTV am Start. Die vier Erstplatzierten in der K 8 im Vorjahr starteten in der K 9, so dass Diana Ritter (TV Seulberg 1898) ihre Heimchance voll nutzte und vor Rosalie Adameck (TV Bochum-Brenschede) und Victoria Koprek (SG Sandbach 1946 Breuberg) punktete. Die K 9 war wieder einmal eine klare Angelegenheit für Swetlana Huley (TV Fechingen). Drei weitere Gymnastinnen aus Fechingen belegten die Plätze 3 bis 5, und lediglich Emily Vontz (RSG Merzig) schob sich als Zweitplatzierte dazwischen, startet aber nicht beim Deutschland-Cup. Die K 10 gewann mit knappem Vorsprung Carolina Bühler (TSG 1846 Darmstadt) vor Lea Hück (TV Cronenberg 1887 Essen) und Carlotta Spadano (TV Seulberg).

Regio-Cup Süd
In Stein schaffte es nur Ilina Lüdeking in der K 8 ihren Vorjahres-Regio-Cup-Titel vom Vorjahr vor Anita Paluch (beide Gundelfinger Tschft) und Mia Janowski (TSV Stein) zu verteidigen. Die K 9 gewann Kristina Prichoda (TV Augsburg 1847) vor Lea Eller (TSV Graben) und Diana Zillner ( (TS Jahn München). Maren Ehmer (Gundelfinger Tschft) verpasste in der K 10 mit weniger als 0,3 Punkten Platz eins, den Hanna Schöttner (TSV Stein) gewann. Eileen Kaspi (TSV Milbertshofen) platzierte sich auf dem dritten Rang.

 

 

Die vollständigen Ergebnisse stehen hier bereit.

Helga Cossmann

 

Bundesfinale Synchron

Spannend war es von Anfang an, denn der direkte Vergleich in der P8/P9 der beiden führenden Synchronpaare musste sich zugunsten der Tagesform entscheiden. Es waren nur minimale Fehler, die sich sowohl bei den Titelverteidigerinnen als auch bei ihren Verfolgerinnen vom ausrichtenden Verein TV Sersheim einstellten. Schließlich erzielten Sophia und Isabel Kistermann (DJK-SG Ebingen) mit zwei Höchstnoten über 9 Punkte mit dem Ball und dem Seil den Sieg wie 2015 in Wildeshausen vor Jasmin Geske und Julia Weh (TV Sersheim), die mit dem Reifen die höchste Wertung erhielten. Seit 2014 in Sprendlingen gelang den Kistermann-Schwestern damit erfolgreich der Hattrick. Als Dritte verbesserten sich Selina Bizer und Jasmin Schairer (TV Truchtelfingen) nach einem 4. Platz 2014 und einer Pause 2015 erfolgreich. Mit nur 0,05 Punkten Rückstand und fast identischer Wertung vom Vorjahr verpassten Nicola und Anna-Lena Schubert (SV 1845 Esslingen) einen Platz auf dem Treppchen und Eva Beschorner verteidigte mit Svenja Montag (TG Biblis 1906) nach der Vorjahrespause ihren 5. Platz von Sprendlingen 2014.

Nur 1,6 Punkte trennten die ersten zehn Synchron-Paare in der P6/P7. Serena Frodl und Simone Isopp (TSV 1862 Friedberg) schafften es nach dem Sieg 2014 und einem zweiten Platz 2015 mit einer durchgängig stabilen Leistung wieder auf Platz eins. Es waren auch nur wenige Zehntel, mit denen das Siegerpaar 2015 Mai Kim Tempelfeld und Sophie Tutzschke (MTV 1846 Ludwigsburg) auf Platz vier verwiesen. Vanessa Josipovic gelang mit neuer Partnerin Rebecca Müller (TV Truchtelfingen) ein sehr guter Sprung nach oben auf den 2. Platz, dicht gefolgt von Lilli Czarnetzki und Jayme Wittig (TSV Hof 1861), die sich ebenfalls enorm steigern konnten. Eine sehr ausgeglichene Leistung zeigten auch die Schwestern Jule und Nena Schumann (TV Kork) auf Platz fünf.

Wie schon in den Vorjahren wählte keine der Gymnastinnen die jeweils niedrigere Schwierigkeitsstufe, und auch nur ein geringer Anteil der Synchron-Paare entschied sich für die mögliche Auswahl einer selbst gewählten Musik anstatt der für die Pflichtübungen ausgeschriebenen Musikfolge. Dass es gar nicht so einfach ist, mit einer Partnerin die Übung synchron zu gestalten, zeigte sich nach kleinen Fehlern darin, dass doch einige Male die Musik für die Bewegung am Ende nicht ausreichte. Mit den Geräten Reifen und Seil wurde schon im Vorjahr geturnt. Technisch neu zu handhaben war in diesem Jahr der Ball, der turnusgemäß die Keulen ablöste. Wünsche für die Gerätetechnik (z.B. verdecktes Fangen mit dem Ball) bleiben da noch offen, aber bis zum nächsten Bundesfinale in Berlin beim Internationalen Deutschen Turnfest vom 3.-10. Juni 2017 ist ja noch Zeit. Allerdings kommt dann das Band für den von vielen bevorzugten Reifen zum Einsatz. Und danach gibt es neue Übungen im Pflichtbereich.

Karin Geske vom ausrichtenden TV Sersheim mit ihren Helfern an den unterschiedlichsten Positionen war die perfekte Unterstützung für das DTB-Team im Wettkampfablauf, deren Leitung von Heide-Rose Hauser als Mitglied im Wettkampfausschuss Gymnastik übernommen wurde. Der Einsatz der Kampfrichterinnen, für den Sabine Wörner verantwortlich zeichnete und die EDV-Betreuung von Sieghart Geske (TV Sersheim) sicherten einen zügigen Gesamtablauf. Die angenehme und übersichtliche Moderation von Katrin Einofski und Maria Sarafidou, sowie die Grußworte von Ehrengästen aus Sport, Politik und Wirtschaft zu Beginn und deren Teilnahme während der Siegerehrung mit kleinen Geschenken für alle rundeten einen kurzweiligen Wettkampftag ab.

Helga Cossmann