Andreas Hirsch - Cheftrainer Herren

Steckbrief

Geburtstag

08.07.1958

Wohnort

Berlin

Beruf

Bundestrainer 

Familienstand     

verheiratet

Portrait

"Kühler Kopf und klare Gedanken"

Er trägt maßgeblichen Anteil am Aufschwung im deutschen Männerturnen - Andreas Hirsch. Der Cheftrainer der deutschen Turner feierte im Jahr 2007 bei der EnBW Turn-WM in Stuttgart seinen bisher größten sportlichen Erfolg als Trainer. Die Mannschaft erreichte den hervorragenden dritten Platz und zudem wurde Fabian Hambüchen Europa- und Weltmeister am Reck sowie Sportler des Jahres 2007 in Deutschland. Die Erfolge wurden durch die Ergebnisse bei Olympia 2008, mit dem vierten Platz des Teams und der Bronzemedaille von Hambüchen, bestätigt. Neben dem Wetzlarer machen aber auch noch andere junge Talente Dank Hirschs Arbeit von sich reden. Das schlug sich bereits bei der Europameisterschaft 2009 im Medaillenspiegel nieder. Neben Hambüchen (Gold im Mehrkampf, am Boden und Bronze am Barren) entpuppte sich auch Matthias Fahrig als Medaillenlieferant. Er holte am Boden hinter Hambüchen Silber und am Sprung die Bronzemedaille.

Seit dem 1. November 2001 betreut der 50-Jährige im Amt des Cheftrainers das Turn-Team, nachdem er zuvor sechs Jahre erfolgreich Juniorentrainer war. Der Berliner sieht sich als Wegbegleiter, beschreibt seine Beziehung zu den Athleten als ein Geben und Nehmen. "Ich empfinde es als eine lohnenswerte Aufgabe, jungen Leuten Werte zu vermitteln, beispielsweise Leistungsbereitschaft und das schöne Gefühl, Erfolg zu haben. Schon dafür lohnt es sich, sich einzusetzen, insofern empfinde ich das Trainerdasein als einen tollen Beruf", so der Coach.

"Hirschi", wie er als Aktiver genannt wurde, hat das Turnen im Blut und lebt für den Sport. Er turnte für den SC Dynamo Berlin und wurde dreimal DDR-Vizemeister an den Ringen. Andreas Hirsch gehörte von 1976 bis 1983 der Nationalmannschaft der DDR an. Bekannt wurde er an den Ringen durch sein Markenzeichen, der sogenannten "Hirsch-Spinne", ein Stützelement, welches im Code de Pointage als "Deltschew" registriert ist. Er bestritt einige Länderkämpfe, war zudem Ersatzturner bei den Weltmeisterschaften 1978 und beendete 1983 seine aktive Laufbahn.

Auch seine Frau, die ehemalige Turnerin Simone Unger, und die beiden Söhne Robert und Martin waren Leistungssportler. "Mit dem Beruf lebt auch die Familie. Wenn meine Frau nicht ebenso für diesen Sport leben würde, würde das so nicht funktionieren", erklärt Hirsch.

"Wir brauchen Fortschritt"

Die Leistungen seiner Athleten beurteilt der 50-Jährige immer kühl und bringt es für alle immer auf den Punkt. "Ich denke, zu unseren herausragenden Stärken gehört es, dass wir ein positives Miteinander pflegen und dass wir kämpfen können und auch müssen. Die Dichte in der Leistungsspitze des internationalen Männer-Turnens ist verdammt hoch. Hierin bestehen für mich das Risiko und die Chance zugleich und somit auch der große Reiz. Ich denke, wir brauchen einen kühlen Kopf, klare Gedanken und Glanz in den Augen."

Das Wechselspiel zwischen Turnhalle und "normalem" Leben ist dem Diplomsportlehrer dennoch wichtig. Er verfolgt andere Sportarten mit großem Interesse, genießt bei schönem Wetter die Natur mit seiner Frau. Wobei das nichts mehr mit Leistungssport zu tun hat, sondern eine relaxte Form, also aktive Erholung ist.

Karriere:

  • 1976 - 1983 Mitglied der Nationalmannschaft (Turnen)
  • Seit 1983 Trainer
  • 1996 - 2002 Bundestrainer Nachwuchs
  • Seit 2002 Cheftrainer

Motto: "Abgerechnet wird zum Schluss"