Aktualisiert am 18.05.2017

 Aktualisiert wurden unter Aktuelles:   Unterlagen für DMKM 2017

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"Mehrkämpfe" von Reiner Schinzel

Die größten Wettkämpfe des Deutschen Turner-Bundes gehören zum Bereich Mehrkampf: der Wahlwettkampf und die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften. Sie zeichnen sich nicht nur durch ihre Größe aus, sondern durch die gute Stimmung unter den Aktiven. Fairness, Rücksichtnahme, gegenseitige Unterstützung und Gemeinschaftssinn machen den Geist des Mehrkampfes aus. Die Mehrkämpfe knüpfen an alte Traditionen an, sind dennoch beliebt bei jungen Sportlern und erhalten so die Idee des vielseitigen Turnens samt seiner emotionalen und sozialen Bedeutung.

Im Wahlwettkampf wird ein Angebot aus mehreren Sportarten unterbreitet, aus dem dann vier Disziplinen gewählt werden können. Wer in mehreren Sportarten gute Leistung erbringt, kann sich hier einen vielseitigen Wettkampf zusammenstellen. Zur Auswahl stehen Gerätturnen, Leichtathletik, Schwimmen, Trampolin, Gymnastik und Rope Skipping. Im Rahmen von Deutschen Turnfesten nehmen über 30.000 Sportler in 15 verschiedenen Altersklassen am Wahlwettkampf teil.

Bei den Mehrkampfmeisterschaften sind die Disziplinen vorgegeben und die Anforderungen höher. Auf Bundesebene kämpfen hier rund 1800 Sportler um 70 Titel. Aus zwei bis vier Sportarten setzen sich die Deutschen Mehrkämpfe, Jahnkämpfe und Friesenkämpfe zusammen. Auch die Tradition der Turner im Leichtathletik- und Schwimmmehrkampf sowie im Schleuderballwerfen und Steinstoßen wird hier fortgeführt. Viele Landesturnverbände bieten neben dem Meisterschaftsprogramm auch Nachwuchs- und Rahmenwettkämpfe an.

 

Wahlwettkampf

Der Wahlwettkampf ist der sportliche Mittelpunkt aller Turnfeste in Deutschland. Auf Landesebene nehmen Tausende, auf Bundesebene Zehntausende daran teil. Was macht ihn so beliebt? 

Durch das Wahlangebot ist es den Aktiven möglich, sportartübergreifend ihre vier besten Disziplinen zu demonstrieren. Da wird nicht selten das schlechteste von vier Turngeräten durch einen Sprung am Minitrampolin oder eine leichtathletische Disziplin ersetzt. Wer gesundheitsbedingt eine Disziplin nicht mehr ausführen kann, muss nicht gleich zuhause bleiben. Er kann seinen Vierkampf mit einem Angebot aus einer anderen Sportart – z.B. Schwimmen – komplettieren.

In den Schüler- und Jugendklassen werden zwei Jahrgänge zu einer Altersklasse zusammengefasst. Bei den Erwachsenen sind es dann immer fünf. Innerhalb dieser Klassen kann zwischen „Fachwettkämpfern“ und „Mischern“ unterschieden werden. Dabei zählen alle, die ihren Vierkampf aus mindestens drei Disziplinen eines Fachgebietes (Gerätturnen, Leichtathletik, Trampolin, Gymnastik, Schwimmen) zusammenstellen, zu den Fachwettkämpfern.

Eine Sieggrenze gibt es nicht. Wer am Wahlwettkampf teilnimmt, erhält hinterher auch seine Siegerauszeichnung. Das ist sicher auch ein Grund für seine Beliebtheit. Die gesamte Angebotspalette des Wahlwettkampfes steht im Aufgabenbuch des Deutschen Turner-Bundes. Hier ist für jeden etwas dabei.

  

Mehrkampfmeisterschaften 

Wer den vielseitigen Meisterschaftswettkampf sucht, ist bei den Mehrkampfmeisterschaften richtig. Hier werden auf Turngau-, Landes- und Bundesebene für Aktive ab 12 Jahre Titelträger ermittelt. Neben den traditionell im Deutschen Turner-Bund verankerten Fünfkämpfen der Schwimmer und Leichtathleten, treten auch Sportler an, deren Wettkampf sich aus Disziplinen mehrerer Sportarten zusammensetzt.

Die Könige des Mehrkampfes sind die Jahnkämpfer. Sie turnen, absolvieren mindestens zwei Leichtathletikübungen, treten anschließend zum Kunstspringen an und beenden ihren Mehrkampf mit dem Schwimmen. Unter dem Oberbegriff „Deutsche Mehrkämpfe“ werden Wettkämpfe angeboten, die sich aus gleichvielen Disziplinen des Gerätturnens und der Leichtathletik zusammensetzen. 

Im Rahmen der Mehrkampfmeisterschaften werden auch die Friesenkämpfe durchgeführt. Hier müssen sich die Sportler neben dem Schwimmen und zwei Leichtathletikdisziplinen noch dem Schießen und dem Fechten stellen. Die einzigen Einzelwettkämpfe des Meisterschaftsprogramms sind das Schleuderballwerfen und das Steinstoßen. Alle Meisterschaftswettkämpfe stehen im Aufgabenbuch des Deutschen Turner-Bundes. 

Während sich für den Deutschen Mehrkampf der zusätzlich zum Gerätturnen zu betreibende Trainingsaufwand noch in Grenzen hält, kommen Jahnkämpfer, die ihren Wettkampf ernst nehmen, nur selten mit fünf Trainingseinheiten pro Woche aus. Dies ist ein Grund dafür, dass die Jahnkämpfer unter den turnenden Mehrkämpfern nur ein Drittel der Teilnehmer stellen.  

Wer jünger als 12 Jahre alt ist, kann an Nachwuchs- und Rahmenwettkämpfen teilnehmen. Diese werden in einigen Landesturnverbänden und Turngauen unter erleichterten Bedingungen angeboten. Hier sind die Anforderungen sowohl im Gerätturnen als auch in den anderen Sportarten dem Alter der Sportler entsprechend reduziert. Informationen hierzu geben die Landesfachwarte Mehrkampf oder die Landesgeschäftstellen heraus.

 

Literatur 

Angaben zur Literatur beschränken sich hier auf die Sportarten, die innerhalb des Mehrkampfes im Deutschen Turner-Bund angeboten werden. 

allgemein

Aufgabenbuch "Mehrkämpfe, Gruppenwettkämpfe, Wettbewerbe, Abzeichen" des Deutschen Turnerbundes, Ausgabe 2008 (Inhalte, Regeln)

Aufgabenbuch „Wertungstabellen“ des Deutschen Turner-Bundes, Ausgabe 2008. (Umrechnungstabellen, Schwierigkeitstabellen, Umrechnungsformeln)

Leichtathletik 

Deutscher Leichtathletikverband (Hrsg.), „Rahmentrainingsplan für das Aufbautraining", GEHRKE, Klaus und CZINGON, Herbert (Redaktion), Verlag Meyer und Meyer, 3. Auflage 2000, ISBN 3-89124-145-3

Zeitschrift „Leichtathletiktraining", Philippka-Sportverlag, zehn Hefte pro Jahr 

Schwimmen und Kunstspringen

WILKE, Kurt (Hrsg.), „Schwimmsportpraxis", rororo, aktualisierte Ausgabe, ISBN 3-499-18608-X

RUDOLPH, Klaus (Hrsg.), „Lexikon des Schwimmtrainings“, Präzi-Druck GmbH, Hamburg, 2008, ISBN 978-3-00-024022-5