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Jüngste Flieger bei DJM männlich

Datum: 05.06.17

„Hier wird mehr geflogen als am Flughafen“ prangt in großen Lettern in der Messehalle 20 an der Wand. Heute Mittag eröffneten die Jüngsten „Flieger“ den Wettkampftag und ermittelten die deutschen Meister der Trampolinturner.

Mit diesem Titel darf sich jetzt unter anderem Manuel Rösler schmücken – nicht zum ersten Mal. Er gewann vor Clemens Jurk (SC Cottbus) und Simon Ramacher (DJK-VfL Willich). „Ich war schon dreimal deutscher Meister“, strahlt der 15-Jährige vom MTV Stuttgart, kurz nachdem er seine Übung im Wettkampf der B-Junioren (14/15 Jahre) nahezu fehlerfrei geturnt hatte und die Marke von 51 Punkten geknackt hatte. Und das eigentlich mit einer etwas abgespeckten Vorführung. „Das war die Sicherheitsvariante“, erklärt sein Trainer Michael Kubicka, einst selbst ein Spitzenathlet auf dem Trampolin. Denn Manuels härtester Konkurrent Max Budde (SC Cottbus), mit dem der Stuttgarter tags zuvor den Doppel-Wettbewerb gewonnen hatte, patzte – es kamen nur sieben Sprünge in die Wertung. Wenn Budde seine Übung komplett gezeigt hätte, wäre es für Manuel schwieriger geworden, aber er hatte ja noch einen Trumpf im Köcher: „Dann hätte ich noch einen Dreifach-Salto turnen können, “ ergänzt er selbstbewusst. So ging er aber auf Nummer sicher, turnte seine Pflichtübung sicher und konzentriert und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Auch im Hinblick auf die Jugend-WM waren diese Leistung und der damit verbundene Sieg ein wichtiger Schritt für das große Talent, dessen drei Jahre ältere Schwester Aileen ebenfalls Trampolin turnt und noch erfolgreicher ist als ihr Bruder – sie war sogar schon Jugendweltmeisterin.

Eigentlich kommen die Rösler-Geschwister ja aus München. „Aber dort ließ sich der Sport überhaupt nicht mit der Schule verbinden“, blickt Manuel zurück. Auf die beiden Spitzensportler nahm die Schule keine Rücksicht. „Das geht in Bayern gar nicht“, schüttelt Michael Kubicka den Kopf. Ohnehin sei die Sportförderung in Deutschland stark verbesserungswürdig. Allein schon die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre habe die Nachwuchsarbeit extrem behindert. „Die Umstellung von G9 auf G8 war eine totale Katastrophe“, kritisiert der ehemalige Weltklasseturner.

Im Fall von Manuel und Aileen Rösler löste die Familie das Problem, in dem sie von München nach Ostfildern umzog, womit die Geschwister an den Stützpunkt Stuttgart wechselten, wo sie optimal gefördert werden. Wer weiß, ob sonst die Karriere von zwei der größten Nachwuchstalente im Trampolinturnen nicht früh geendet hätte.

Doch dies war nicht die einzige Altersklasse, in der die Deutschen Meisterinnen und Meister ermittelt wurden. Nach dem Gewinn der Synchronmeisterschaft am Vortag konnte Vanessa Imle (TSB Schwäbisch Gmünd) auch den Titel im Einzel der C-Juniorinnen sichern. Silber erkämpfte sich Luka Kristin Frey (SV Brackwede). Luisa Braaf (TV Blecher) freute sich über die Bronze-Medaille.

Auch bei den Jungs stand der Synchronmeister ebenfalls in der Einzelkonkurrenz ganz oben auf dem Siegertreppchen: Luis Hagen (TV Blecher) wurde neuer Deutscher Jugendmeister, sein Synchronpartner Paul Meinert (TV Blecher) gewann Bronze. Dazwischen geschoben hat sich Lars Garmann (SC Cottbus).

Die Klasse der etwas älteren Turnerinnen gewann Christine Schuldt (Frankfurt Flyers) und empfahl sich damit ein weiteres Mal für die Teilnahme an der Jugend-WM. Zweite wurde Emilie Mohrholz (Norderstedter SV) mit nur 0,03 Punkten Vorsprung vor der Dritten Nina Pape (FC Reislingen).

Hier geht es zu den Ergebnissen.