Feierstunde am Jahn-Denkmal in Berlin

In Erinnerung an die Eröffnung des ersten öffentlichen Turnplatzes vor 200 Jahren in der Berliner Hasenheide veranstalteten der Berliner Turn- und Freizeitsportbund und die Jahn-Gesellschaft am 18. Juni 2011 eine Feierstunde an der historischen Stätte in Berlin.

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BTFB-Präsident Frank Ebel begrüßte dazu rund 100 Gäste unter freiem Himmel am frisch hergerichteten Jahn-Denkmal in der Hasenheide. Unter ihnen zahlreiche Mitglieder aus Berliner Turnvereinen, einige Vertreter aus Landesturnverbänden des DTB und der Jahn-Gesellschaft sowie Gäste aus dem Österreichischen Turner-Bund und aus Japan.

Als Festredner skizzierte DTB-Ehrenpräsident Prof. Dr. Jürgen Dieckert den historischen Kontext des Turnplatzes und stellte dabei Jahn als damals 32-jährigen "jungen Revolutionär" in den Mittelpunkt: "Das Recht des Menschen auf Spiel und Bewegung, und das außerhalb schulischer Unterweisung oder staatlicher Förderung das war neu. Das war revolutionär."
Berlins Staatssekretär für Sport, Thomas Härtel, spannte den Bogen von der Hasenheide 1811 zur Gegenwart der Turnbewegung und erinnerte an die erfolgreiche Turn-EM im April 2011 in Berlin sowie an die begeisternden Deutschen Turnfeste in Berlin 1987 und 2005, die er als Beleg für die Attraktivität und Lebendigkeit des Turnens bezeichnete. Zusammen mit Frank Ebel und DTB-Präsident Rainer Brechtken enthüllte Härtel eine Informations-Tafel des Berliner Senats und der Bezirksverwaltung Neukölln auf dem Platz vor dem Jahn-Denkmal.

Schwerpunkt der Rede des DTB-Präsidenten stellte die Verbindung von Jahn 1811 zu den gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Turnbewegung von heute dar: Erstens unseren Kindern mit dem Kinderturnen eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung zu ermöglichen und sie zu einem lebenslangen, gesunden Sporttreiben zu motivieren. Zweitens den Menschen in unseren Turnvereinen in Zeiten der Globalisierung "Heimat zu bieten", den sozialen Aspekt der Bewegung zur Förderung des Wohlbefindens und der Gesundheit sowie die Integration verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zu betonen. Drittens die Bereitschaft zur Leistung einzufordern, sowohl im Verein durch Training und Wettkampf als auch in unserer Gesellschaft als bürgerschaftliches Engagement.

Umrahmt wurde die Feierstunde durch musikalische Beiträge der Märkischen Schalmeienkapelle Brandenburg und des BTB-Singkreises, durch turnerische Vorführungen an einem historischen Pferd und dem modernen Seitpferd sowie Vereinsvorführungen mit Step-Aerobic von Frauen und einer Breakdance-Jugendgruppe.