Landesmeisterschaften Spielleute

Datum: 14.09.17

Trotz Wetterkapriolen erfolgreiche 26. Landesmeisterschaft der Spielleute im Landesturnverband Sachsen-Anhalt e.V. Ziegelröder Landesmeister bei den Erwachsenenspielmannszügen und Hettstedter bei den Nachwuchsspielmannszügen

Am 2. September fand in der Harzgemeinde Elbingerode die 26. Landesmeisterschaft der Spielleute des Landesturnverbandes Sachsen Anhalt statt.
Die Ziegelröder Spielleute, holen nach zweijähriger Abstinenz den Titel bei den "Großen" . Bei den "Kleinen" gewannen die Spielleute aus Hettstedt.
Die nächsten Titelkämpfe finden am 23. Juni 2018 auf dem Sportplatz in Helbra statt.

 

Hettstedt NW

Bernburg NW

Gernrode NW

Ziegelrode NW

HP I

13,40  

12,80  

12,70  

12,90  

HP II

13,80  

13,80  

13,70  

13,40  

HP III

13,60  

13,75  

11,75  

13,30  

Schw.

  2,83  

  2,50  

  3,00  

   3,00  

Ges. :

43,63  

42,85  

41,15  

 42,60  

Platz :

 1.

 2.

 4.

 3.

 

 

 

 

 

 

 Bernburg EW

 Ziegelrode EW

 Hettstedt EW

 Neuwerk EW

HP I

13,70  

14,20  

13,40  

13,30  

HP II

13,90  

14,40  

14,40  

14,00  

HP III

13,60  

13,85  

14,15  

13,25  

Schw. :

  4,67  

  4,83  

  4,83  

  4,37  

Ges.:

 45,87  

47,28  

46,78  

44,92  

Platz :

 3.

 1.

 2.

 4.

 

Die 26. Landesmeisterschaft der Spielleute im Landesturnverband Sachsen-Anhalt   e.V. wurde am 2. September 2017 vom Spielmannszug Neuwerk/Harz e.V. ausgerichtet. Da die technischen Voraussetzungen in Neuwerk für den Wettkampf nicht gegeben waren, fand die Veranstaltung auf dem Sportplatz der Einheitsgemeinde in Elbingerode vom TuS Elbingerode 1867 e.V. statt.

Insgesamt nahmen 13 Klangkörper an den verschiedenen Wettkämpfen teil.

Es war schon ein imposantes Bild, als die über 400 Teilnehmer zur Eröffnungsveranstaltung aufmarschiert waren und gemeinsam die Titel „Gruß an Kiel“ und „Le petite France“ spielten.

Bevor es zu der offiziellen Eröffnung durch den Bürgermeister der Gastgeberstadt Oberharz am Brocken, Frank Damsch, kam, wurden verdienstvolle Spielleute für ihr Engagement und langjähriges Wirken geehrt. Mit der höchsten Auszeichnung des Technischen Komitees Spielleute, die Ehrenplakette Spielleute Sachsen-Anhalt, wurde Detlef Spiegelberg für sein 45 jähriges Wirken im Spielmannszug Neuwerk geehrt. Er ist u.a. Übungsleiter für den Nachwuchs- und Erwachsenenspielmannszug in Neuwerk und im Spielmannszug Veckenstedt. Weiterhin wurden vier Ehrennadeln in Silber und zwei in Bronze des Landesturnverbandes Sachsen-Anhalt verliehen. Die Ehrung nahm der Geschäftsführer des Landesturnverbandes Sachsen-Anhalt, Martin Scheller, vor.

Der Beginn der Eröffnungsveranstaltung und des Wettkampfes hatten sich durch Regenschauer etwas verzögert. Leider sollte sich der Wettergott den ganzen Nachmittag den Spielleuten nicht sehr gewogen zeigen. Das erschwerte die Bedingungen für die Aktiven, schlug sich aber auch negativ in der Zuschauerresonanz nieder.

Der Wettkampf wurde von den außerhalb der Wertung startenden Nachwuchs-Spielmannszügen Germania Gernrode (B-Zug) und Hasselfelde 1965 begonnen. Damit gab es ein Novum in der Geschichte der Landesmeisterschaften, denn es nahmen zwei Nachwuchszüge aus Gernrode, der A-Zug in und der B-Zug außer der Wertung teil. Beide Züge außerhalb der Wertung konnten noch nicht den Bedingungen der gültigen Wettkampfordnung gerecht werden, wollten aber unbedingt an der Landesmeisterschaft teilnehmen. Das Repertoire wurde gekonnt dargeboten und auch die Bewegungsabläufe waren gut. Der Spielmannszug aus Gernrode spielte die Titel „Harzer Pionier“ und „Yellow Submarine“ und Hasselfelde „Der Oberharzer“ und „Rucki Zucki“. Etwas für Verwirrung sorgte, dass es sich bei den Titeln „Harzer Pionier“ und „Der Oberharzer“ um ein und dasselbe Stück handelte. Beide Züge erhielten wohlverdienten Beifall des sachkundigen Publikums und natürlich der mitgereisten Fans (Omas, Opas und Eltern mit eingerechnet).

Dann begann der Wettkampf der Nachwuchsspielmannszüge um den Landesmeistertitel. Vier Vereine starteten und es war ein hoch interessanter und spannender Wettkampf. Bei den Horntiteln wurde „Leggiero“, „The Little Musican“ und „Sport Idole“ dargeboten. Die Flötentitel zeigten eine sehr große Bandbreite u.a. vom Bossa Nova“ Quando Quando“, über Mambo,“ Disney-Collection“, Volkslied bis hin zum klassischen Marsch „Alte Kameraden“. Bemerkenswert ist, dass alle Vereine in der Schwierigkeit der gespielten Titel nahe beieinander waren, denn von 3,0 (Gernrode und Ziegelrode) bis 2,5 (Bernburg) war der Abstand nicht so groß, um als Verein in den Medaillenkampf einzugreifen. Entsprechend der ausgelosten Startreihenfolge begannen die Gernröder. Sie beeindruckten mit Ihrer Leistung und legten beachtliche 41,15 Punkte von 50 möglichen vor. Der Wettkampf blieb von Anfang an spannend, denn jeder der nachstartenden Vereine überbot die bereits erreichte Bewertung, so dass die zuletzt startenden Spielleute des Hettstedter Spielmannszuges „Blau-Weiß“ 1919 e.V. mit deutlichem Abstand verdient Landesmeister wurden. Hervorzuheben ist, dass der Spielmannszug Bernburg mit dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad sich an 2. Stelle positionieren konnte.

Der folgende Pokalwettkampf der Erwachsenenspielmannszüge hat erfreulicherweise eine gute Resonanz bei den Vereinen gefunden, denn in diesem Jahr nahmen erstmals drei Spielmannszüge teil. Sie kämpften nicht um die höchste Punktzahl, sondern in einer nichtöffentlichen Platzziffernwertung des Wettkampfgerichtes um die niedrigste Ziffer. Bewertet wurde vorrangig das Musizieren, aber auch die formale Ausführung und der Gesamteindruck. Sehr interessant waren die gespielten Titel. Sie reichten u.a. von dem „Eröffnungsmarsch aus der Oper Carmen“ über den „Spanischen Zigeunertanz“, „The Lion Sleeps Tonight“ bis hin zum „Cherry Pink“ (bekannt als Gummi-Mambo) und „Mussian Marsch“.

Die „Aschersleber Stadtpfeifer“ Spielmannszug des SV Lok Aschersleben konnten den Hattrick landen und wurden in Folge zum dritten Mal Pokalsieger. Lobend zu erwähnen ist das deutlich gewachsene Niveau der weitern Pokalwettbewerber aus Großörner und Stapelburg.

Zum Schluss kam die „Königsklasse“, der Wettkampf der Erwachsenenspielmannszüge. Auch hier bewarben sich vier Spielmannszüge um Meisterehren. Die Differenz der Schwierigkeit der gespielten Titel (max. 5,0 Pkt.) von 4,83 (Hettstedt und Ziegelrode) bis 4,33 (Neuwerk) betrug ebenfalls 0,5 Punkte. Das Anspruchsniveau der dargebotenen Musik war sehr hoch. Allein bei den Signalhorntiteln wurde in drei Vereinen die höchste Schwierigkeit von 5,0 Punkten erreicht.

Die Arrangements der Musikstücke orientieren sich immer mehr an zeitgenössischer Musik und es wurden viele bekannte „Ohrwürmer“ für die Spielleutemusik bearbeitet. An dieser Stelle möchten wir den Arrangeuren herzlich danken, namentlich Gerhard Müller, Tino Haake, Andreas Werner, Ralf Frieboes und Günter Rettig. Stellvertretend für die dargebotenen Titel seien genannt „Cinema“ von Bernburg,

“The Beautiful Day“ von Hettstedt, „Magic of the Movies“ von Ziegelrode und „Xperience“ von Neuwerk.

Den Wettkampfreigen eröffnete der Vorjahresmeister, Spielmannszug Bernburg 1902 e.V. Mit gekonnt dargebotener Musik und Show überzeugten sie das Publikum und die Kampfrichter. Dafür erhielten sie 45,87 Punkte in der Wertung.

Der nächste Starter war der Ziegelröder Spielmannszug 1886 e.V. mit einem Paukenschlag: 47,28 Punkte wurden vorgelegt. Mit dieser Leistung wurde an langjährige Traditionen angeknüpft. Sie waren in der Vergangenheit  bereits 19 Mal Landesmeister geworden. Diese Punktzahl war jetzt das Maß aller Dinge. Das Publikum wartete nun gespannt auf den Auftritt des Hettstedter Spielmannszuges „Blau-Weiß“ 1919 e.V. Er galt in Fachkreisen als favorisiert, denn er ist für die Weltmeisterschaft der Marching-Bands der World Association of Marching Show Bands (WAMSB) vom 28.11. bis 03.12.2017 in Palm Springs, Kalifornien, USA, qualifiziert . Dementsprechend war die Spannung groß. Auch die Hettstedter zeigten eine tadellose Leistung. Am Ende reichte es aber nicht ganz für den Sieg, denn die Kampfrichter bewerteten den Auftritt mit 0,5 Punkten weniger. Sie wurden verdient Vizemeister und alle Spielleute wünschten ihnen viel Erfolg für die Weltmeisterschaft.

Wie schon eingangs erwähnt, der Wettergott war an diesem Tag nicht auf der Seite der Spielleute. Trotz dem Wechsel von Sonnenschein und einigen Schauern wurde der Wettkampf immer weitergeführt.

Umso tragischer ist es, dass der Ausrichter der Meisterschaft, der Spielmannszug Neuwerk/Harz e.V., der zuletzt startete, eine richtig starke Dusche abbekam. Trotzdem entschieden sie sich, den Auftritt zu absolvieren. Bei diesen widrigen Bedingungen waren sie etwas gehandicapt, aber sie zeigten die bisher beste Darbietung in ihrer über 100-jährigen Vereinsgeschichte. Die Musik ganz sauber gespielt, die Bewegungsabläufe und das Marschieren exakt, es gab kaum etwas zu bemängeln. Trotzdem konnten sie nicht in die Medaillenvergabe eingreifen. Sie hätten, wenn es das Reglement möglich machen würde, sicherlich die Medaille der „Sympathie“ erhalten.

Zum Abschluss marschierten alle Teilnehmer noch einmal zum Finale auf, die Sieger und Platzierten wurden geehrt, und alle bedankten sich bei den Spielleuten aus Neuwerk für die gute Organisation dieser 26. Landesmeisterschaft.

Es wurde vom TK-Vorsitzenden, Uwe Klein, bekannt gegeben, dass die 27. Landesmeisterschaft am 23. Juni 2018 in Helbra stattfinden wird, Ausrichter ist der Ziegelröder Spielmannszug 1886 e.V.

Mit dem Titel: „Highland Cathedral“ unter der Stabführung von Uwe Espenhahn, Bernbrug, verabschiedeten sich die Spielleute von den Zuschauern in Elbingerode.