10. Stuttgarter Sportkongress

Datum: 20.10.15

Der Stuttgarter Sportkongress, ausgerichtet vom Deutschen und Schwäbischen Turnerbund, gilt als der „Branchentreff“ für Vereins-Vertreter aus ganz Deutschland

Teilnehmerinnen beim Sportkongress/ Foto: STB

Beim Jubiläumskongress vom 23. bis zum 25. Oktober diskutieren die knapp 1000 Teilnehmer drei Tage lang gemeinsam über folgende Frage: „Sport und Bewegung in der Zukunft – mit dem Verein?“ „Wieso müssen wir uns diese Frage überhaupt stellen? Ganz einfach: Die Welt um unsere Vereine herum wandelt sich immer schneller. Wie können wir auf die immer größere Vielfalt an alternativen Angeboten außerhalb der Vereinswelt reagieren? Wieso wird unsere Umwelt immer mobiler, die Menschen jedoch unbeweglicher? Welche gravierenden Folgen auf den menschlichen Alltag hat dies? Wer auch in Zukunft seine Rolle als gesellschaftlicher 'Spieler' einnehmen will, muss sich nun entsprechend auf diese Frage vorbereiten“, sagt Wolfgang Drexler, Präsident des Schwäbischen Turnerbunds. Diese Entwicklung wird beim 10. Stuttgarter Sportkongress aus drei verschiedenen Perspektiven beleuchtet: Am Auftakt-Freitag steht der kommunale Aspekt im Vordergrund, am Abschluss-Sonntag geht es um Innovation


Der Samstag steht ganz im Fokus der Entwicklung der Vereinsumwelt in den kommenden Jahren. Eine, die sich intensiv mit der Zukunft auseinandersetzen, ist Anja Kirig vom Münchner Zukunftsinstitut. Sie hat als Autorin an der Studie „Sportivity“ mitgearbeitet. Dabei kamen erstaunliche Ergebnisse zu Tage, die sie beim Sportkongress vorstellen wird. Zum Beispiel, dass es gerade im Alter von 30 bis 50 Jahren an adäquaten Bewegungs-Angeboten fehlt. Die Hälfte der Erwachsenen treibt deshalb überhaupt keinen Sport, würde sich aber mehr bewegen, wenn sie könnte. „Das heißt, hier fehlen Angebote, der Zugang zum Sport“, sagt Kirig und fügt hinzu: „Die Bedürfnisse der Menschen an Sport und Bewegung sind unterschiedlich, deshalb arbeiten wir auch mit dem Begriff Sportivity. Entscheidend ist, dass Bewegung ein wichtiger Teil des menschlichen Lebens ist und ein Grundbedürfnis, um sich wohlzufühlen.“


Fest steht auch, dass sich Arbeit und Leben immer stärker mischen werden. Das bringt auch Konsequenzen für die Vereinswelt mit sich. Wer in Zukunft als kompetenter Bewegungsanbieter wahrgenommen werden will, muss hier Lösungen bieten können. Ein Ansatz hierfür können zum Beispiel die Vereinsfitnessstudios sein. Dies alles und noch viel mehr wird Anja Kirig beim Sportkongress am Samstag vortragen und in der anschließenden Podiumsrunde mit den Teilnehmern diskutieren. Die komplette Ausschreibung und das Programm gibt es unter www.sportkongress.de


Zur Person

Anja Kirig (Jahrgang 1977) ist seit 2004 für das Zukunftsinstitut als Trendforscherin tätig, seit 2014 für die Redaktion in München. Im Fokus ihrer Vorträge stehen die neuen Lebensstile mit ihren jeweiligen Bedürfnisstrukturen. Illustrativ und lebensnah erklärt und belegt sie die Trends und Entwicklungen. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Tourismus- und Freizeitkultur, NeoÖkologie und Gender, sowie die Food- und Gastromärkte. Sie versteht sich als teilnehmende Beobachterin und kombiniert für ihre Arbeit soziologische mit journalistischen und empirischen Methoden, um so neue soziokulturelle Entwicklungen und Trends aufzuspüren.