Leonie Adam springt in die Top Ten

Datum: 17.06.15

Die Trampolinturnerin des MTV Stuttgart verfehlt als Achte der nach Nationen bereinigten Rangliste das Finale der Europaspiele in Baku/AZE nur knapp.

Die beiden Starter in der Männerkonkurrenz, Martin Gromowski und Kyrylo Sonn (MTV Bad Kreuznach), konnten dagegen ihre Kürübungen nicht durchturnen und müssen bei der Einzel-Entscheidung am Sonntag ebenfalls zuschauen. Allerdings haben sie zusammen noch im Synchronwettbewerb am Freitag (16 Uhr deutscher Zeit) eine Chance, die sie unbedingt nutzen wollen. Dort wird Adam derweil nicht dabei sein, weil ihre Partnerin Silva Müller (MTV Bad Kreuznach) wegen einer Entzündung in der Schulter erst gar nicht mit nach Aserbaidschan reisen konnte.

Bundestrainer Michael Kuhn zeigte sich mit der Leistung, der Punktzahl von 97,470 und auch dem Ergebnis seiner einzigen Turnerin bei der Premiere des kontinentalen Multisportevents zufrieden. Dabei hätte die 21-Jährige den Sprung in die Entscheidung vermutlich sogar geschafft, wenn sie nicht in der Kür einen Doppelsalto gegen einen einfachen getauscht hätte. "Natürlich wäre das toll gewesen", sagte Kuhn, aber bis vor ein paar Tagen hätte Adam noch an Problemen mit dem Absprung laboriert, entsprechend sei er froh, dass sich die Deutsche Meisterin so gut präsentierte. Auch Adam selbst wollte sich nicht lange grämen: "Natürlich ist das schade, aber es sollte heute wohl nicht sein."

Ihre Kollegen dagegen waren sehr enttäuscht darüber, die gute Trainingsleistung nicht gezeigt zu haben. Gromowski hatte schon in der Pflicht einige Probleme. "Deshalb musste ich in der zweiten Übung alles geben." Dabei kam der 31-Jährige jedoch auf dem Tuch allzu stark ins Wandern und musste seine Übung kurz vor dem Ende abbrechen.

Sonn war es in der ersten Gruppe nicht besser ergangen. Nach einer ordentlichen Pflicht sei er anfangs der Kür bei einem Absprung zu früh dran gewesen und konnte so ebenfalls einen Abbruch nicht vermeiden. "Ich muss das jetzt erst mal verdauen", sagte der 23-Jährige, um dann im Synchronwettbewerb wieder angreifen zu können.

Darauf setzt auch Kuhn, der jedoch erst mal kritische Worte fand für den Ablauf der stark in die Länge gezogenen Qualifikation, die die Trampolinturner gemeinsam mit den Aerobic-Sportlern ausgetragen hatten: "Das war ein katastrophales Prozedere", schimpfte der Stuttgarter, und eines Wettkampfs auf diesem Niveau nicht würdig.