Der Turnergruß und die vier F

Immer wieder fragen interessierte Turnfreundinnen und Turnfreunde nach dem Ursprung des Turnergrußes "Gut Heil".

Oder nach Herkunft und Entstehung
der vier F - "Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei".

Für Prof. Dr. Harald Braun war das der Anlass, diesen Fragen einmal nachzugehen und zu ergründen, wie der Turnergruß und die vier F entstanden, wo die Wurzeln dieser Symbole zu finden sind.

Abhandlung über den Turnergruß 
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T-Shirts mit den vier F in vielen Farben und Formen gibt es übrigens zum Bestellen bei:
www.dtb-shop.de
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60 Jahre DTB-Wiedergründung

Die Wiedergründung jährt sich 2010 zum 60. Mal. Aus diesem Anlass befasst sich Hansgeorg Kling als ehemaliger Bundespressewart des DTB (zwischen 1978 und 1990) und jetziger Präsident der Jahn-Gesellschaft mit einer persönlichen Betrachtung der jüngeren Verbandsgeschichte des Deutschen Turner-Bundes.

Zur Betrachtung von Hansgeorg Kling [pdf, 70 kB]

Das Hambacher Fest

Zweiseitige Ausarbeitung von Karl Thielecke

hier herunterladen [pdf, 124 KB]

DTB-Gründungsgeschichte

Erster deutscher Turnerbund von 1848 

Zu Beginn der Deutschen Revolution von 1848/49, als Bürger der 39 Teilstaaten von ihren Regierungen soziale und politische Rechte, aber auch die Einheit Deutschlands forderten, lud A. Schärttner im März 1848 alle Turner nach Hanau zu einem Turntag ein. Unter Vorsitz von Th. Georgii aus Esslingen und in Anwesenheit Friedrich Ludwig Jahns wurde am 3. April der Deutsche Turnerbund gegründet. In Paragraph 2 der Beschlüsse heißt es, dass es der Zweck des Bundes sein, "für die Einheit des deutschen Volkes thätig zu sein, den Brudersinn und die körperliche und geistige Kraft des Volkes zu heben".

Wegen der politischen Zielsetzung - ob Republik oder Monarchie -, über die auch die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche leidenschaftlich diskutierte, entzweiten sich die Turner. Auf dem 2. Turntag am 2./3. Juli 1848 ebenfalls in Hanau spalteten sich die Republikaner ab und gründeten einen zweiten nationalen Verband, den Demokratischen Turnerbund. Im Paragraphen 2 ihrer Statuten traten sie für die deutschen Republik ein, während die Turner des DTB mit ihren geringen Änderungen ihre Satzung bestätigten. 

Mit dem Scheitern der bürgerlichen Revolution und der Flucht vieler republikanisch gesinnter Turner ins Ausland, verschwand der demokratische Turnerbund. Ein Einigungsversuch beider Verbände mit der Gründung des Allgemeinen Deutschen Turnerbundes in Eisenach im August 1849 hatte keinen Erfolg; den während des teils gemeinsam, teils getrennt stattfindenden 2. Turntags in Eisenach im März/April 1850 beschlossen die Vertreter des DTB erneut, ihre Satzung und den Bund frei von Politik zu halten. Die Vertreter des ADTB forderten hingegen die Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit des deutschen Volkes - die Ideale der Französischen Revolution von 1789.

Von den drei in den Revolutionsjahren gegründeten nationalen Turnverbänden hat nur der zuerst entstandene DTB die Revolution und die danach erfolgten Verbote politischer Vereinigungen überstanden. Da aber die geschäftsführende Vorstand des DTB, der TV Leipzig wenig Aktivität entwickelte, wurde er auf Drängen des MTV Braunschweig durch den MTV Hannover per Briefwahl am 16. Januar 1850 abgelöst.

Aufgrund der sehr regen Korrespondenz mit den Mitglieds- und anderen Turnvereinen und - regionalverbänden hat der Vorort (wie damals der geschäftsführende Vorstand bezeichnet wurde) Hannover die Position des DTB zunächst festigen können. Aber aufgrund von weiteren polizeilichen Überwachungsmaßnahmen, die u. a. zur Auflösung des Niederrheinisch-Westfälischen Bezirksverbandes (1851) und des Niedersächsischen Bezirksverbandes (1855) führten, musste der Vorort Hannover seine Tätigkeiten einschränken. Er konnte z. B. nur alle zwei Jahre einen Turntag durchführen und schlug Ende 1855 die Auflösung des DTB (provokativ) vor. Auf dem Turntag in Hannover am 6. Januar 1856 wurde der MTV Hamburg zum Vorort gewählt. 

Die erstmals 1856 in Leipzig erschienene "Deutsche Turnzeitung" wurde das neue Presseorgan, vorher waren dies "der Turner" aus Dresden und das "Turnblatt aus Schwaben". 

Der DTB war aber wegen der polizeilichen Repressalien immer mehr zu einem norddeutschen Regionalverband eingeengt worden, dem gerade noch 16 Vereine angehörten. 

Auf dem Turntag in Hamburg am 20. November 1859 wurde die Satzung überarbeitet und der MTV Stade zum Vorort gewählt. Dessen Vorsitzender nahm an den Besprechungen während des Deutschen Turn- und Jugendfestes ins Coburg vom 16. - 19. Juni 1860 teil. Er gliederte dann den DTB beim letzten Turntag, der einen Tag nach dem Deutschen Turnfest inBerlin 1861 abgehalten wurde, als norddeutschen Regionalverband in die de facto in Coburg gebildete Deutsche Turnerschaft ein. 

Der "Ruf nach Sammlung" der beiden Schwaben Th. Georgii und C. Kallenberg in der Deutschen Turnzeitung im März 1860, der zum Turn- und Jugendfest in Coburg führte, war eine Wiedervereinigung aller bereits bestehenden Turnvereine und Regionalverbände unter dem Namen Deutsche Turnerschaft. Auf dem Turntag in Weimar am 20. Juli 1868 wurde eine (weitere) Satzung verabschiedet, auf die man sich 125 Jahre lang als Gründungs-Satzung berufen hat. 

Während Th. Georgii und F. Götz in ihren Schriften den 1848 gegründeten DTB negierten oder als Jugendsünde abtaten, hat C. Kallenberg vor dem Deutschen Turnfest in München 1889 in der DTZ sich eindeutig für die Tradition des 1848er Bundes ausgesprochen. 

Bei der Gründung des heutigen DTB in Tübingen am 2. September 1950 haben sich die Verantwortlichen auf die demokratischen Ideale der 1848/49er Revolution bezogen. Deshalb hat das Präsidium am 10.12.1995 den Beginn der organisierten Turnbewegung und die Gründung eines Dachverbandes auf das Jahr 1848 datiert. 

Harald Braun 

Hier die DTB-Gründungsgeschichte zum Herunterladen [pdf, 30 KB]