Bewegung – der Schlüssel zur Sprache

Bewegung und Sprache, zwei Komponenten, die für Kinder eine wichtige Rolle in ihrem jungen Leben spielen. Dass Kinder noch viel mehr den Drang in sich spüren, sich zu bewegen, ist nichts Neues. Daher kann man diese Eigenschaft nutzen, um den Kindern auf spielerische Art unsere Sprache näher zu bringen, ohne, dass sie dabei bewusst Wörter pauken müssen.

Das „Laufende A“

Mit dem Spiel das „Laufende A“ kann man diesen Grundgedanken, Sprache mit Bewegung zu kombinieren, ganz leicht umsetzten. Zudem gibt es hierbei eine große Menge sportlicher
Variationsmöglichkeiten.
Das Spiel ist ein Bewegungsspiel für Kinder ab sechs Jahren und kann in einer Gruppe von mindestens vier Kindern bis zu einer beliebigen Anzahl, abhängig von der Größe des zur Verfügung stehenden Raums, gespielt werden. Das Spiel dient sowohl als Aufwärmspiel in einer Sportstunde oder als kleiner Muntermacher zwischendurch, da es neben dem sportli-chen Aspekt, die Konzentration und Reaktionsschnelligkeit fördert. Für das Spiel an sich werden kaum Materialien benötigt und beansprucht ebenfalls nur wenig Vorbereitungszeit. Außerdem kann es so gut wie überall gespielt werden, ob drinnen im Klassenzimmer oder der Turnhalle, oder aber draußen auf einer Wiese oder auf dem Spielplatz.

Spielbeschreibung:

Zunächst werden auf fünf unterschiedliche Zettel die Vokale Aa, Ee, Ii, Oo und Uu groß auf-geschrieben und im Raum verteilt aufgehängt (an einer Schnur, mit Klebeband oder direkt mit Kreide an eine Tafel geschrieben, etc.)
Nun werden zwei etwa gleich große Gruppen gebildet. Alle Teilnehmer/innen der jeweiligen Gruppen stellen sich hintereinander auf, sodass zwei Reihen  entstehen. Die Spielleitung beginnt nun mit dem ersten Begriff, zum Beispiel „Ball“. Die Aufgabe der Kinder ist es nun, zu erkennen, welcher Vokal in dem genannten Wort steckt. Daraufhin laufen die ersten beiden Kinder der beiden Gruppen zum richtigen Vokal, in diesem Fall zum „A“ und so schnell sie können wieder zurück und stellen sich an das Ende ihrer Reihe. Dann folgt sofort der nächste begriff, beispielsweise „Loch“. Wieder rennen die vordersten zwei Kinder los, diesmal zum „O“ und wieder zurück. Das Ganze geht solange, bis alle Kinder mindestens einmal gelaufen sind. Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist es, dass darauf geachtet wird, dass in den genannten Wörtern jeweils nur ein Vokal vorkommt. Eine Liste mit Wörtern kann auch schon vor Beginn des Spiels gemeinsam mit den Kindern erarbeitet werden.
Sollte die Gruppe recht groß sein, so kann man auch mehr als zwei Reihen bilden, damit die Kinder nicht so lange warten müssen bis sie wieder an der Reihe sind und ihnen nicht langweilig wird.

Variante ab 8 Jahren:

Bei älteren Kindern können Wörter mit mehreren Vokalen benutzt werden. Das Spielprinzip ist gleich wie vorher, nur müssen die Kinder die einzelnen Vokale der Reihe nach ablaufen und zwar so, wie sie im Wort vorkommen. Im Wort „Butter“ kommen die Vokale U und E vor, also laufen die Kinder erst zum U und anschließend zum E. bei „Auto“ laufen sie erst zum A, dann zum U und zum Schluss zum O, bevor sie wieder zu ihrer Gruppe zurückkehren.  Kommen zwei gleiche Vokale hintereinander, wie zum Beispiel in „Motor“, müssen die Kinder erst zum O laufen, zurück zur Gruppe und noch einmal zum O und wieder zurück.
Kombination Wort und Zahl:
Natürlich kann man das Spiel auch mit Zahlen kombinieren, um die Schwierigkeit noch etwas zu steigern. Dazu werden die Kinder der Reihe nach durchnummeriert, sodass bei zwei Gruppen jeweils zwei Kinder die gleiche Ziffer haben, bei drei Gruppen drei Kinder, usw.
Im Unterschied zu den Spielvarianten davor müssen die Kinder nun ganz genau aufpassen, welche Zahl genannt wird. Zum Beispiel sagt die Spielleitung dann „Fisch, Nummer 5“. Da-raufhin müssen die Kinder mit der Nummer fünf zum „I“ laufen und schnell wieder zurück. Dann folgt die nächste Ansage.

Kombination Wort und Zahl:

Natürlich kann man das Spiel auch mit Zahlen kombinieren, um die Schwierigkeit noch etwas zu steigern. Dazu werden die Kinder der Reihe nach durchnummeriert, sodass bei zwei Gruppen jeweils zwei Kinder die gleiche Ziffer haben, bei drei Gruppen drei Kinder, usw.
Im Unterschied zu den Spielvarianten davor müssen die Kinder nun ganz genau aufpassen, welche Zahl genannt wird. Zum Beispiel sagt die Spielleitung dann „Fisch, Nummer 5“. Da-raufhin müssen die Kinder mit der Nummer fünf zum „I“ laufen und schnell wieder zurück. Dann folgt die nächste Ansage.

Variante mit Farben:

Für jüngere Kinder, die die Buchstaben noch nicht so gut kennen, kann man alternativ auch Farben verwenden. Dazu werden anstelle der Vokale bunte Zettel mit verschiedenen Farben aufgehängt, dazu bieten sich die Grundfarben rot, gelb und blau sehr gut an. Die Spielleitung beginnt dann beispielsweise mit dem Wort „Wasser“. Die Aufgabe der Kinder ist es nun, den Begriff der jeweiligen Farbe zuzuordnen, in diesem Fall wäre es blau. Weitere Beispiele wären Tomate zu rot, Sonne zu gelb, Himmel zu blau,… Natürlich kann man auch noch mehr Farben und daher mehr Begriffe benutzen.

Möchte man den Schwerpunkt vermehrt auf die Bewegungen legen, so kann man hier auch noch stark variieren.
Vor die Vokale/Farben kann jeweils eine Matte gelegt werden, sodass die Kinder, wenn sie zu dem jeweiligen Zettel laufen, erst noch eine Rolle, ein Rad oder etwas anderes machen müssen, bevor sie wieder zurück laufen.  Weitere Ideen sind über etwas drüberspringen, unter etwas hindurchkriechen, Slalom laufen, auf einem Bein hüpfen, über etwas balancieren, seitwärts/rückwärts laufen…
Außerdem kann man zu jedem Buchstaben einen kleinen Parcours aufbauen, der, um den Buchstaben zu erreichen, durchlaufen werden muss. Eine weitere Möglichkeit ist, dass auf dem Laufweg etwas transportiert werden muss, z. B. Bälle, Wasser in Schälchen… Am Ende des Durchlaufs kann man so feststellen, welcher Buchstabe am meisten vorgekommen ist und welcher kaum genannt wurde.

Fotos: LSB NRW/Bowinkelmann
Coverfoto bearbeitet durch Nicole Gebhardt