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Profi-Tipps für alle vom DTB

von Dr. Doortje Cramer-Scharnagl

Jeder Aktive kennt das: Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen sind schon fast an der Tagesordnung, wenn man sich sportlich einsetzt. Wird die Verletzung schnell gut versorgt, bleiben die Folgeschäden meist im Rahmen. Dafür reichen wenige einfache Maßnahmen aus.

PECH-Regel und Salbenverband

Erste Hilfe der Wahl bei Muskel- und Gelenkverletzungen ist die PECH-Regel:
•    Pause: Stellen Sie das verletzte Gelenk bzw. die verletzte Gliedmaße ruhig.
•    Eis: Kühlen Sie betroffene Stelle wird für jeweils für 10–15 Minuten. Es soll kein
     direkter Hautkontakt mit dem Kühlmittel bestehen. Alle 2–3 Stunden wird die
     Kühlung wiederholt.
•    Compression: Legen Sie einen Kompressionsverband mit mäßiger Spannung
     an. Nach ca. 2 Stunden sollte er gelockert werden.
•    Hochlagerung: Lagern Sie das verletzte Gelenk bzw. die verletzte Gliedmaße
     hoch (möglichst über Herzhöhe).


Mit diesen einfachen Maßnahmen kann die Stärke von Einblutungen, Schwellungen und Schmerzen meist deutlich verringert werden.

Nachdem der Kompressionsverband gelockert wurde, fördert ein Salbenverband die Heilung. Viele Profisportler verwenden dafür Traumeel Salbe, deren natürliche Wirkstoffe die Geweberegeneration fördern, Entzündungen regulieren und so die Schmerzen nachhaltig lindern. Sie ist auch für Kinder geeignet.

                      
                      ©HEEL

Wichtig: Falls trotz Anwendung der PECH-Regel die Schwellung bis zum nächsten Tag nicht zurückgeht, ein ausgedehnter blauer Fleck oder starke Schmerzen auftreten, muss ein Arzt aufgesucht werden.

Bestens gewappnet für den Fall der Fälle

Eine kleine Notfallapotheke sollten Übungsleiter, Sportler und Eltern aktiver Kinder immer parat haben. So kann die PECH-Regel schnell umgesetzt werden. Die Materialien sind in jeder Apotheke erhältlich. Am wichtigsten sind:
•    Desinfektionsmittel
•    sterile Mullkompressen
•    Verbandmaterial (z.B. elastische Binden, Stützverbände)
•    elastisches Rollenpflaster zum Fixieren von Verbänden („braunes Pflaster“)
•    normale Wundpflaster in unterschiedlichen Größen
•    Kühlungsmittel (z.B. Sofort-Kälte-Kompressen, Instant-Coolpack)
•    Rettungsdecke (Gold/Silber)
•    Schere
•    Pinzette


Ergänzt wird die Notfallapotheke für den Eigengebrauch sinnvollerweise durch eine Sportsalbe (z.B. Traumeel). Es gibt auch bereits zusammengestellte Erste-Hilfe-Sets und -Taschen, die zum Beispiel mit einer Sportsalbe ergänzt werden können. Apotheken beraten Sie gerne, wie Sie Ihre Notfalltasche darüber hinaus individuell ergänzen.

Praktische Gedächtnisstütze

Der DTB hat einen Flyer „Erste Hilfe bei (Sport-)Verletzungen“ herausgegeben, in dem unter anderem alle Informationen zur PECH-Regel und zur Sport-Notfallapotheke übersichtlich zusammengefasst sind. Auf diese Weise ist es leicht, schnell richtig zu handeln – auch in Stresssituationen.

Der Flyer ist für Sportler, Eltern und Übungsleiter gleichermaßen geeignet und sollte seinen Platz in jeder (Sport-)Tasche haben. Vereine können den Erste-Hilfe-Flyer kostenfrei – auch in größeren Mengen – für ihre aktiven Helfer und zur Weitergabe an Sportler, Eltern und Kinder bestellen (bestellung@flyer-dtb.de).