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Boschert Sportarzt des Jahres 2017

Datum: 21.06.17

Der Sportarzt des Jahres 2017 heißt Dr. med. Hans-Peter Boschert und kommt aus Freiburg. Die traditionell von der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) vergebene Auszeichnung wurde dem langjährigen Verbandsarzt des Deutschen Turner-Bundes (DTB) am Freitag in Berlin im Rahmen des 32. Jahreskongresses der GOTS verliehen.

Der 56 Jahre alte Sportmediziner ist Turner durch und durch. Die Sportart habe ihn "geprägt", sagt Boschert. Erst als erfolgreicher Wettkämpfer in der 1. und 2. Bundesliga - nach dem Studium in Freiburg und Pretoria (Medical University of South Africa) seit nunmehr 27 Jahren als Mediziner bei den wichtigen Events der Turnerinnen und Turner.

Seit Sydney 2000 hat der am 10. August 1960 in Oberkirch im Schwarzwald geborene Boschert das Turn-Team Deutschland bei allen Olympischen Sommerspielen betreut. Sein persönlicher Höhepunkt allerdings war der Gewinn der Mannschafts-Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2007 in Stuttgart. "Der Erfolg war geprägt von einem unglaublichen Zusammenhalt der Mannschaft, einer einzigartigen Stimmung innerhalb des gesamten Teams und einer euphorisierenden Welle der Begeisterung durch das Publikum", berichtet Boschert. 

Ein außergewöhnliches Erlebnis, aber auch eine besondere medizinisch-ethische Herausforderung waren die Spiele im vergangenen Jahr in Rio de Janeiro. Als sich Andreas Toba das Kreuzband riss, aus Loyalität dem Team gegenüber aber noch ans Pauschenpferd ging, geriet auch der Mannschaftsarzt in den kritischen Fokus der Medien. "Es war für mich nach der ersten Diagnose klar: Wenn man das Knie wirklich so fest taped, kann man es verantworten, dass er am Pauschenpferd Übungen turnt", erklärte Boschert im August 2016 in der brasilianischen Olympia-Stadt. "Und lange Zeit zu überlegen hatten wir nicht. Andi hat das so für sich entschieden, und ich habe die Entscheidung mitgetragen."

Selbstverständnis als Sportmediziner und Mannschaftsarzt

Umfassende Kenntnisse über die Sportart, deren Strukturen und Problematiken sollte ein Verbandsarzt nach Boscherts Auffassung mitbringen. "Am besten sollte er aus der Sportart selbst kommen." Neben dem persönlichen Kontakt zu nationalen und internationalen Funktions- und Entscheidungsträgern sei eine regelmäßige Betreuung der Athleten in Training und Wettkampf unabdingbar - das ganze Jahr über. In Zusammenarbeit mit den Trainern könnten Präventionskonzepte erarbeitet werden. 

"Der wichtigste Aspekt ist aus meiner Sicht aber die Zusammenarbeit im Team zwischen Athlet, Trainer, Physiotherapeut, Arzt, Biomechanik, Funktionär, Ernährungswissenschaftler und Psychologe). Nur wenn alle zusammen Hand in Hand arbeiten, ist der größtmögliche Erfolg für die Mannschaft und den einzelnen Athleten möglich", sagt Boschert. Der Mannschaftsarzt sei auch Koordinator, bei dem alle wichtigen Informationen zusammenkommen. 

Laudator Willam: "Eine perfekte Wahl"

"Eine perfekte Wahl. Ich gratuliere der GOTS zu ihrer exzellenten Entscheidung, Dr. Hans-Peter Boschert als Sportarzt des Jahres auszuzeichnen", sagt Laudator Wolfgang Willam. Der Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes (DTB) schätzt das "angenehme und konstruktive Miteinander im Team, wobei  Boschert sich als Teamplayer im Sinne des größtmöglichen sportlichen Erfolges versteht - und sich dabei persönlich nicht in den Vordergrund schiebt". 

In dem mehr als einem Vierteljahrhundert in "Diensten" des DTB habe Boschert bestimmt die gleiche Zeit und Arbeitsstunden in der Turnhalle verbracht wie in seiner Praxis, meint Willam. Athletinnen und Athleten schätzten ihn ebenso wie Trainer, Physiotherapeuten und Funktionsträger des Verbandes: "Nicht ohne Grund wird er von allen liebevoll 'Boschi' genannt", sagt Willam und betont in seiner Laudatio die "gelungene Symbiose zwischen einem Sportmediziner mit hohem persönlichen Anspruch an sich selbst und einem Hochleistungssportler". 

Boschert: "Es macht einfach Spaß, dabei zu sein"

Das Turnen war und ist für Boschert "eine der vollkommensten und faszinierendsten Sportarten überhaupt. Es macht einfach Spaß, dabei zu sein. Turnen ist Dynamik, Kraft und Ästhetik und beinhaltet alles, was ein Sportler haben sollte: motorische und psychomotorische Eigenschaften in hoher Ausprägung", sagt der Vater einer Tochter (20) und eines Sohnes (17), der sich seit dem 1. Januar 2000 in der Praxisklinik „Die Sportorthopäden" in Freiburg als Arzt für Allgemeinmedizin, Sportmedizin, Osteopathie und Ernährungsexperte niedergelassen hat. 

Schulische und Berufliche Laufbahn:

6/1980                       Abitur am Hans Furler Gymnasium Oberkirch

7/1980 – 6/1982        Sanitätsdienst bei der Bundeswehr als Unteroffizier

9/1982 – 7/1988        Studium der Humanmedizin an der 

                                  Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

8/1988 – 3/1989        Praktisches Jahr an der Medical University of 

                                  South Africa (MEDUNSA) in Pretoria

4/1989                       3. Staatsexamen an der 

                                  Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

5/1989 – 6/1993        Ärztliche Tätigkeit in der "Sporttraumatologie im

                                  Mooswald“ in Freiburg und chirurgischer Praxis

1992                          Promotion zum Thema „Ursachen von

                                  Veränderungen im Acromioclavikulargelenk bei 

                                  Kunstturnern im Rahmen des Ringeturnens“

1992                          Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“

ab 8/1993                  Selbstständige ärztliche Tätigkeit als Arzt für

                                  Allgemeinmedizin

1995 – 2000              Ausbildung in Osteopathie am College 

                                  Sutherland in Ulm und Wiesbaden

seit 01.01.2000          Niederlassung im MVZ „Die Sportorthopäden,

                                  Praxisklinik an den Heilquellen“ in Freiburg

Sportärztliche Tätigkeit:

•        Seit 1990 Verbandsarzttätigkeit beim Deutschen Turnerbund als

         Fachgebietsarzt Turnen männlich (Junioren und Senioren)

•        Ab 1996 ärztliche Betreuung bei allen Europa- und Weltmeisterschaften

         sowie Olympischen Spielen

•        Olympia-Arzt bei den Sommerspielen in Sydney 2000, Athen 2004, 

         Peking 2008, London 2012 und Rio des Janeiro 2016

•        Seit 2012 Mitarbeit im Vorstand des Vereins „Verbandsärzte 

         Deutschland e.V.“ als 2. Vorsitzender

Behandlungsschwerpunkte:

•        Diagnostik und konservative Behandlung von Beschwerden am 

         Stütz- und Bewegungsapparat

•        Diagnostik und Behandlung von Sportverletzungen, Folgen von

         Sportverletzungen und Überlastungsschäden/-beschwerden am 

         Stütz- und Bewegungsapparat

•        Spezielle Arthrosetherapie

•        Spezielle Wirbelsäulenbehandlung mit Injektionen

•        Ernährungs- und Trainingsberatung individuell im Rahmen 

         des GESUMED-Konzeptes

•        Durchführung von Ernährungsanalysen nach individuellem 

         Ernährungsprotokoll

•        Sportmedizinische Untersuchungen und Beratungen

•        Leistungsdiagnostik

•        Trainingsplanung und Trainingssteuerung bei Ausdauer-

          und/oder Kraftsportarten

•         Klinische Diagnostik unter osteopathischen Gesichtspunkten 

          und Untersuchungstechniken

Eigener sportlicher Hintergrund:

•         Aktiver Kunstturner bis 1995 - zahlreiche Meistertitel auf Landesebene

•         Während des Studiums in Südafrika Fortsetzung des Leistungssports 

          mit Wettkampfteilnahme an den südafrikanischen Meisterschaften für 

          die Universität Pretoria und Gewinn der Regionalmeisterschaften an 

          Barren und Reck

•         Von 1980 bis 1989 Wettkämpfe in der 2. Bundesliga für Rottweil sowie 

          in der 1. Bundesliga für Freiburg

•         Bis heute regelmäßiges Fitnesstraining (Kraft- und Ausdauersport)

Die GOTS und der Sportarzt des Jahres:

Das Vorschlagsrecht steht dem Vorsitzenden der Verbandsärzte, dem Präsidenten und den Vizepräsidenten der GOTS zu. Vorschläge können auch Sportärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie das Präsidium der "Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention" einreichen. Über die Auszeichnung als "Sportarzt des Jahres" entscheidet der Vorstand der GOTS mit einfacher Mehrheit. Voraussetzung für die Nominierung sind zwei Bürgen aus dem Vorstand der GOTS sowie ein weiterer Bürge aus dem Vorstand des betreuten Sportverbandes. 

Der "Sportarzt des Jahres" muss einige Voraussetzungen erfüllen, unter anderem die kontinuierliche Betreuung einer Nationalmannschaft einer olympischen Sportart als Verbandsarzt bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und/oder Olympischen Spielen, absolute Zuverlässigkeit in Sachen Antidoping, aktiver Einsatz im betreuenden Verband zur Vermeidung von Sportverletzungen und Sportschäden, strikte Einhaltung einer ethisch sauberen Medizin sowie überdurchschnittliche Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Gebiet der praktischen Sportmedizin.

Kontakt:

Dr. med. Hans-Peter Boschert

Praxisklinik „Die Sportorthopäden"

An den Heilquellen 6

D-79111 Freiburg

Tel:  +49 761 45227 18

Fax: +49 761 45227 11

E-Mail: hpb@die-sportorthopaeden.de